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Ein großer Verlust für die Kirche von Passau


Datum: 
25.01.2016

Bistum Passau trauert um herausragenden Domkapellmeister Gerhard Merkl

 

 

 

 „Mit Gerhard Merkl verlieren wir einen großen Musiker, einen beeindruckenden Organisten und Dirigenten unseres Bistums und einen tiefgläubigen und sozialen Menschen“, so Domdekan Dr. Hans Bauernfeind. In den letzten 15 Jahren habe Merkl einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Dommusik der Diözese, nicht zuletzt durch die von ihm geleiteten geistlichen Abendkonzerte, weit über ihre Grenzen hinaus bekannt und geschätzt wurde. Gerhard Merkl, der sowohl den Domchor als auch das Domorchester leitete, verstarb am Samstagabend, 23. Januar, nach schwerer Krankheit in einer Münchner Klinik. Er wurde gerade einmal 54 Jahre alt. 

 

Bischof Dr. Stefan Oster SDB zum Tod von Domkapellmeister Gerhard Merkl

"Ich habe Domkapellmeister Merkl zum ersten Mal im Kontext der Vorbereitung meiner Bischofsweihe kennen gelernt und war gleich erstaunt und begeistert über einen Mann, der die verschiedenen Vorschläge zur musikalischen Gestaltung dieser komplexen Feier sehr kreativ und qualitätsvoll begleitet und dann auch zusammen geführt hat. Seither war und bin ich immer wieder froh und auch stolz über die Qualität unserer Dommusik zum Lob Gottes; für mich immer wieder eine neue Entdeckung. Und unseren verstorbenen Domkapellmeister habe ich als das Herz dieser stets neuen Bemühung um Qualität verstanden. Menschlich und fachlich ist sein Tod ein großer Verlust für die Kirche von Passau".

 

Domkapellmeister Gerhard Merkl in Passau

Bevor ihn seine Wege nach Passau führten war Merkl Chordirektor der Münchner Stadtpfarrei „Zu den Heiligen Zwölf Aposteln“. Im Jahr 2000 trat er im Alter von 39 Jahren die Nachfolge von Prof. Joseph Werndl an. „Unserer Diözese hat er ein großes Vermächtnis hinterlassen“, erklärt Domdekan Dr. Hans Bauernfeind. Seit dem Jahr 2005 wird jährlich in der Weihnachtszeit im Stephansdom die „Passauer Pastoralmesse“ aufgeführt, die Gerhard Merkl eigens für die Dommusik und das Bistum komponierte. Die Messe wurde bereits live im Bayerischen Rundfunk übertragen und auch beim ZDF-Gottesdienst vor wenigen Wochen. Merkl war es ein großes Anliegen ein Werk zu schaffen, das geprägt ist von „fröhlicher Hirtenmusik“, wie er selbst sagte, mit „all den typischen Charakteren einer wirklichen Pastoralmesse“, unter Verwendung bekannter Weihnachtsmelodien. Merkl spannte einen Bogen zu Karl Kempter und Anton Diabelli. Der Domkapellmeister wollte seine Messvertonung „in der Tradition der für Süddeutschland und für den österreichischen Raum beliebten Pastoral- bzw. Hirtenmusiken“ verstanden wissen.

Auch die Nachwuchsförderung lag Gerhard Merkl besonders am Herzen. Er gründete im Jahr 2001 die Passauer Domsingschule, die er bis zu seinem Tod leitete. 

 

Zum Leben und musikalischen Wirken von Domkapellmeister Gerhard Merkl:

Geboren wurde Merkl am 28. Februar 1961 in Wallerstein im Kreis Donau-Ries, aufgewachsen ist er in Lauingen an der Donau. 

Von 1980 bis 1986 hat er an der Musikhochschule München die Hauptfächer Katholische Kirchenmusik und Chorleitung bei Fritz Schieri studiert. Im Laufe seiner Berufstätigkeit hat er mehrere Chöre gegründet und geleitet, darunter den Laimer Kammerchor München sowie das Laimer Kammerorchester, die mit Aufnahmen beim Bayerischen Rundfunk überregional bekannt wurden. Mit gerade einmal 23 Jahren hat er im Jahr 1985 seine erste Stelle als jüngster Chordirektor in München angetreten. 

Zudem leitete Merkl das Symphonieorchester und den Chor der „Bürger-Sänger-Zunft München“. Mit diesem ältesten musikalischen Verein Münchens führte Merkl Oratorien, sowie große Chor- und Orchesterwerke auf. Im Juli 2000 wechselte er als Domkapellmeister in die Diözese Passau. 

 

Fotos: D. Asenkerschbaumer /pbp