Was der Kräutersegen am Fest Mariä Himmelfahrt bedeutet


Datum: 
13.08.2010

  Passau/Altötting (iop). In der Ostkirche wird auf den Ikonen bis heute der Tod Mariens dargestellt. Die Apostel stehen um ihr Sterbebett. Im Hintergrund hält Jesus die Seele seiner Mutter in der Hand. Ein Bild unendlicher Hoffnung. Der Tod beendet das Leben nicht. Christus steht in der Sterbestunde bei. Auf den Menschen wartet der Himmel. Entsprechend wird das große Fest der katholischen Kirche am 15. August seit fast 1400 Jahren gefeiert. Papst Pius XII. hat im Jahr 1950 diese uralte Glaubenstradition im Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel bestätigt und festgeschrieben. Deswegen auch der liturgisch richtige Name für das Fest: „Mariä Aufnahme in den Himmel“.

Die Kräuterbuschen, die landauf, landab bei den Gottesdiensten gesegnet werden, sollen Zeichen für das Leben sein. Sie sollen den Menschen im irdischen Alltag ein wenig himmlischen Duft vermitteln. Auch ein modern gesagt ganzheitlicher Hinweis auf das Heil von Gott her. Den Hintergrund bildet eine fromme Legende: Die Apostel und Jünger Jesu sollen drei Tage nach der Bestattung Marias die Gruft leer aufgefunden haben und dafür eine Fülle von Blumen und frischen Kräutern.

Für die lebensmutigen Grundaussagen des katholischen und orthodoxen Festtages hält die Tiefenpsychologie eine interessante Einschätzung parat. Carl Gustav Jung nennt es „eine geniale Antwort der Kirche auf das weit verbreitete Lebensgefühl des Nihilismus“.

Mariä Himmelfahrt ist derzeit noch der einzige staatlich gebotene Marien-Feiertag im Jahr. 56 Pfarr- und Nebenkirchen im Bistum Passau feiern an diesem Tag ihr Patrozinium - das Namensfest der Kirche - darunter auch die Gnadenkapelle in Altötting. In vielen Marienwallfahrtsorten, wie etwa in Altötting, ist „Mariä Himmelfahrt“ ein großer Wallfahrtstag.