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Bischof ernennt zehn neue Dekane


Datum: 
22.12.2009

Zukunft der Seelsorge in den Pfarrverbänden sichern

Ordinariatsrats- und Dekanekonferenz berät über anstehende Reformschritte – „Strukturen mit Leben füllen“- Bischof sichert den 285 Pfarreien Bestehen zu – Caritas braucht dringend zeitgemäße Satzung

 Passau (iop). Die zehn neuen Dekane im Bistum Passau haben sich mit Bischof Wilhelm Schraml, Generalvikar Dr. Klaus Metzl, den Domkapitularen und Ordinariatsräten über die Zukunft der Seelsorge abgestimmt. Bei der gemeinsamen Sitzung von Sonntag, 7., bis Mittwoch, 10. Februar, berieten sie über die Nachjustierung der Pfarrverbände in den neu gebildeten Dekanaten. Bis 2012 soll dies abgeschlossen sein.

Generalvikar Dr. Metzl: „Entscheidend ist es, die Strukturen mit Leben zu füllen“. Ziel sei das Zusammenwachsen in den Pfarrverbänden und das Miteinander im Glauben. Die abnehmende Zahl der Priester, so der Generalvikar, dürfe nicht zur Resignation führen. Vielmehr müsse jetzt die Seelsorge inhaltlich neu organisiert werden. Prälat Klaus Metzl sieht darin auch eine Chance. „Wir müssen zum Eigentlichen kommen, nämlich zum sakramentalen Leben, das wir in jeder Pfarrei sicherstellen wollen“. Bischof Schraml kündigte für den Beginn der österlichen Bußzeit einen Hirtenbrief an, der die Zukunft der Diözese Passau in den Blick nimmt.

Nach der Konferenz liegt nun ein autorisiertes Arbeitspapier zur Zukunft der 285 Pfarreien vor, von denen laut Bischof Schraml keine aufgelöst werden soll. Gleichzeitig will der Oberhirte dafür sorgen, dass etwa die Feier der Eucharistie, die Spendung der Sakramente in den Pfarrverbänden gewährleistet ist. In einem ersten Schritt wird der Generalvikar mit dem autorisierten Arbeitspapier bereits in den kommenden Wochen zu Gesprächen in die Dekanante kommen und die Pfarrer vor Ort um ihre Einschätzung bitten. Als zweiter Schritt werden dann die Dekanatsräte informiert, die sich nach den Pfarrgemeinderatswahlen am Sonntag, 7. März, neu bilden. Damit soll sichergestellt sein, dass sich viele an diesem Prozess beteiligen können. Bis 2012 soll dann das neue Pfarrverbandsstatut stehen. Entsprechend wird ein qualifizierter Personalplan erarbeitet.

In diesem Zusammenhang diskutierte die Konferenz auch über den Modellversuch eines „Gesamtpfarrgemeinderates“. In den Pfarrverbänden Simbach am Inn, Eichendorf, Rotthalmünster und Waldkirchen werden bereits jetzt gemeinsame Gremien gewählt. Je nach Katholikenzahl können die einzelnen Pfarreien Vertreter in das gemeinsame Gremium entsenden. Jede Pfarrei ist mindestens mit drei Delegierten vertreten. Zudem gibt es jeweils einen Pfarreisprecher.

Ein weiteres Thema der Domkapitulare, Ordinariatsräte und Dekane war die Arbeit der Caritas. Der neue Direktor Dr. Wolfgang Kues informierte über die „außerordentlich ernsthafte Situation der stationären Altenhilfe“. Die private Konkurrenz, so Kues, mache mit ihrem zum Teil geringen Lohnniveau den kirchlichen Trägern sehr zu schaffen. Er empfahl dringend eine Absprache der insgesamt 16 kirchlichen Altenheime im Bistum Passau. Gleichzeitig empfahl der Direktor, die Kirche müsse in diesem sozialen Feld präsent bleiben. Deswegen sei das Miteinander von Caritas und Bistum so wichtig. Dies müsse sich auch in der Satzung des Diözesancaritasverbandes widerspiegeln, ergänzte Kues. In wenigen Wochen werde darüber abgestimmt. Kues: „Wir brauchen dringend eine zeitgemäße Satzung die den heutigen rechtlichen Gegebenheiten angepasst ist“. Sie müsse auch den geänderten ökonomischen und finanziellen Belangen Rechnung tragen.

