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Katholische und evangelische Kirche: Miteinander im Gespräch bleiben, Gemeinsames erkennen und pflegen


Datum: 
20.01.2017

500 Jahre Reformation, 500 Jahre Glaubensleben neben- und miteinander - Dr. Hannelore Putz erklärt, warum der Markt Ortenburg ein wichtiger Begegnungsort zwischen evangelischem und katholischem Glauben ist.

 

Ortenburgs Geschichte als „Ausnahme“ im "katholischen Südostbayern“ begann mit dem Reichsgrafen Joachim. Er war glühender Anhänger des lutherischen Glaubens. Heute ist die Ökumene in der Marktgemeinde lebendig. Dr. Hannelore Putz, stellvertretende Leiterin des Diözesanarchivs, und Johannes Hofer, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Ortenburg, zeigen im Beitrag Verbindungen der Geschichte in die Gegenwart:

 

 

 

 

Ökumenischer Auftaktgottesdienst zum gemeinsamen Reformationsgedenken 2017 unter dem Leitwort: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“

 

2017 sind es 500 Jahre her, dass Martin Luther seine Thesen an die Kirche zu Wittenberg schlug. Ein Ereignis von großer Bedeutung und Auswirkung für die katholische und evangelische Kirche. Erstmals in der Geschichte wollen die beiden Kirchen gemeinsam dieses Ereignis gedenken und feiern. Im Bistum Passau findet ein ökumenischer Auftaktgottesdienst der katholischen und evangelischen Kirche zum gemeinsamen Reformationsgedanken 2017 in der Pfarrkirche St. Paul in Passau statt. Der Gottesdienst steht unter dem Wort: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“. Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Dr. Wolfgang Bub, Dekan des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Passau, und Domkapitular Msgr. Manfred Ertl, der Ökumenebeauftragte des Bistums Passau, feiern am Freitag, 27. Januar, gemeinsam den Gottesdienst. Die Predigt hält Dekan Bub. Beginn ist um 19 Uhr. Anschließend besteht im Festsaal St. Valentin die Möglichkeit zu Begegnung und Austausch.

 

 

Bischof Dr. Stefan Oster SDB ist sich sicher:
„Wenn wir miteinander im Gespräch bleiben, aber vor allem auch im Gebet; wenn wir uns miteinander immer wieder vergewissern, dass Christus selbst Weg, Wahrheit und Ziel und die Mitte von allem ist; wenn wir um seinen Heiligen Geist bitten, uns zu führen und immer wieder auch zu korrigieren, dann werden wir auch weitere Schritte zur Einheit finden und gehen“. (aus der Predigt zu „50 Jahre Dekret „Unitatis redintegratio“)

 

Ökumenische Begegnungen im Reformationsgedenkjahr

Gerade im Jahr 2017 rückt die Ökumene mehr denn je in den Focus. Im Reformationsjahr finden unter den drei Säulen „Auf den Spuren der Reformation“, Zeitzeugentreffen“ und „Die Reformation aus katholischer Sicht“ verschiedenste ökumenische Veranstaltungen im Bistum statt. Der Bogen spannt sich über Begegnungen und Austausch, Musikevents, Kunst und Aktionen, Filmabende bis hin zu Reisen und Pilgerwanderungen, Gebet und Gottesdienste. Nähere Informationen unter www.oekumene.bistum-passau.de.

 

Worte zur Ökumene in Passau  


Wolfgang Bub
, Dekan des Evangelisch - Lutherischen Dekanatsbezirkes Passau, zum Thema Ökumene aus evangelischer Sicht:

Ökumene gehört von Anfang an untrennbar zur Kirche. Sie bewahrt davor, nur sich selbst im Blick zu haben und trägt zum Reichtum der Kirche bei.
Ökumene wird heute u. a. konkret in weltweiten Kontakten und in Begegnungen zwischen den verschiedenen Kirchen vor Ort. Das Reformationsjubiläum 2017 ist auch eine Chance für die Ökumene im Bistum und Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Passau. Es geht darum, miteinander auf Christus und sein Wort zu schauen. Dieser Blick auf Christus gehörte zu den zentralen Anliegen Martin Luthers. Es geht darum, Gemeinsames noch mehr zu erkennen und zu pflegen. Nur so werden wir unserem Auftrag gerecht.
Und es geht auch darum, in vielen Unterschieden nicht vorrangig eine Spaltung, sondern einen Reichtum der Kirche zu erkennen und voneinander zu lernen. So freue ich mich auf vielfältige und intensive ökumenische Begegnungen im Reformationsjahr 2017.
www.reformationsjubiläum-passau.de
 


