Stichwort: Fastenzeit


Datum: 
16.02.2010

Fasten heißt: Die Balance finden im Leben und auf der Waage

Der Gürtel drückt, das Hemd spannt. Die Waage zeigt gnadenlos nach oben. Zeit für einen radikalen Entschluss: Eine Schlankheitskur muss her! Aber welche? Die Ananas-, Kiwi- oder die Sauerkrautdiät? Wem das alles nicht so recht munden will, kann auch mit Trinken schlanker werden. Traubenkur, Molke oder Stutenmilch. Hungern gehört beinah zum guten Ton. Wer nur kleine Sticks geraspelten Gemüses zu sich nimmt und über seine Erfahrungen der Leere berichtet, kann sich des Interesses seiner Mitmenschen sicher sein.

Mit Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Auch eine Zeit, um gezielter auf die Balance zu achten. Nicht nur auf der Waage. Das Gleichgewicht gilt es auch im Leben wieder zu entdecken. Das Fasten soll zu einer neuen Einstellung gegenüber sich selber und vor allem gegenüber Gott führen. Fasten bedeutet auch, hinzuschauen auf das, was wir täglich brauchen oder eben nur vermeintlich brauchen; sich auf das Eigentliche im Leben zu konzentrieren. Und Fasten heißt, sich solidarisch dem Nächsten zuwenden. Die Kirche kennt Fasten seit alters her als Heilmittel gegen Krankheiten und als Weg zu innerer Freiheit. Fasten ist keine Null-Diät, sondern der Versuch, sein Leben neu auszurichten und die oft so festgefahrenen Verhaltensmuster unter die Lupe zu nehmen.