Bischof Wilhelm Schraml bittet Opfer von Missbrauch um Verzeihung - Ehemaliger Oberstaatsanwalt ist künftig im Bistum Passau bei Missbrauchsfällen beigeordnet


Datum: 
15.03.2010

Unsere Kirche durchlebt derzeit schwere Stunden. Auch im Bereich des Bistums Passau hat es Fälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalt gegenüber Kindern oder Schutzbefohlenen gegeben. Das erfüllt mich persönlich mit Scham und Empörung.

Zu Recht kann man von der Kirche erwarten, dass sie alles unternimmt, um solche Taten zu verhindern und aufzuarbeiten. Wir werden alles daran setzten, für Aufklärung zu sorgen.

Ich drücke den Opfern mein tief empfundenes Mitgefühl aus. Ich kann die Opfer von sexuellem Missbrauch und von brutalen Handlungen, nur um Verzeihung bitten. Eventuell weiter Geschädigte möchte ich bitten, sich zu melden.

Wir gehen allen Hinweisen konsequent nach. Dazu dient uns auch die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft.

Wir stellen ab sofort dem Bischöflich Beauftragten für Missbrauchsfälle im Bistum Passau, Prälat Ludwig Limbrunner, und der Justiziarin, Antonia Murr, einen externen Fachmann zur Seite. Mit dem früheren Passauer Oberstaatsanwalt Wolfgang Neuefeind als Beigeordneten sollen strafrechtlich relevante Tatbestände aufgedeckt und schonungslos verfolgt werden. Dies mit größtmöglicher Transparenz und Null Toleranz gegenüber sexuellem Missbrauch.

Ich danke all jenen, die uns in diesen schwierigen Tagen treu zur Seite stehen und solidarisch zu ihrer Kirche stehen. Ich danke besonders jenen Menschen, die in diesen Stunden, für die Opfer beten. Ich bitte um Begleitung im Gebet aber auch für unsere Kirche, für die Priester und Ordensleute, die in Treue, Verantwortungsbewusstsein und mit großer Überzeugungskraft ihren Dienst tun, sowie ihre selbst gewählte Lebensform, den Zölibat, leben.

Wilhelm Schraml
Bischof von Passau