Msgr. Manfred Ertl,
Domkapitular und Ökumenebeauftragter im Bistum Passau zum Thema Ökumene aus katholischer Sicht:

"Katholiken und Lutheraner haben so viele Gemeinsamkeiten im Glauben, dass sie gemeinsam dankbar sein können." Ermutigt durch das Zweite Vatikanische Konzil, "anerkennen und hochschätzen die Katholiken mit Freude die wahrhaft christlichen Güter aus dem gemeinsamen Erbe, die sich bei den von uns getrennten Brüdern finden.
In diesem Geist umarmen sich Katholiken und Lutheraner einander als Schwestern und Brüder im Herrn. Miteinander freuen sie sich an den wahrhaft christlichen Gaben, die beide auf unterschiedliche Weise durch die Erneuerung und die Impulse der Reformation empfangen oder wiederentdeckt haben. Diese Gaben sind der Grund für ihren Dank

 

 

500 Jahre Reformation

Der Reformator Martin Luther schlug am 31. Oktober 1517 der Legende nach an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen gegen den Ablassmissbrauch. Dieser Thesenanschlag gilt als Auftakt zur Reformation. Ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung, das enorme Auswirkungen und Veränderungen nicht nur auf die evangelische und katholische Kirche hatte, sondern auch auf Politik, Kultur und Gesellschaft und diese auch bis heute prägt. 2017 jährt sich nun der Tag zum 500. Mal. Das Reformationsjubiläum wird in ganz Deutschland gefeiert. Erstmals in der Geschichte der getrennten Kirchen werden die Erinnerungen an den 500. Jahrestag der Reformation die katholische und evangelische Kirche in ökumenischer Gemeinschaft feiern.

 

 

 

Ökumene-Kommission im Bistum Passau

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, insbesondere nach der Veröffentlichung des Konzilsdekretes über den Ökumenismus im Jahre 1964, hat sich in der Katholischen Kirche die Einstellung zu den anderen Konfessionen verändert. Im Jahr 1968 wurde durch Bischof Simon Konrad Landersdorfer die bischöfliche Ökumene-Kommission im Bistum Passau gegründet. Zusammen mit dem Bischöflichen Beauftragten hat die Ökumene-Kommission die Aufgabe, den geistlichen Ökumenismus gemäß dem Dekret zu fördern und innerhalb der Diözese den Gedanken der Ökumene wachzuhalten. In der Diözese Passau ist gerade Ökumene-Arbeit im Kloster Niederalteich von besonderer Bedeutung. Der jetzige Altabt Pater Emmanul Jungclausen war selbst evangelischer Christ und konvertierte. Er war als Seelsorger für Konfessionsehen im ganzen Bistum unterwegs und hat erste ökumenische Trauungen vollzogen. Als Bischöfliche Kommission ist die Ökumene-Kommission bis heute ein beratendes Organ des Bischofs. Sie setzt sich zusammen aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistums Passau mit intensiven Kontakten zu getauften Geschwistern aus anderen Konfessionen und viel Erfahrung in der ökumenischen Arbeit.
>>>>Mehr Informationen dazu: http://www.bistum-passau.de/aktuelle-meldungen/25/10/2016/oekumene-kommi...
 

Ökumene

Das Wort Ökumene kommt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich „die bewohnte Erde“ Inzwischen ist Ökumene die Bezeichnung für eine Einheitsbewegung, die alle christlichen Kirchen umfassen will, um ihren Glauben gemeinsam zu leben. Damit wollen die Christen auch zeigen: eigentlich gehören wir zusammen. In überdiözesanen und völkerumspannenden Gremien werden die Ursachen der Kirchenspaltungen und die Möglichkeiten ihrer Beseitigungen erörtert. Auf der Ebene der Diözesen und Gemeinden bemühen sich die getrennten Kirchen um besseres Verständnis und um praktische Zusammenarbeit, besonders im caritativen Bereich. Besonders geht es vor allem um drei Dinge:
•    die weltweite Einheit der Christen
•    den universalen Dienst der Christen an der Welt und
•    das Bemühen der Christenheit um die Einheit der Menschheit.
 

 

Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen
Gemeinsame Texte

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland haben aus Anlass von 500 Jahren Reformation das Domument "Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen. Gemeinsame Texte" erarbeitet. Das Dokument wurde vorgestellt vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In dem Gemeinsamen Wort wird das Bestreben um Versöhnung und um Dialog in den Kontext der gewachsenen ökumenischen Gemeinschaft gestellt.  >>>>Hier können Sie das Dokument downloaden
 

 

 

 

 

Fotos: Bild St. Matthäus-Kirche © Bild: Peter Geins, restliche Fotos: pbp