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Bewegt vom Suizid eines nahen Menschen


Datum: 
15.03.2017

Gedenkstunde in der Krypta der Abteikirche Schweiklberg

 

 

v.l.: Die Harfenistin Caroline Schmidt-Polex; Pfr. Alexander Schlierf und Stadtpfarrer Lothar Zerer in der Krypta der Abteikirche Kloster Schweiklberg Vilshofen bei der ökumenischen Gedenkstunde „Stille, Gebet, Erinnerung an Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben.“

„Für einen lieben Arbeitskollegen, der vor wenigen Wochen seinem Leben selbst ein Ende bereitet hat, habe ich heute eine Kerze angezündet und gebetet. Er war so erfolgreich, hatte eine glückliche Familie und Kinder, … ich versteh´ s nicht!“ mit diesen Worten kam ein Mann ins Gespräch beim Gedankenaustausch im Gästehaus St. Benedikt des Schweiklberger Klosters. Das Referat Trauerpastoral vom Bischöfliche Seelsorgeamt Passau, die Notfallseelsorge, der katholische Pfarrverband Vilshofen und die evangelisch-lutherische Gemeinde Vilshofen laden jährlich vor dem 2. Fastensonntag zu einer ökumenischen Gedenkstunde für Menschen ein, die sich selbst das Leben genommen haben.  Nahe Angehörige, Freunde und Nachbarn wurden zu dieser Feier willkommen geheißen. Sie waren aus dem ganzen Bistum zusammengekommen.

Domkapitular Gerhard Auer vom Referat Trauerpastoral ging in seiner Begrüßung auf das Wort „Stille“ ein. Da werde Raum gegeben für die bleibende Liebe, sagte er. Monika Winter und Josef Adler lasen die Geschichte vom Sandkorn in der Muschel, welches zunächst „Sand im Getriebe“ sei und sich dann doch zu einer wertvollen Perle verwandle. Pfarrer Alexander Schlierf las aus dem Propheten Jesaja die Stelle „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.“ Thomas Weggartner stellte die Bibelbotschaft in Zusammenhang zur Geschichte „Das Wunder der Perle“.  „Wir stellen unsere Gedanken, Fragen und Hilferufe in das Licht Gottes“ sagte Walter Sendner und lud die Anwesend ein, ein Kerzenlicht zu entzünden. „Das Licht Gottes ist ein mildes, warmes, nachsichtiges Licht, das uns Geborgenheit und Versöhnung schenken will“, sagte der Vilshofener Stadtpfarrer Lothar Zerer und leitete zum gemeinsamen „Vater unser“ über. Alle dürften Gott „Vater“ nennen, die Großen und die Kleinen, die Reichen und die Armen, die Lebensmutigen und Lebensmüden, die sichtbar Lebendigen und die unsichtbar Anwesenden, sagte er. Die Harfenistin Caroline Schmidt-Polex füllte mit meditativer Saitenmusik wohltuend den Raum der Krypta zwischen den Texten.

Zu einem Gedankenaustausch und zur leiblichen Stärkung trafen sich die Gekommenen anschließend im Gästehaus St. Benedikt des Schweiklberger Klosters. „Vergessen kann ich´s und will ich´s nicht“, sagte eine Frau, „aber ich will´s in ein würdiges Gedenken bringen und dazu hilft mir so ein Ritual wie heute sehr. Danke, allen die es gestalteten!“

 

„In der Stille werde Raum gewonnen für die bleibende Liebe,“ sagte Domkapitular Gerhard Auer vom Referat Hospiz- und Trauerpastoral des Bischöflichen Seelsorgeamts Passau bei der Begrüßung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text/Fotos: Walter Sendner