Menu

Zeit, Zuwendung und Abenteuer - Was Buben und Väter voneinander brauchen


Datum: 
06.09.2017

Väter- und Söhne-Tage in der Jugendherberge Waldhäuser

 

 

 

 „Gemeinsame Erlebnisse und Unternehmungen stärken die Beziehung zwischen Söhnen und Vätern“. Diese Aussagen von Fachleuten konnten auch die sieben Väter und ihre 10 Buben am vergangenen Wochenende in der Jugendherberge Waldhäuser am Lusen nicht widerlegen.

 

Auf Plakaten sammelten die 6-9-Jährigen, die 10-14-Jährigen und alle Väter in Gruppenarbeit, was sie mit ihrem Papa gern machen – oder früher mit ihrem Vater gern gemacht hatten: Angeln, Tontauben schießen, Fahrrad- und Kanutouren machen, Bulldog fahren, lange Fernsehen und Filme anschauen, gemeinsam in die Fußballarena fahren, zelten und grillen, (Lager-)Feuer machen, kraxeln, kitesurfen, Fallschirmspringen, tauchen, ... Bei der Besprechung der Plakate wurde deutlich: Gemeinsam intensiv erlebte Zeit, zusammen etwas schaffen, persönliche Zuwendung, ein Wagnis und Abenteuer eingehen, das sind die Zutaten für erfüllende Vater-Sohn Beziehungen.
 
Das Wochenende in Waldhäuser war von den Referaten Männerseelsorge, Ehe und Familie des Bischöflichen Seelsorgeamts und die Katholische Erwachsenenbildung Passau vorbereitet worden. „Einander-Kennenlernen“ stand am Freitagabend auf dem Programm. Bei Spielen konnten sich die Buben und Männer im neuen „Waidlastamm“ einander vorstellen und wurden mit einem kleinen Stab-Ritual eingebunden in die neue Gemeinschaft. Den beiden Referenten vom Bischöflichen Seelsorgeamt Robert Guder und Walter Sendner gelang es in wenigen Stunden unter den anfangs Unbekannten und Fremden eine aufgeschlossene, vertraute Gemeinschaft zu stiften und eine austauschfreudige Atmosphäre zu schaffen.

Obwohl die meisten schon irgendwann einmal das Nationalparkzentrum besucht hatten, war es am Samstag spannend, mit dem Nationalpark Ranger Hans Meier durch die Tiergehege Zone zu streifen und mit Fernglas und Adleraugen die gut getarnten Wildtiere zu beobachten und Interessantes über Pilze, Bäume und Pflanzen zu erfahren. Ganz nah war der Braunbär an das Gitter gekommen und ein Wolf hatte es sich hinter einer Baumwurzel gemütlich gemacht, bis ihm die vielen Zuschauer zu lästig wurden und er sich weiter in den Wald zurückzog.
Das Hans-Eisenmann-Haus im Nationalparkzentrum wurde nachmittags besucht und die Väter unterstützten ihre Buben bei der Kinder-Rallye durch die vielseitige und aufschlussreiche Ausstellung.
Das angesagte abendliche Lagerfeuer musste wegen ungünstiger Witterung abgesagt werden. Dafür gab es im Gruppenraum der Jugendherberge einen abwechslungsreichen Sing- und Spieleabend. Später hatten sich die Väter und die Buben um einen Kerzenteller als „Ersatz-Lagerfeuer“ zum Abendgebet versammelt. „Dass wir heute einen der kleinen Baby-Luchse in der Tiergehege Zone des Nationalparks sehen konnten, war super und wie ein Geschenk!“ sagte einer der 10 Buben bei der Tagesrückschau und Besinnung.  

Die Tier-, Natur- und Gemeinschaftserlebnisse und die Spielerunden mit den Vätern wurden von den Buben als „öfter wiederholbar“ markiert und auch der Gedankenaustausch der Männer über die Bedeutung von Nationalparks, wie einflussreich oder ohnmächtig Menschen in der Schöpfung und dem Kosmos gegenüber sind, wurden in der Reflexionsrunde mit dem Prädikat „wertvoll“ versehen.
In einem kleinen Ritual am Ende der gemeinsamen Tage wurden die Väter und Buben von den Stammesrechten und -pflichten der „Waldhäuser-JuHe-Männer“ entbunden und sie erhielten von den Referenten einen Familien-Stab überreicht, an dem sie ihre Namensbänder und Zusammengehörigkeit neu festmachen konnten. Sie erhielten den Auftrag, einander damit zu erinnern, dass sie Zeit, Zuwendung und Abenteuer miteinander brauchen.

>>>>Walter Sendner , Fotos: Referat Männerseelsorge