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Diözese und Stiftung Papstgeburtshaus in Marktl ehren den großen Theologen und Papst Benedikt XVI.


Datum: 
07.04.2017

Sonderausstellung und Kompositionswettbewerb:

 

 

Der "bayerische Papst“ – Papst em. Benedikt XVI. - feiert seinen 90. Geburtstag. Das allein ist natürlich schon Anlass genug, auch an seinem Geburtsort in Marktl am Inn diesen großen Theologen und Papst besonders zu würdigen und in den Blick zu nehmen. Gleichzeitig gibt es noch einen weiteren Grund in Marktl am Inn zu feiern: 10 Jahre Papstgeburtshaus. Ab Ostern sind dort wieder die Türen geöffnet. Die Sonderausstellung unter dem Titel „Noch nicht in vollem Licht“ des Künstlers Josef Alexander Henselmann widmet sich der Auseinandersetzung mit den zentralen Lebensfragen nach dem Woher und Sinn unseres Lebens – angeregt durch Gedanken Benedikts.

Just am 90. Geburtstag von Benedikt XVI. ist die Sonderausstellung eröffnet worden. Bischof Stefan Oster SDB, der im Anschluss eine Ostervesper in der Marktler Pfarrkirche zelebrierte, würdigte Benedikt in dessen Geburtszimmer mit einem Gebet: „Wir danken Dir für Deinen großen Sohn, sein Lebenswerk und alles, was er für uns getan hat.“ Oster segnete am Ostersonntag das Papstgeburtshaus und „alle, die darin wirkten und wirken“. Am Morgen des Ostersonntags hatten sich hier, zur Geburtsstunde des emeritierten Papstes, in Stille bereits Menschen versammelt, bevor die Osterliturgie gefeiert wurde.

Bei der Vesper ging Bischof Stefan Oster der Frage nach, was Weisheit ausmacht. Es gehe dabei nicht nur um Lebenserfahrung, die das Alter mit sich bringe, sondern um eine innere Haltung. Sich ein offenes Herz zu bewahren, die innere Verbundenheit mit Gott zu leben, mache einen „wirklich Weisen“ wie Benedikt XVI. aus. „“Sein Glaube und sein Vertrauen auf den Auferstandenen hat Benedikt XVI. zeitlebens begleitet und reifen lassen“, so Oster. Er rief die Gläubigen auf, dankbar zu sein für das osterliche Zeugnis des emeritierten Papstes und „für ihn und für uns alle zu beten“.

Internetseite des Papstgeburtshauses Benedikt XVI. in Marktl/Inn
 

„Papst Benedikt ist einer von uns“
Bischof Dr. Stefan Oster SDB gratuliert aus dem Geburtsbistum Passau

Wenn ich im Ausland unterwegs bin und – vor allem in kirchlichen Kreisen - gefragt werde, woher ich denn käme, antworte ich selbstverständlich: aus dem schönen Bistum Passau in Bayern. Oftmals kennen nicht allzu viele Menschen den Namen unserer Stadt und unseres Bistums, deshalb füge ich meistens hinzu: Aus dem Geburtsbistum von Papst Benedikt. Und im selben Moment freuen sich die allermeisten und ich spüre die Hochachtung und Wertschätzung für unseren Papa emeritus und sein Leben und Werk als Theologe und als Hirte der Kirche.
Papst Benedikt ist einer von uns – und er ist es geblieben. Als wir im vergangenen September bei unserer Bistumswallfahrt mit einer kleinen Gruppe bei ihm sein konnten, waren wir alle sehr bewegt von seinem lebendigen, herzlichen Interesse, seinem Humor, seiner demütigen Gläubigkeit, die sich mit einem solch umfassenden Intellekt verbindet. Weisheit ist das Wort, das mir immer sogleich einfällt, wenn ich mit ihm sprechen oder seine Texte lesen durfte, eine Weisheit, die sich ganz aus dem Evangelium speist, aus der inneren Verbindung mit Christus, mit seinem Wort und seiner Gegenwart in der Kirche; eine Weisheit, die sich aus dieser Mitte zu einer umfassenden Sicht auf die Welt, auf die Menschen, auf die Geschichte, auf die Kirche geformt hat.
Wir dürfen dankbar sein, ihn mit unserem Bistum verbunden zu wissen, aber nicht einfach deshalb, weil wir halt einen sehr berühmten Mann aus unserer Mitte haben seinen Weg machen sehen vor den Augen der Welt. Sondern, weil gerade er uns immer neu daran erinnert, dass die Augen des Glaubens und die Frage, wo wir unser Herz haben, viel wesentlicher sind als Berühmtheit in der Welt. Ich bin sicher, dass die geistige und geistliche Hinterlassenschaft unseres emeritierten Papstes die Kirche noch viele, viele Jahre beschenken und bereichern wird.
Jetzt lebt er zurückgezogen und betet für uns, die wir in seiner Heimat leben, er betet für die Kirche und die Welt. Mit vielen anderen bin ich überaus dankbar für diesen Dienst und gratuliere von ganzem Herzen verbunden mit den besten Segenswünschen aus seinem Heimatbistum.