Die Caritas stellte auch das Modellprojekt im Dekanat Hauzenberg vor. Dort wird entwickelt, wie die Träger von Kindertagesstätten auf Dekanatsebene durch einen gemeinsamen Koordinator entlastet werden können. Die rundherum positiven Erfahrungen von Waltraud Erb, Emmi Fisch und Erwin Seidl könnten für andere Dekanate Beispiel sein. 


Caritasdirektor Dr. Wolfgang Kues informierte über die Probleme bei den Altenheimen. (v.l.n.r.: Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, Bischof Wilhelm Schraml, Caritasdirektor Dr. Wolfgang Kues, Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner)

 

Bei einer Begegnung mit dem Ortsbischof von Regensburg, Dr. Gerhard Ludwig Müller, informierte sich die Runde über den Stand des ökumenischen Gespräches und grundsätzliche Entwicklungen in der Ökumene – von den Anglikanern über die Orthodoxen Kirchen bis hin zu den Zwinglianern. Der Ökumenebeauftragte der deutschen Bischöfe betont im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentages in München: dieser sei nicht das Forum für theologisch-dogmatische Grundsatzdebatten. Die Veranstaltung habe ihren Sinn darin, auf der Basis der großen Glaubensgemeinschaft, in einer säkularisierten Welt, „in der Menschen so oft am Leben zweifeln und Politik wie Gesellschaft, etwa in bio-ethischen Fragen oder wirtschaftlichen Problemfeldern, so eigene Wege gehen würden“, einheitliche christliche Positionen aufzuzeigen. Es gehe darum, aus dem gemeinsamen Glauben heraus ein klares Zeugnis in der Welt zu geben. Gleichzeitig dürfe die geistliche Dimension nicht vernachlässigt werden. Müller warnte davor den ÖKT allein an der Frage nach der Abendmahlsgemeinschaft messen zu wollen. Das Abendmahl habe nun einmal in der protestantischen Tradition einen anderen Stellenwert als die Eucharistiefeier bei Katholiken und orthodoxen Christen. Die Bedeutung der Feier der Eucharistie dürfe nicht relativiert werden, weil es aus katholischer Sicht dabei um das grundsätzliche Kirchenverständnis gehe. Die eucharistische Gemeinschaft könne erst nach vollendeter Kirchengemeinschaft erfolgen, sagte der Bischof und sprach von einer „Ökumene der Wahrhaftigkeit“, die sich auch bei Rückschlägen nicht vom Ziel abbringen lasse, nämlich die sichtbare Einheit. 


Zu Gast bei der Klausurtagung: der Regensburger Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller informierte über das ökumenische Gespräch. (v.l.n.r.: Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof Wilhelm Schraml, Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner, Dekan Martin Dengerl, Dompfarrer Helmut Reiner)

 

Der Seelsorgeamtsleiter Domkapitular Dr. Michael Bär stelle den Segnungsgottesdienst am Freitag, 12. März vor. Der Passauer Schulreferent, Dr. Hans-Peter Eggerl, informierte über die Aktion „Ja zum Kreuz in der Schule“. Während der Fastenzeit am Dienstag, 23. März, wollen sich dabei Schülerinnen und Schüler mit Kreuzen inhaltlich und gestalterisch beschäftigen. Der Hauptabteilungsleiter des Referates Ehe und Familie, Domkapitular Dr. Hans Bauernfeind, stelle den Tag der Ehejubilare am Sonntag, 26. September vor. Domkapitular Josef Fischer informierte über die Pastoraltagungen im Oktober 2010 zum Thema „Was verkündigen wir?“ und damit zur Frage der missionarischen Kirche. Kirchenrechtliche Informationen zur Ehepastoral gab der Offizial der Diözese, Domkapitular Claus Bittner.

Bei der Konferenz dankte Bischof Wilhelm Schraml Heinrich Blömecke, Alois Anetseder, Klaus Hoheisl, Wolfgang Keller, Bernd Kasper, die zusammen mit Franz Aicher, Hans Eder, Herbert Oberneder und Gotthard Würzinger zum Teil viele Jahre als Dekane aktiv waren.

