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Maria Lichtmess und Darstellung des Herrn


Datum: 
02.02.2010

Längst ist Weihnachten vorbei. Kein Lämpchen glüht mehr in den Vorgärten. Christbäume sind längst entsorgt. So schnell die Weihnachtsdeko in Straßen kommt, so schnell ist sie kurz nach Neujahr wieder verräumt. Das Kirchenjahr ist da geduldiger; modern gesagt, „entschleunigt“. In den Kirchen hält man noch aus, dass mit dem Fest „Darstellung des Herrn“, besser bekannt als „Maria Lichtmess“ erst nach 40 Tagen die Weihnachtszeit endet. Mit dem Fest sind traditionell Kerzenweihen und Lichterprozessionen verbunden. Besondere Bedeutung hatte der „Lichtmess-Tag“ einst im bäuerlichen Jahr. Knechte und Mägde erhielten an diesem Tag den Jahreslohn und konnten den Dienstherren wechseln.

Das Fest knüpft an den Bericht im Lukasevangelium, nach dem Jesus, wie alle jüdischen Erstgeborenen, kurz nach der Geburt von seinen Eltern in den Tempel gebracht und durch ein Opfer dem Herrn „dargestellt“ wurde. Zudem brachte Maria an diesem Tag ein Reinigungsopfer dar, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Die Bibel berichtet in diesem Zusammenhang auch von der Begegnung mit dem greisen Simeon, der Jesus als Messias erkennt, auf den er gewartet hat.

Simeon preist Gott dafür und erklärt sich nunmehr zum Sterben bereit. Dieser Text fand entsprechend seinem Beginn in Latein als „Nunc dimittis“ Eingang in die Liturgie. Es ist mit seiner Dank- und Abschiedsstimmung das große Nachtgebet der katholischen Kirche. Tag für Tag wird es beim Stundengebet in der Komplet gesprochen.