Menu

Notunterkünfte und menschliche Betreuung – Bistum Passau unterstützt Flüchtlinge und stellt syrisch sprechende Sozialpädagogin ein.


Datum: 
30.08.2014

Kirche steht im Zuge der aktuellen Asyl- und Migrationswelle in einer ganz besonderen Verantwortung. Da gerade die Unterbringung von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen den Kommunen und staatlichen Einrichtungen mehr und mehr Sorge bereitet, wird auch im Bistum verstärkt geprüft, welche Räumlichkeiten als Unterkunft zur Verfügung gestellt werden können. „Es besteht große Bereitschaft, Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern aus den verschiedenen Krisengebieten am Gartlberg im Dekanat Pfarrkirchen eine erste Anlaufstelle und Bleibe zu bieten. Konkret ist der große Internatstrakt im Gespräch und wurde dem Landratsamt Rottal/Inn bereits angeboten“, so Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl. Planungen und Gespräche laufen also bereits mit entsprechenden Stellen und Behörden. Die Handlungshoheit liege bei den Kommunen. In Altötting wurde schon eine Liegenschaft zur Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Auch weitere kircheneigene Häuser in Neuötting oder auch im Landkreis Regen sowie in Freyung-Grafenau wurden den entsprechenden staatlichen Stellen angeboten. „Wir gehen davon aus, dass diese Liegenschaften genutzt werden können“, erklärt der Generalvikar der Diözese, allerdings müssen diese Räume für die Behörden bestimmte Grundanforderungen erfüllen. „Teilweise werden die Gebäude seitens der Behörden abgelehnt, weil sie zu abgelegen sind, zum Teil sind die Gebäude schlichtweg zu klein, bieten zu wenige Räume“, so Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner. Gleichwohl werden weiterhin Gebäude auf ihre Tauglichkeit untersucht. Ein Glücksgriff war z.B. das Kloster Thyrnau. Dort wurden bereits Flüchtlinge aufgenommen, geprüft wird noch das Kloster Tettenweis.

Nicht weniger wichtig als Wohnraum ist eine umfassende und vor allem menschliche Betreuung der Flüchtlinge. „Das ist eine Aufgabe, der die Caritas schon seit Mitte der 80ger mit der Ankunft der ersten Asylbewerber nachkommt. Dabei arbeiten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter intensiv zusammen“, betont Reinhold Url Abteilungsleiter für soziale Sicherung und Integration beim Diözesancaritasverband Passau. Aus den Erfahrungen konnte man viel lernen. Heute stellt die Caritas geschultes Fachpersonal für die Betreuung der Migranten und Asylbewerber in den verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften wie in Stadt und Landkreis Passau (Grubweg, Rittsteig, Schalding, Salzweg)  sowie in Einrichtungen in Breitenberg, Vilshofen, Hauzenberg, in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen zur Verfügung. Derzeit werden mehr als 720 Frauen und Männer durch Caritas-Mitarbeiter beraten und betreut. Viele davon stammen aus Syrien. Aufgrund großer Sprachprobleme in manchen Einrichtungen hat die Caritas vor wenigen Monaten eine syrisch sprechende Sozialpädagogin eingestellt, um Verständnisprobleme aufzuheben und so gleich von Anfang an einen gelingenden Integrationsprozess anzustoßen und ethisch- kulturelle Konfliktherde zu entzerren. „Nur wenn man Menschen wirklich versteht, kann man Orientierung und echte soziale Dienstleistung bieten“, betont Reinhold Url. Da ein Ende der Migrationswelle nicht abzusehen ist, werden auch für das kommende Jahr Mittel in Höhe von knapp 200tausend Euro bereitgestellt. Seit Anfang Juli sind sechs hauptberufliche Caritas-Mitarbeiter mit der Asylberatung tätig, für das kommende Jahr sind zwei neue Ganztagsstellen geplant. Nicht unerwähnt bleiben darf hier das umfassende ehrenamtliche Engagement in den Pfarrgemeinden vor Ort. Wertvolle Arbeit leisten in diesem Zusammenhang auch die vier Caritas-Beratungsstellen für Flüchtlinge in Passau, Grafenau, Regen und Vilshofen.

„Die starke Beteiligung der Christen vor Ort ist ein Integrationsfaktor, der nicht hoch genug geschätzt werden kann. Es sind vielfach Menschen aus einer Pfarrei, die sich aus ihrem tiefen Glauben heraus dafür einsetzen, dass Menschen auf der Flucht in der Fremde – also bei uns – wieder Fuß fassen können. Dafür danke ich von Herzen allen Menschen, die sich im Bistum Passau engagieren. In Gemeinschaftsunterkünften in Regen oder auch Salzweg konnte ich mir selbst ein Bild davon machen“, sagte Bischof Oster vor seinem Urlaub.