Bekanntgegeben wurden die neuen Liturgie- und Schulbeauftragten der zehn Dekanate:

Dekanat Liturgiebeauftragter Schulbeauftragter
1. Dekanat Altötting Pfarrer Michael Witti Renate Gottschaller
2. Dekanat Freyung-Grafenau Pfarrer Erwin Jaindl Sabine Resch
3. Dekanat Hauzenberg Pfarrer Stefan Seibold    Alois Weber
4. Dekanat Osterhofen Pfarrer Emanuel Hartmann Josef Duschl
5. Dekanat Passau Pfarrer Johannes B. Trum Josef Wenninger
6. Dekanat Pfarrkirchen Pfarrer Adolf Ortmeier    Carola Weiner
7. Dekanat Pocking Pfarrer Christian Böck Walburga Hölzl
Maria Zimmermann
8. Dekanat Regen Pfarradministrator Christopher Fuchs Carola Schneid
9. Dekanat Simbach Pfarrer Bernd Kasper Monika Schwenke
10. Dekanat Vilshofen Pfarrer Lothar Zerer Michael Schwaighofer

 

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Bischof ernennt zehn neue Dekane

Sprecher und Koordinator der Priester, der Ständigen Diakone und kirchlichen Mitarbeiter

 Passau (iop). Wenige Wochen nach der Bildung der zehn neuen Dekanate im Bistum Passau hat Diözesanbischof Wilhelm Schraml die neuen Dekane ernannt. Auch deren Stellvertreter, die Prodekane, stehen fest. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Im entsprechenden Statut ist der Dekan „als Sprecher und Koordinator der Priester, der Ständigen Diakone und aller kirchlichen Mitarbeiter/Innen im Dekanat“ ausgewiesen. Deshalb nimmt er in der Diözese eine wichtige Schnittstelle ein. Die für die Diözese wichtigen Inhalte gelangen durch den Dekan sowohl zu den geistlichen Mitbrüdern als auch zu den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dekanat. Umgekehrt bringt er all das, was die Menschen im Dekanat bewegt, vor den Bischof.

Gleichzeitig hat der Dekan eine wichtige Funktion für die Einheit des Klerus im Dekanat und der Einheit gegenüber dem ganzen Presbyterium. Alle in der Seelsorge Tätigen soll er konstruktiv zusammen führen und ihnen eine spirituelle Begleitung ermöglichen. Über den Dekan werden auch Vertretungen, Aushilfen und der Bereitschaftsdienst in der Notfall- oder Krankenhausseelsorge organisiert. Wichtig ist auch, dass er die Geistlichen zu eigenen geistlichen Treffen einlädt, dann zu den Dekanatskonferenzen an denen die Laienmitarbeiter teilnehmen. Darüber hinaus sorgt er für theologisch-spirituelle Bildungsangebote.

Hier die zehn neuen Dekane und Prodekane:
1. Dekanat Altötting Günther Mandl, Altötting Heribert Schauer, Unterneukirchen
2. Dekanat Freyung-Grafenau Kajetan Steinbeißer, Grafenau Bruno Pöppel, Waldkirchen
3. Dekanat Hauzenberg Josef Tiefenböck, Hauzenberg Rudolf Kallmaier, Tittling
4. Dekanat Osterhofen Alfons Eiber, Lalling Heinrich Blömecke, Moos
5. Dekanat Passau Helmut Reiner; Domkapitular, Passau Thomas Brandl, Heining
6. Dekanat Pfarrkirchen Christian Kriegbaum, Landau Gerhard Auer, Arnstorf
7. Dekanat Pocking Martin Dengler, Rotthalmünster Gunther Drescher, Bad Griesbach
8. Dekanat Regen Josef Ederer, Regen Martin Prellinger, Zwiesel
9. Dekanat Simbach Alois Messerer, Simbach Bernd Kasper, Mitterskirchen
10. Dekanat Vilshofen Christian Altmannsperger, Fürstenstein Pater Witold Kuman, Aldersbach

 

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Interview mit Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl zur Dekanatsreform

  Passau. Die Neu-Aufteilung der Dekanate wird eine der wichtigsten Aufgaben für Generalvikar Prälat Dr. Klaus
Metzl im kommenden Jahr. Die derzeit 17 Dekanate werden zu 10 zusammengelegt, um die Seelsorge im Bistum Passau zukunftssicher zu machen. Was zu dieser Reform geführt hat und wie es nun konkret weiter geht, darüber spricht Generalvikar Dr. Klaus Metzl im Interview mit Bistumsblatt-Chefredakteur Wolfgang Krinninger.

Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl

 

Bistumsblatt: Mit der Dekanatsreform machen Sie sich nicht nur Freunde. Könnte man nicht darauf verzichten und so weitermachen wie bisher?
Dr. Metzl: Es gibt harte Fakten, um die wir nicht herum kommen: Die Diözese hat in den letzten zehn Jahren 45.000 Katholiken verloren. Das muss man sich vergegenwärtigen. Das ist eine Stadt fast so groß wie Passau und in etwa die Größe eines Dekanats. Da spielen Kirchenaustritte eine Rolle, die demographische Entwicklung und Umzüge. Auch wenn wir noch 170 aktive Priester in den derzeit 117 Pfarrverbänden haben, müssen wir auf diese Entwicklung eine gute Antwort finden.

Bistumsblatt: Was antworten Sie den Kritikern der Reform?
Dr. Metzl: Nun, es gibt letztlich durch den Druck der Fakten gar keine Alternative dazu. Wir müssen auch die Pfarrverbände den künftigen pastoralen Anforderungen angleichen. Es geht gar nicht anders. Ganz wichtig
ist mir aber, dass bei uns keine Pfarrei aufgelöst wird. Das unterscheidet unseren Reformweg von vielen anderen Bistümern in Deutschland. Denn oft genug sind es ja gerade die kleinen Pfarreien, die am aktivsten sind. Außerdem – und darauf weist auch unser Bischof immer wieder hin – muss die sakramentale Struktur der Gemeinden erhalten bleiben. Kirche lebt aus der Feier der Eucharistie. Solange wir jeden Sonntag die Eucharistie feiern können, lebt die Gemeinde. Es gibt also durchaus einen theologischen Zusammenhang, einen inneren Grund für die äußere Struktur.

Bistumsblatt: Hat die Dekanatsreform auch praktische Vorteile?
Dr. Metzl: Selbstverständlich. Es kommt dadurch zu einer Angleichung und Harmonisierung mit den politischen Gemeinden, den Schulämtern, den Kreiscaritasverbänden, den Jugendbüros und den Regionalkantoren. Es
entstehen regionale Zentren, die in etwa deckungsgleich sind mit bestehenden Verbänden. Was mir auch wichtig ist: Wir können durch die neuen Strukturen unsere Angebote stärker differenzieren, was sich sicher positiv
auf die Dekanate auswirkt.

Bistumsblatt: Wie geht es jetzt rein praktisch weiter?
Dr. Metzl: Das Statut für die Dekane kommt zum 1. Januar heraus. Darin steht, dass der Bischof die künftigen Dekane ernennt. Dazu werden ihm von den Wahlberechtigten drei Kandidatenvorschläge gemacht, aus denen der
Bischof einen auswählen kann. Diese Wahlen stehen jetzt an. Zum Frühjahr soll die Reform greifen.

Bistumsblatt: Steht in den Statuten auch etwas über die Aufgaben des Dekans?
Dr. Metzl: Der Dekan nimmt in der Diözese eine wichtige Schnittstelle ein. Wichtige Inhalte gelangen durch den Dekan zu den geistlichen Mitbrüdern und zu den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Umgekehrt bringt der Dekan auch all das, was die Menschen im Dekanat bewegt, vor den Bischof. Mindestens zweimal jährlich lädt der
Dekan allein die Geistlichen zu einer Recollection ein. Zu den Dekanatskonferenzen werden auch die Laienmitarbeiter eingeladen.

Bistumsblatt: Wie werden die Beteiligten vor Ort auf die Reform reagieren?
Dr. Metzl: Wir beschreiten einen neuen Weg. Da ist eine gewisse Unruhe anfangs ganz normal. Man muss sich erst einmal finden. Aber ich bin überzeugt, dass wir einen guten Weg
 

Das sind die Umrisse der neuen Dekanate im Bistum Passau.

 

Bitte dringend beachten: 

Ab sofort gilt für alle Texte auf den Onlineseiten der Diözese die Zahl: 10 Dekanate.
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