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Die Donau als ein Sinnbild des Lebens


Datum: 
03.01.2018

25 Jahre Donausegnung Niederalteich

 

Die Donau als ein Sinnbild des Lebens - 25 Jahre Donausegnung Niederalteich
 

 

Die erste Flusssegnung 1994 war gleichzeitig auch ein Widerstand gegen den geplanten Aus- und Umbau der relativ naturbelassen Donau. Zwei Staustufen und ein Seitenkanal sollten auf 70 km zwischen Straubing und Vilshofen entstehen. Dagegen formierte sich lokaler Protest unter Naturschützern und Bürgern der Region, die für den Erhalt der lebendigen Donau waren. Der damalige Abt des Benediktinerklosters, Emmanuel Jungclaussen, rief zusammen mit der örtlichen evangelischen Gemeinde zu einer Flusssegnung der Donau auf, um für den Erhalt der Schöpfung, der Donau, zu beten. Statt der erwarteten 50 kamen damals rund 600 Menschen an das Donauufer bei Niederalteich. Es werden im Laufe der Zeit bis zu 1000 Menschen, die jährlich immer am 6. Januar, zum Fest der Taufe Jesu, an der Donau beteten.
Mittlerweile sind die politischen Entscheidungen rund um den Donauausbau gefallen - realisiert wurde schließlich ein sanfter Ausbau, in der der Fluss lebendig gehalten und die Auenlandschaft nicht zerstört wurde. Die Donausegnungen gaben dafür einen maßgeblichen Impuls.
Es ist seitdem etwas ruhiger geworden und es kommen weniger Leute wie früher – aber die Donau als Schöpfung ist wichtiger denn je. Der Strom, der Fluss, das Strömende ist zu einem Sinnbild des Lebens geworden. Und im Hinblick auf die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus aktueller denn je.

 

In diesem Jahr jähren sich die Donausegnungen in Niederalteich am 7. Januar zum 25. Mal. An der Segnung um 17 Uhr am Donaukreuz nehmen teil Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederaltaich, Dekan Heinrich Blömecke und die evangelische Pfarrerin von Hengersberg, Astrid Sieber. Im Anschluss findet eine Lichterprozession in die Basilika in Niederalteich statt, in der ein Vespergottesdienst gehalten wird.
Die Segnung findet statt, wie es die russisch- und griechisch-orthodoxen Kirchen jedes Jahr tun, um der Taufe von Jesus im Jordan zu gedenken. Bei diesem Ritual wird das Kreuz dreimal ins Wasser geworfen; es wird gesungen und gebetet. Die Anwesenden sprechen Fürbitten. In der Ostkirche wird die Segnung groß gefeiert – hier holen Taucher und Schwimmer unter den Augen vieler Zuschauer das Kreuz jedesmal wieder aus dem Wasser. Das braucht in Niederalteich niemand tun. Abt Emmanuel hat es so eingeführt, dass das Kreuz an einem Seil hängt und wieder eingeholt wird. In diesem Jahr wird es so sein, dass je einmal Bischof Oster,  Dekan Blömecke und die evangelische Pfarrerin Sieber das Kreuz in die Donau werfen.

"Als würden sie einen Lebensweg zurücklegen, durchströmen Flüsse unterschiedliche Landschaften, ändern ihren Charakter, beweisen sie Temperament, brausen auf, ziehen sich zurück, suchen und bahnen sich ihren Weg, werden am Ende träge und verlieren sich zu guter Letzt in der Unendlichkeit der Meere. Nichts in der Natur eignet sich besser zum Sinnbild des Lebens."

>>>>Zitat von Altabt Emmanuel Jungclaussen aus seinem autobiografischen Werk "Der Strom des Lebens".

 

Ritual der Wassersegnung in der russisch- und griechisch-orthodoxen Kirche

Flusssegnungen sind in der Ostkirche ein wichtiges christliches Fest im Jahreskreis. Am 6. Januar, der Tag der Epiphanie, feiern die orthodoxen Kirchen die Taufe Christi. Die Segnung begründet sich auf die Taufe Jesu im Jordan und ist in der orthodoxen Tradition nicht nur mit Jesus verbunden, sondern mit der ganzen Schöpfung. Durch die Taufe Jesu im Jordan wurde nicht nur dieses Wasser, sondern auch jedes Wasser gesegnet - denn Wasser ist Leben. Verbunden damit ist auch die Wassersegnung. Mit diesem Wasser besprengen die Gläubigen ihre Häuser, Äcker und Tiere. Darüber hinaus gibt es die Tradition in vielen orthodoxen Ländern alle Gewässer wie das Meer, die Seen, die Flüsse, Bäche, Quellen und Brunnen zu segnen.  

>>>Monika Wagmann / Fotos: Archiv