Dr. Stefan Oster SDB
Bischof von Passau

Sonderausstellung 2017 im Geburtshaus Papst Benedikt XVI.
„Noch nicht in vollem Licht“ mit Werken von Josef Henselmann zum 90. Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI.

Der Titel der Sonderausstellung bezieht sich auf ein Zitat Joseph Ratzingers aus seiner Biographie mit dem Titel „Aus meinem Leben“ (erschienen 1998). Da heißt es: „Geboren bin ich am Karsamstag, den 16. April 1927, zu Marktl am Inn. […] je länger ich nachdenke, desto mehr scheint mir das dem Wesen unseres menschlichen Lebens gemäß zu sein, das noch auf Ostern wartet, noch nicht im vollen Licht steht, aber doch vertrauensvoll darauf zugeht.“

Die Sonderausstellung nimmt diese Worte Joseph Ratzingers zur Grundlage und bezieht sie auf das menschliche Leben heute. Wie geht das vertrauensvolle Gehen in einer Zeit, in der Verunsicherung um sich greift? Was, wenn im alltäglichen Leben plötzlich die Frage nach dem Warum auftaucht? Die Werke des Münchner Künstlers Josef Henselmann fordern zur Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Skizzen und Zitate von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. laden zur Betrachtung ein. Der väterliche Freund, wie auch eine weisende Hand, geben einen Hinweis. Und wenn ein Durchblick gelingt, dann ist der Gang durch die Ausstellung ein wahrer Gewinn.

Der 1963 geborene Henselmann studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in München und in Carrara. Sein Diplom als Meisterschüler bestand er mit Auszeichnung. Im Atelier in New York City arbeitete der Künstler im Jahr 2000. Von 2003 bis 2012 war er als Professor an der Universität in Bangalore tätig. Von ihm stammt unter anderem das Relief von Benedikt XVI. im Münchner Liebfrauendom. Viele Zeichnungen in der Erarbeitung für das Relief sind in der Ausstellung erstmals zu sehen. Ab Ostersonntag kann die Schau besucht werden. Im Laufe des Jahres finden zur Ausstellung begleitende Veranstaltungen statt. Die Veranstaltungen im Überblick finden Sie im Flyer zur Sonderausstellung.

Sehen Sie hier ein Video von den Aufbauarbeiten der Sonderausstellung.

Osterkomposition als Geschenk des Bistums Passau und der Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI.

In einem Kompositionswettbewerb haben die Diözese Passau und die Stiftung Geburtshaus Benedikt XVI. einen Preis ausgelobt mit folgender Aufgabe: Ein Stück zu vertonen, das sowohl in der Osternachtliturgie wie in der Ostervesper unter Einbezug der Gemeinde seinen Platz haben kann. 19 Werke sind eingereicht worden. Die Jury unter Vorsitz von Diözesan- und Dommusikdirektor Dr. Marius Schwemmer hat nach den Vorgaben die Werke begutachtet. Die Jurymitglieder Bischof em. Wilhelm Schraml, Domdekan Dr. Hans Bauerfeind, Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger und der Theologische Leiter des Papsthauses Ludwig Raischl prüften die eingegangenen Kompositionen. Ausgewählt wurde das Werk „Mache dich auf“ für vierstimmig gemischten Chor, Gemeindegesang, Schlagwerk und Orgel (2017) des Komponisten Philipp Ortmeier (*1978). Der gebürtige Passauer hat in Musikwissenschaft promoviert und arbeitet seit 2008 als Kulturreferent beim Bezirk Niederbayern. Kompositionen aus seiner Feder wurden bereits im In- und Ausland (Serbien, Italien, Polen, Österreich, Japan) aufgeführt und umfassen Chor-, Orchester- und kammermusikalische Arbeiten.
Ortmeier meint zu seinem Werk: „Licht als österliches Symbol für die Auferstehung und das ewige Leben steht im Zentrum der Komposition „Mache dich auf“. Die Grundlage bilden zwei unterschiedliche Texte: Mit Jesaja 60.1-2 aus dem Alten Testament führt der Hochchor, begleitet von einem Schlagwerk-Ensemble, in einer ausgedehnten Steigerung hin zur Lichtekstase der Orgel. Im anschließenden Gemeindelied „O Licht der wunderbaren Nacht“ (GL 334) verbindet sich das Lichtmotiv mit der Botschaft des Friedens. In der Osternacht steht die Komposition als dritter Ort des Lichts nach Lichtfeier und Halleluja am Beginn der Eucharistie, in der Ostervesper bildet sie den Hymnus zum Lichtritus. Der sakralen Bedeutung des Lichts hat der Widmungsträger des Stückes, Papst em. Benedikt XVI., wiederholt Ausdruck verliehen.“
Die Komposition wurde im Passauer Dom in der Osternacht und in Marktl in der Ostervesper uraufgeführt. Die Verantwortlichen aus Diözese und Stiftung hoffen, dass diese Osterkomposition in den Liedschatz der Kirche über den Geburtstag hinaus Eingang findet. Benedikt XVI. wird die Komposition bei einer passenden Gelegenheit überreicht werden.

