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4. Ökumenischer Zwischenruf zum Thema „Demokratie als Christenpflicht“


Datum: 
23.07.2017

„Demokratie als Christenpflicht“ – unter dieser Überschrift wenden sich die katholische und die evangelische Kirche von Passau rund zwei Monate vor der Bundestagswahl am 24. September gemeinsam an die Öffentlichkeit.

 

 

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Passau und die Evangelisch-Lutherische Dekanatssynode Passau wollen mit dem mittlerweile 4. Ökumenischen Zwischenruf darauf hinweisen: Demokratie ist ein wertvolles Gut, das es immer wieder zu verteidigen gilt.
„Gerade, weil wir Christen sind und aus der Bibel heraus unseren Glauben und unser Menschenbild begründen, müssen wir Demokratie als unsere ureigene Pflicht sehen“, stellte die stellvertretende Diözesanratsvorsitzende Angelika Görmiller bei der offiziellen Präsentation des Ökumenischen Zwischenrufs im Restaurant „Das Oberhaus“ in Passau heraus. Sie war Teil der sechsköpfigen Arbeitsgruppe, die für die Erstellung des Zwischenrufs verantwortlich war. Die Nachfolge Christi gebiete, die Grund- und Menschenrechte auf Unantastbarkeit der Menschenwürde, Meinungs-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit sowie auf Gleichheit zu schützen, so Görmiller. Weiterhin gehe es in dem Zwischenruf darum, die demokratischen Prinzipien zu achten und sie mitzutragen. Gewarnt wird dagegen davor, verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen oder einzelne auszugrenzen. Der Ökumenische Zwischenruf endet mit folgenden Worten: „Wir fordern daher alle Christen auf, sich mit dem Ziel eines friedlichen und menschlichen Miteinanders in unsere Gesellschaft einzubringen und an den demokratischen Wahlen in unserem Land teilzunehmen!“ Besondere Aufmerksamkeit soll der Zwischenruf dank einer eigens angefertigten Karikatur erfahren. „Die Karikatur ist einfach ein Blickfang. Man schaut hin, liest den Text eher und erinnert sich auch besser daran“, zeigte sich Dr. Ralf Krause, Vorsitzender der Dekanatssynode Passau, überzeugt. Die Zeichnung stammt aus der Feder des bekannten Karikaturisten Werner Tiki Küstenmacher und zeigt eine katholische und evangelische Kirche in vermenschlichter Form vor einer Wahlurne. Beide Kirchen tragen ein strahlendes Lachen im Gesicht – und sollen so vor allem die Freude, an den demokratischen Wahlen teilnehmen zu können, weitertragen, so Krause.

Die Idee, überhaupt gemeinsam einen Ökumenischen Zwischenruf zu entsenden, entstand vor vier Jahren. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als Christen gemeinsam in der Pflicht sind, in unsere Gesellschaft hineinzurufen und aktuelle Themen aufzugreifen – unabhängig von unserer Konfession“, erinnerte sich der Passauer Dekan Dr. Wolfgang Bub zurück. Und auch für den Diözesanratsvorsitzenden Wolfgang Beier ist der Zwischenruf Jahr für Jahr ein deutliches Zeichen dafür, „dass wir als Christen gemeinsam eine Stimme in dieser Gesellschaft erheben.“

 

Über den Dächern von Passau wurde der 4. Ökumenische Zwischenruf vorgestellt
(v.l.): Passaus Dekan Dr. Wolfgang Bub, die stellvertretenden Diözesanratsvorsitzenden Markus Biber und Angelika Görmiller, der Diözesanratsvorsitzende Wolfgang Beier, die stellvertretende Diözesanratsvorsitzende Dr. Hanna Seidl, Dr. Ralf Krause, Vorsitzender der evangelischen Dekanatssynode Passau, Peter Oberleitner, Geschäftsführer des Diözesanrats, sowie Dieter Martin, der stellvertretende Passauer Dekan.

 

 

Text/Foto: Mareen Maier