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Der Heilige Maximilian - eine Autorität


Datum: 
12.10.2017

Bischof Stefan Oster SDB hat mit Gläubigen am Gedenktag des Heiligen Maximilian einen Pontikalgottesdienst für den Bistumspatron gefeiert. In seiner Predigt sprach er über Autoritäten - Maximilian, der Märtyrer, habe Prägekraft bis in unsere Zeit hinein.

 

Der Heilige Maximilian sei eine Gestalt, die wir nicht recht greifen können, sagte Bischof Stefan zu Beginn der Messe. "Aber er ist von so großer Strahlkraft, dass wir uns bis heute an ihn erinnern können." Die Vita des Heiligen ist historisch nicht klar belegbar, führt aber zurück ins 3. Jahrhundert: Als in Maximilians Heimat Celeia Christen verfolgt wurden, wollte ihn der römische Statthalter zwingen, dem römischen Kriegsgott Mars zu opfern. Maximilian weigerte sich und wurde am 12. Oktober 281 (oder 284) mit einem Schwert enthauptet. Sein Gedenktag ist auch für das Passauer Haus St. Maximilian, in dem die Ministrantenarbeit des Bistums stattfindet, wichtig - und so feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Gottesdienst für "ihren" Patron und den des ganzen Bistums mit.

Durch die Predigt von Bischof Stefan Oster zog sich der Gedanke der Autorität. Zunächste denke man bei dem Begriff an Macht, die aber auf lange Sicht eine schwache Form der Autorität sei. Im geistigen Sinn, so der Bischof, bedeutet Autorität dasselbe wie Prägekraft. Wer einen präge, das habe mit Beziehungen zu tun, mit Menschen, zu denen man aufschaue. Menschen wie der Märtyrer Maximilian seien so prägend gewesen, dass sie Glaubensfundamente legen konnten. "Den Glauben verdankt man gläubigen Menschen", sagte Oster.

Anknüpfend an den 1. Johannesbrief sprach er das Verhältnis von Geboten und der Liebe an. Wer in einer Ehe lebe, wer sich als Priester oder Ordensmann oder -frau seiner Berufung verschrieben habe, wisse: Wenn der Sinn der Ordnung, die eine Bindung mit sich bringt, nicht von innen heraus klar ist, fühlt sie sich an wie Sklaverei.

"Die Welt von heute redet uns ein, dass alles andere wichtiger ist als Gott", erklärte der Bischof - Materielles, Sicherheit, körperliche Lust und auch Gesundheit. Das wiederum bringe eine Distanz zu Gott mit sich. Das Tagesevangelium aber lehre uns "wachsam zu sein, sich immer wieder unter Gottes prüfenden Blick zu stellen und bei ihm zu bleiben". Damit wir den Herrn mit Freude erwarten können, zeigen uns, so Bischof Stefan abschließend, "dass es lebensnotwendig ist, wachsam im Glauben zu bleiben."

Der Heilige Maximilian und Passau

In Bischofshofen im Pongau ließ der Salzburger Bischof Rupert (um 650- 718) eine Mönchszelle und eine Kirche zu Ehren des heiligen Maximilian erbauen. Die Reliquien des hier um das Jahr 720 verehrten Bischofs waren wohl bei dem Auszug aus der Heimat mitgebracht worden - wie es auch für den heiligen Severin belegt ist. Diese Reliquien konnten manche Stürme überstehen, denen die Kirche im Pongau durch heidnische Slawen ausgesetzt war und wurden von König Karlmann (um 830-880) um 878 in das von ihm gegründete Stift Altötting überführt. Der Passauer Bischof Pilgrim (971-991), der den Besitz des Stifts erlangte, ließ die Gebeine des Heiligen um 985 in die Domkirche nach Passau überführen. Die Reliquien des heiligen Maximilian haben seit 1687 einen Platz an einem Seitenaltar des Passauer Doms gefunden. Dargestellt wird der Heilige als Bischof mit Buch und Schwert, Hinweise auf sein Amt und sein Martyrium.