Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Etat 2010: 57,9 Millionen Euro für Seelsorge, soziale Dienste und Bildung
Gesamt 79,1 Millionen Euro – Finanzdirektor Dr. Sonnleitner muss mit Rückgang der Kirchensteuer rechnen und sparen
Passau (iop). Ein deutlicher Rückgang der Kirchensteuer zeichnet sich für das Jahr 2010 ab. Deshalb muss der Finanzdirektor der Diözese Passau, Dr. Josef Sonnleitner, sparen. Gegenüber dem Vorjahr wurde das Investitionsvolumen abgesenkt, die Maßnahmen streng analysiert. Nach wie vor haben Pfarrkirchen oberste Priorität. Noch kann der Haushalt für das begonnene Jahr mit seinen insgesamt 79,1 Millionen Euro ausgeglichen werden. „Aber“ so der Finanzdirektor, wir müssen die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2010 sorgsam beobachten und analysieren“. Im Falle erfordere dies grundsätzliche Überlegungen und strukturelle Veränderungen.
Den größten Teil der Einnahmen, 62 Millionen Euro (78,4 %), bringen die Kirchensteuerzahler auf. Der Staat vergütet Leistungen des Bistums in Höhe von 5,5 Mio. Euro (7,0 %). Weitere 6,5 Mio. Euro (8,2 %) werden aus Pfründen, Mieten oder Stiftungserträgen eingenommen. Dazu kommt der Zuschuss finanzstärkerer Bistümer in Höhe von 5,1 Mio. Euro (6,4 %), der strukturelle und regionale Unterschiede ausgleichen soll; der aber künftig ausläuft.
Ordinariatsrat Sonnleitner weiß um die angespannte Lage der privaten wie staatlichen Haushalte. Deswegen dankt er für den solidarischen Beitrag der Kirchensteuerzahler. Damit sei das Bistum mit seinen vielfältigen Diensten in der Lage, Menschen zu helfen, den Glauben zu vermitteln und beizutragen zu einem gelingenden Leben. Der Diözesansteuerausschuss, als beschließendes Gremium über den Bistumshaushalt, nimmt bei der Mittelzuweisung die entsprechende Kontrollfunktion wahr. „Auch damit ist sichergestellt, dass die Kirchensteuermittel sparsam, wirtschaftlich und sinnvoll verwaltet und eingesetzten werden“, betont der Finanzdirektor.
Von den Einahmen gehen mehr als 73 Prozent direkt in die zentralen Bereiche „Seelsorge“, „besondere Seelsorge“, „soziale Dienste“ und „Bildung“. Für die Seelsorge in den 117 Pfarrverbänden werden 29,7 Mio. Euro (37,5 %) aufgewandt.
Mit 7,3 Mio. Euro (9,2 %) begleitet das Bistum Menschen etwa in Krisenzeiten und persönlicher Not; mit der Ehe und Familienberatung, in der Telefonseelsorge oder Klinikseelsorge. Weitere 6,8 Mio. Euro (8,6 %) bringt das Bistum für Kindergärten oder Sozialeinrichtungen auf. In Kindergärten, -horte und -häusern finden mehr als 15000 Mädchen und Buben im Bistumsgebiet einen Platz.
Für Bildung, Kunst und Kultur bringt die Diözese 14,1 Mio. Euro (17,9 %) auf. Mit 22 allgemeinbildenden Schulen und Internaten in kirchlicher Trägerschaft sowie Bildungshäusern und Kultureinrichtungen fördert man damit gerade die Zukunft der jungen Menschen in der Region.
Kirchliches Wirken vor Ort bringt immer auch Verantwortung für die Kirchen und Gotteshäuser, für Pfarrheime und Jugendbegegnungsstätten mit sich. So werden für Baumaßnahmen an Kirchen und kirchlichen Gebäude im Gesamtetat 11,0 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Der Finanzdirektor sieht trotz der Drosselung der Mittel ein „starkes Signal für die heimische Wirtschaft in konjunkturschwachen Zeiten“.
Mit 4,8 Mio. Euro (6,1 %) stellt sich die Diözese der weltweiten Verantwortung für Menschen. Die Eine-Welt-Arbeit wird damit unterstützt, auch die nun schon 40-jährige Partnerschaft mit der brasilianischen Diözese Alagoinhas.
Mit 9,5 Mio. Euro (12,0 %) müssen zentrale Einrichtungen auskommen. „Wenn man hier die Zuschüsse für Pfarrgemeinde- und Dekanatsräte sowie den Diözesanrat mit einrechnet, sowie die Aus- und Fortbildung oder das Bistumsarchiv abzieht“ betont Dr. Sonnleitner, „sieht man, dass wir für die reine Verwaltung wirklich geringe Kosten haben“. Dies verdanke man auch einer wirklich engagierten Mitarbeiterschaft.
6,9 Mio. Euro (8,7 %) veranschlagt der Finanzdirektor für die Versorgung von Priestern der Diözese, die bereits im Ruhestand leben, aber noch tatkräftig in der Seelsorge mitarbeiten, und für den Unterhalt zentraler Stiftungsgebäude. Dazu kommt eine kleine Deckungsreserve.
Ein Dank den Kirchensteuerzahlern: Bischof Wilhelm Schraml (Mitte), Generalvikar Dr. Klaus Metzl (links) und Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner (rechts) sagen Vergelt`s Gott für die Solidarität.




