Menu

"Maria ist der Anfang"


Datum: 
11.08.2017

 Mit vielen hundert Gläubigen hat Bischof Stefan Oster SDB in Altötting an Mariä Himmelfahrt Gottesdienst gefeiert. "Maria ist der Anfang des neuen Himmels und der neuen Erde", sagte er zum Festtag der Gottesmutter.

 

 

 


 

Der 15. August, Mariä Himmelfahrt, ist das Patrozinium der Gnadenkapelle - entsprechend groß sind die Feierlichkeiten in Altötting. Viele gingen bereits bei der Prozession, bei der die Schwarze Madonna von der Gnadenkapelle in die Basilika St. Anna gebracht wird, mit. Das größte Gotteshaus in Altötting war dann mehr als voll, als die Geistlichen und die Ehrengäste mit ihr einzogen. Traditionell ist ein Mitglied der Staatsregierung an Mariä Himmelfahrt im Wallfahrtsort, heuer war das Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Bischof Stefan Oster SDB ging während seiner Predigt durch die Basilika. "Maria ist der Anfang des neuen Himmmels und der neuen Erde", betonte er die Wichtigkeit der Gottesmutter.

In Bezug auf die Lesung, in der Maria einem Drachen gegenübersteht, sagte er, dass wir als Christinnen und Christen dafür kämpfen, "dass die Stimme Gottes hörbar bleibt, auch, wenn es schwierig ist". Christentum sei auch kämpferisch - wenngleich niemals mit Gewalt, sondern durch das Zeugnis, das wir alle abgeben sollen. Wir Menschen, so der Bischof, hätten zwei Aufgaben: das Gebet und die Liebe, beides bezogen auf Gott, der mit väterlichem Blick auf uns schaue.

"Das Christentum ist nie zuerst Politik", so Bischof Oster, "aber es ist nie unpolitisch", erklärte er in Richtung der Ehrengäste. Nicht unpolitisch deswegen, weil wir eine Aufgabe in der Welt haben. Jene der Politik seien der Schutz der Familie, die Achtung der Menschenwürde vom Anfang bis zum Ende, die Bewahrung der Schöpfung und das Sorgen für Gerechtigkeit und Bildung.

Der Altöttinger Kapellchor und das -orchester musizierten die Krönungsmesse von W. A. Mozart. Der Gottesdienst wurde durch das katholische Fernsehen K-TV übertragen.

Bereits der Abend des 14. August wurde in Altötting feierlich begangen. Nach einem Gottesdienst zogen die Gläubigen in einer großen Lichterprozession um den Kapellplatz.

Bischof Dr. Stefan Oster SDB über Maria:
 
"Ihr ganzes Leben ist Offenheit für Gott und Leben aus Dank. Und das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel bedeutet: Sie ist ganz bei Gott, ganz in seiner Gemeinschaft, in seiner Nähe – und sie ist es auch für uns. Maria hat nie für sich gelebt – immer für Gott und für sein Werk der Erlösung der Welt und der Menschenherzen. Und deshalb ist sie als die Ersterlöste bleibend dabei und hilft dem Erlöser weiter mit, auch unsere Herzen zu erneuern und zu heiligen".

 

Glaube erklärt - Mariä Himmelfahrt

Maria fährt in den Himmel auf. Sie wird von Jesus Christus in den Himmel aufgenommen. Dieses Bild kennen die meisten Gläubigen. Es ist ja auch oft genug in Kirchen zu sehen, beispielsweise auf Altar- oder Deckengemälden. Und: Am 15. August feiern wir Christen genau dieses Hochfest, "Mariae Himmelfahrt". Vieles steckt dahinter. Was genau? Das erklärt Domdekan Dr. Hans Bauernfeind in folgendem TV-Interview - Und die Floristin Sonja Vogl zeigt, ganz praktisch, einen wunderschönen Brauch von früher.

 

 

 

 

Mariä Himmelfahrt

Die katholische Kirche feiert am 15. August „Mariä Himmelfahrt“, auch bekannt als „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Dieses Hochfest wird bereits seit dem 5. Jahrhundert begangen.
Im Fokus steht der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Obwohl in der Bibel nur eine Andeutung darauf zu finden ist, berichten doch zahlreiche Überlieferungen von der Vorstellung, dass die Mutter Jesu nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Im Jahr 1950 hat Papst Pius XII. die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Dogma, das heißt zum verbindlichen Glaubensinhalt, erklärt.
Vielerorts ist „Mariä Himmelfahrt“ mit dem Brauch der Kräuterweihe verbunden. Die Gläubigen sammeln Heilkräuter aus der Region wie beispielsweise Johanniskraut, Beifuß, Kamille oder Scharfgarbe und binden daraus Sträuße. Im Rahmen der Gottesdienste werden die Kräutersträußchen gesegnet. Diese Tradition wird darauf zurückgeführt, dass die Apostel bei der Öffnung des Grabes der Gottesmutter statt eines Leichnams - so die Legende - Lilien und fruchtbare Gewächse fanden.

 
 

 

 

>>>>Fotos: pbp