Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Aschermittwoch im Dom St. Stephan
Passau (iop). Am Abend des Aschermittwoch, 17. Februar, feierte Bischof Schraml um 19.00 Uhr ein Pontifikalamt im Dom und eröffnete damit die Fasten- und österliche Bußzeit.
Dabei sagte der Bischof:
"Das Gebet zur Aschenweihe gibt uns die Antwort, warum wir uns zu diesem Gottesdienst versammelt haben: um das Aschenkreuz zu empfangen, um die heiligen 40 Tage in rechter Gesinnung zu begehen und damit wir das Osterfest mit geläutertem Herzen feiern können.
Wir empfangen das Aschenkreuz:
Wir empfangen es in der Form des Kreuzes. Beides ist wichtig: Asche und Kreuz. Asche ist das Zeichen des Todes: „Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ Das ist die Wirklichkeit unseres Lebens. Wir sind Staub und kehren zum Staub zurück. Das Kreuz ist das Zeichen des Lebens, der Hoffnung. Durch das Kreuz, an dem der Herr für uns gestorben ist, werden wir durch den Staub hindurch in das Leben Gottes gerettet. „Wir sind durch Christus vom Tod ins Leben hinübergegangen“ (1 Joh 3,14). Wir sind Menschen des Todes. Seit unserer Geburt gehen wir dem Tod entgegen. Wir sind aber auch Menschen der Erlösung, die im Zeichen des Kreuzes Leben empfangen. Wir dürfen mit Paulus bekennen: „Dank sei Gott: durch Jesus Christus“ (Röm 7,24): „Er wird unseren armseligen Leib verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes.“ (Phil 3,21).
Das Gebet zur Aschenweihe sagt:
Wir sollen die Fastenzeit beginnen in der rechten Gesinnung. Was das heißt, haben wir in der Lesung aus dem Propheten Joel gehört: „Bekehrt euch zum Herrn von ganzem Herzen!“
Fastenzeit ist Kehrtwendung, vom Vergänglichen zum Ewigen, vom Nichtigen zum Eigentlichen, von den selbsternannten Götzen zum allheiligen Gott. Fastenzeit ist Umkehr und Heimkehr, Heimkehr aus der Verlorenheit zum Vater: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“ (Lk15,18). Der Empfang der österlichen Sakramente, vor allem der hl. Beichte, will uns bereit machen für das Wort des auferstandenen Herrn: „Ich lebe, und auch ihr sollt leben“ (Joh 14,19).
Das alles tun wir, um das Osterfest mit geläutertem Herzen zu feiern:
Alle unsere Fastenübungen: unser Verzicht, unsere Hinwendung zum Nächsten, unser Beten, unsere Buße und Beichte, unsere gläubige Mitfeier der hl. Eucharistie sind für uns Christen niemals Selbstzweck. Sie haben den einen Sinn: damit wir beim österlichen Sieg Christi über den Tod dabei sein können, damit wir frei werden für das neue Leben, das uns Ostern verheißt. Der Wettkämpfer, der siegen will, kommt um das Training der Fastenzeit nicht herum. Lasst uns in dieser Gesinnung nun das Aschenkreuz empfangen."
Das Aschenkreuz, das die Gläubigen bei diesem Gottesdienst empfingen, ist ein Zeichen für die Umkehr und Zeichen dafür, dass Gott im Leben der Menschen Platz findet. Augenfällig wird der Bußcharakter der 40-tägigen Fastenzeit in den Kirchen: der Blumenschmuck wird weniger, die Priester und die Ministranten tragen violette Gewänder. In den Gottesdiensten entfallen die feierlichen Gloria- und Hallelujagesänge. Neben den Messfeiern werden Bußandachten angeboten. Kreuzwegandachten gebetet, Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich zu meditativen Früh- und Spätschichten. Mit der großen Kollekte „Misereor“ sammeln die Katholiken Geld für die Entwicklungshilfe.





