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Bischof Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet


Datum: 
02.09.2013

Dompropst Hans Striedl gibt Entscheidung dem Passauer Domkapitel bekannt.
Dank für außerordentlichen Einsatz über die Altersgrenze hinaus

Papst Franziskus hat Bischof Wilhelm Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet. Das wurde am Montag, 2. September, dem Passauer Dompropst, Hans Striedl, aus dem Vatikan mitgeteilt.

Das Domkapitel zum Hl. Stephan muss nun innerhalb von acht Tagen, wie es im Kirchenrecht heißt, einen Diözesanadministrator wählen. Dompropst Hans Striedl hat das Passauer Domkapitel entsprechend informiert.

Der Diözesanadministrator leitet das Bistum bis ein neuer Bischof „von der Diözese Besitz ergriffen“ hat, wie das Kirchenrecht formuliert. In der Zeit der Sedisvakanz darf nach dem Kirchenrecht in der Diözese nichts Wesentliches geändert werden. Dompropst Hans Striedl: „Wir hoffen, dass diese Übergangslösung nur von kurzer Dauer ist“.

Bischof Schraml hatte 2010 zum 75. Geburtstag Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten. Benedikt XVI. hat das Angebot zum Amtsverzicht damals nicht angenommen. Wilhelm Schraml blieb bis zum 1. Oktober 2012 Bischof von Passau. Zu diesem Datum nahm Papst Benedikt XVI. den Amtsverzicht von Bischof Wilhelm Schraml an und ernannte ihn zum "Apostolischen Administrator des Bistums Passau". Als solcher leitete er "mit allen bischöflichen Rechten und Pflichten" die Diözese Passau. Vor wenigen Wochen hat Bischof Schraml seinen Altersruhesitz in Altötting bezogen.

 

Dompropst Hans Striedl:

„Wir danken Bischof Schraml für den außerordentlichen und kräftezehrenden Einsatz weit über die vorgesehene Altersgrenze hinaus. Er hat bis August unendlich viele Termine wahrgenommen. Unermüdlich war er unterwegs zu den Menschen im Bistum Passau.
Angesichts der Hochwasserkatastrophe hat sich der Bischof in den vergangenen Monaten mit großem Engagement für die Flutopfer eingesetzt, hat eine große Spendenaktion initiiert und persönlich den Menschen in Not beigestanden.
Das Bistum Passau ist Bischof Wilhelm Schraml zu großem Dank für seine aufopferungsvolle Hirtensorge verpflichtet. Er hat die Kirche mit Kraft auf dem Weg in das Dritte Jahrtausend geleitet.
Entsprechend seiner klaren und kompromisslosen Option für Jesus Christus als den gekreuzigten und auferstandenen Herrn hat er diesen den Gläubigen als die Mitte des Glaubens verkündet. Er hat sie hingeführt zum Zentrum allen kirchlichen Lebens, zur Feier der Eucharistie und zu den Sakramenten. Er hat damit Wege eröffnet, damit die Kirche in unserer Diözese heute und in Zukunft ihre Aufgabe zum Heil der Menschen und der Welt erfüllen kann“.

 

Bischof Wilhelm Schraml:

„Jesus Christus als den Herrn verkündigen"

Die Liebe zu Christus und die Liebe zur Kirche sind für Bischof Schraml die theologischen Grundlinien gemäß seinem Wahlspruch „Jesus Christus als den Herrn verkündigen". Er wurde 2001 zum Bischof von Passau ernannt und leitete ab 23. Februar  2002 als 84. Bischof das Bistum. Der gebürtige Erbendorfer (Oberpfalz) wurde 1961 zum Priester geweiht, kam 1983 in das Domkapitel, war ab 1986 Weihbischof in Regensburg und unter anderem als Bischofsvikar für die caritativen Werke verantwortlich.  Für Wilhelm Schraml, am 26. Juni 1935 geboren, war sein erklärtes Programm als Bischof von Passau: "Jesus Christus gilt es darum immer neu kennen zu lernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt". Im "Jahr des Glaubens" hat der Apostolische Administrator eine "Erneuerung der Kirche" gefordert, die sich am Bekenntnis zu Jesus Christus orientiere. Die zentrale Begegnung mit Christus in der Eucharistie war und ist entscheidend für ihn.

Als Mitglied der liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz war ihm die würdige Gestaltung der Gottesdienste enorm wichtig. Sein Einsatz für die Kirchenmusik war erst vor wenigen Wochen mit der Verleihung der Ambrosius-Medaille gewürdigt worden. Die Sorge um Nachwuchs bei Priestern und Ordensleuten gehörte ebenfalls zu den pastoralen Schwerpunkten. Zu den herausragenden Momenten seines bischöflichen Wirkens im Bistum Passau zählt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Altötting im September 2006.

Eines ist ihm in all den Jahren seines priesterlichen Dienstes klar geworden: "Nachfolge Christi gibt es nur unter dem Kreuz". Das hat, wie er weiß, viele Namen. Manchmal drückt es ein wenig, manchmal schwerer. Das musste der Bischof immer wieder erleben. Ausweichen kann man nicht. Aber, das hat er genauso immer erfahren dürfen: "Wenn es schwer wird, ist ‚ER’ es, der mitträgt". Der Glaube war und ist ihm eine sichere Basis.

Wolfgang Duschl

 

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Erklärung des Diözesanrates
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