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Verantwortung für die Schöpfung: Katholische Kirche setzt Zeichen


Datum: 
27.09.2010

Diözesansteuerausschuss besichtigt Biomasseheizwerk in Niederalteich – Ökologische Leitlinien für die Diözese Passau – Diözesanrat stellt am Donnerstag, 30. September „Öko-Paket“ vor

 Passau/Niederalteich (iop). Die Ressourcen schonend nutzen. Die Natur behüten. Sich einsetzen für globale und ökologische Gerechtigkeit. Das Bistum Passau nimmt seine Verantwortung für die Schöpfung wahr und setzt Zeichen. Auch öffentlich und konkret. Etwa mit dem neuen Biomasseheizwerk in Niederalteich. Am Freitag, 24. September, haben sich Bischof Wilhelm Schraml und der Diözesansteuerausschuss die Anlage angeschaut. Die Mitglieder, die über die Verwendung der Finanzmittel und den Haushalt beschließen, dabei auch Generalvikar Dr. Klaus Metzl, Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner und Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek wollten sich vor Ort kundig machen, wie Kirchensteuermittel in dem wichtigen Zukunftsbereich Energie eingesetzt werden. Bischof Schraml unterstrich das ökologische Engagement im Bistum Passau. Die Schöpfung Gottes sei dem Menschen ganz besonders anvertraut. Es sei Aufgabe der Kirche, dieses Anliegen weiterzutragen und im Alltag umzusetzen. Aus gegebenem Anlass informierten der Diözesanratsvorsitzende Wolfgang Beier und Umweltreferent Josef Holzbauer über die neuen „Ökologischen Leitlinien für die Diözese Passau“.

In der Benediktinerabtei Niederalteich wird ein Biomasseheizwerk gebaut, mit dem jährlich 659 Tonnen CO2 eingespart werden. Wie der Prior des Klosters, Frater Dr. Vinzenz Pross, erläuterte, soll die Anlage zum 1. November gestartet werden. An das Wärmenetz sind das Kloster St. Mauritius, die Gaststätte der „Klosterhof“, das St. Gotthard Gymnasium, die Landvolkshochschule, die Schulen, das Rathaus sowie ein privater Geschäftsbetrieb angeschlossen. Mit Hackschnitzel wird jährlich Wärmeenergie in Höhe von 2.655 Megawatt-Stunden erzeugt. Insgesamt sind für diese alternative Wärmeversorgung auf Basis regional verfügbarer Biomasse in Form von Hackschnitzeln über 1,37 Millionen Euro aufgebracht worden; 150 000 Euro aus Bistumsmitteln.

Für Wolfgang Beier, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Passau und Mitglied im Diözesansteuerausschuss und Josef Holzbauer, verantwortlich für Umweltfragen, war es eine passende die Gelegenheit, um die neuen „Ökologischen Leitlinien für die Diözese Passau“ vorzustellen. Dieses „ökologische Gesamtkonzept“ soll „aus christlicher Verantwortung heraus“ in allen Pfarreien, Einrichtungen und Dienststellen umgesetzt werden, unterstreicht auch Generalvikar Dr. Klaus Metzl. Der Klimawandel ist für die beiden ein „Brennpunkt“: Dieser Herausforderung müsse man aktiv begegnen. Schließlich verstehe christlicher Glaube die Schöpfung als Leihgabe von Gott; verbunden mit der Pflicht, sie zu bewahren.

Die neuen „Ökologischen Leitlinien“
Gemäß den neuen ökologischen Leitlinien, eine Fortschreibung von 1996, soll im gesamten Bildungsbereich von Kindergärten, Schulen, Jugendarbeit bis zur Erwachsenenbildung die Themen Schöpfung, Umwelt und Natur ausführlich behandelt werden. Vorbildliches Umweltverhalten müsse sich auch im kirchlichen Bauwesen widerspiegeln; auch im gesamten Energiesektor. Es müssten Anlagen mit Pilotcharackter geschaffen werden wie Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen. Empfohlen wird der Anschluss an bestehende Biogasanlagen und Biomasseheizkraftwerke. Verantwortung für die Umwelt solle sich auch in kirchlichen Häusern und Einrichtungen, bei Festen und Veranstaltungen zeigen. Die Schöpfung müsse zudem ein Thema in den Gottesdiensten und in der Verkündigung sein.

„Öko-Paket – Leben in der einen Welt“ – Donnerstag, 30. September, in Riggerding
Die ökologischen Leitlinien sind auch wichtiger Bestandteil des „Öko-Paketes“, das der Diözesanrat am Donnerstag, 30. September, in Riggerding vorstellt. Um 18.00 Uhr wird am Kindergarten als Zeichen für die Zukunft und in Anlehnung an den Global-Marshall-Plan ein Kastanienbaum gepflanzt. Anschließend überreicht Wolfgang Beier im Pfarrheim den Dekanatsratsvorsitzenden das „Öko-Paket – Leben in der einen Welt“. „Der Diözesanrat Passau – Mitglied der Global-Marshall-Plan-Initiative – hat für dies ökologische und solidarische Arbeit in den Pfarreien verschiedenste Anregungen in einem Öko-Paket zusammengefasst“, so der Vorsitzende Wolfgang Beier.

In der Sammlung findet sich Informationsmaterial rund um den Themenkreis ökologisch, sozial, fair und gerecht Handeln. Entsprechend gibt es ein Heft über die 40 Jahre Partnerschaft mit der brasilianischen Diözese Alagoinhas, Impulse zum Einkauf in Weltläden oder Anregungen zum ethischen Investment für Geldanleger.

Die Aktion geht direkt auf die Diözesanrats-Vollversammlung im Herbst 2009 zurück. Damals stand die Initiative „Global - Marshall - Plan“ im Mittelpunkt. Es ging ganzheitliche um Lösungen für die globalen Herausforderungen, für die sich der Unternehmer Fritjoff Finkbeiner und sein Sohn Felix einsetzen; unter anderem mit dem Ziel, weltweit Bäume zu pflanzen. Die Initiative versteht sich nach eigenen Angaben als „integrative Plattform für eine Welt in Balance und versammelt Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hinter Kernforderungen zu einer gerechteren Globalisierung“.

Ihre Ansprechpartnerin zum Öko-Paket: Dr. Gabriele Pinkl, Geschäftstelle Diözesanrat, 0851/393-7211

 

Schöpfungsverantwortung konkret: Umweltreferent Josef Holzbauer (Bildmitte li.) und Wolfgang Beier, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Passau (Bildmitte re.) erläutern Bischof Wilhelm Schraml die neuen „Ökologischen Leitlinien für die Diözese Passau“. Vor Ort ein Bild vom neuen Biomasseheizwerk im Kloster St. Mauritius machten sich Mitglieder des Diözesansteuerausschusses (v.li.) Oberstudienrat Ludwig Zitzelsberger, Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek, Dr. Josef Sonnleitner, Reinhard Fuß und Manfred Bieber sowie der Prior des Klosters, Frater Dr. Vinzenz Pross.