10 Jahre Geburtshaus Papst Benedikt XVI. - Der bleibende Auftrag:

Am Sonntag, den 15. April 2007 wurde das Geburtshaus vom damaligen Passauer Bischof Wilhelm Schraml feierlich eröffnet. Seit dieser Zeit wird versucht, den Wunsch von Benedikt XVI. für Marktl umzusetzen: Eine „würdige Begegnung mit Fragen unseres Glaubens“ zu ermöglichen. Die Ausstellungen und Veranstaltungen möchten eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben aus gläubiger Sicht eröffnen, immer angeregt durch Gedanken von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.

Wer kommt in das Haus?
In den 10 Jahren sind 175000 Gäste in das Haus gekommen. Das Haus gehört zu Top-Ten-Zielen in der Tourismusregion Inn-Salzach. Seit dem Rücktritt des Papstes 2013 hat sich die Besucherzahl auf rund 7000 Gäste im Jahr eingependelt. Zu den Veranstaltungen rund um die Sonderausstellung kommen jährlich ca. 1000 Besucher. Dazu gehören Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft – angefangen vom Papst-Bruder Georg Ratzinger bis hin zu kirchlichen Würdenträgern aus aller Welt. Kardinäle haben sich eingefunden. Kardinal Müller eröffnete eine Sonderausstellung und besuchte mit Mitarbeitern der Glaubenskongregation das Haus. Kardinal Marx feierte mit den Marktlern Gottesdienst und eröffnete die Saison 2012. Kardinal Cordes, ein enger Mitarbeiter des Papstes, war hier, um nur einige zu nennen. Bischöfe aus aller Welt besuchen das Haus und sind ein Zeugnis für die weltweite katholische Kirche. Aus Politik und Gesellschaft kommen Vertreter ins Haus, von den bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber, Beckstein, Seehofer bis zum damaligen OB von München Ude.
Die Anziehungskraft des Geburtshauses wirkt weltweit: Es kommen Gläubige aus allen Kontinenten wie z.B. Untergrundchristen aus China, die anlässlich einer Tagung in St. Ottilien zu Gast waren. Unvergessen bleibt eine Gruppe aus Trinidad-Tobago in ihren bunten Gewändern, welche die Fronleichnamsprozession mit einem Tanz bereicherte. Die meisten fremdsprachigen Gruppen kommen aus Polen – sie sind ein Ausdruck der engen Verbundenheit des polnischen Papstes mit Joseph Ratzinger.
Viele Gläubige aus dem deutschen Sprachraum kommen, unzählige Pfarreigruppen waren in den 10 Jahren im Haus. Zu einer der ältesten Besucherinnen gehörte die Schulkameradin von Joseph Ratzinger, Maria Niedermeier aus Aschau am Inn, die vor 2 Jahren verstorben ist. Ein enger Kontakt besteht auch zur dortigen Papst-Benedikt-Schule, die mit ihren Klassen das Haus besuchen. Durch den Besuch von Schulklassen und Kindern ist bereits in den ersten Jahren ein Kinderführer entstanden, der inzwischen schon in 2. Auflage erschienen ist.
Wichtig sind auch die Einzelgäste, die oft lange in der Ausstellung verweilen und angenehm überrascht sind über die Fülle an Auseinandersetzungsmöglichkeiten. Die Bandbreite reicht von Urlaubsgästen in der Region bis hin zu Menschen (über die Konfessionsgrenzen hinweg), die Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. schätzen wegen seiner klaren, gläubigen Gedanken.
Eigens qualifizierte Führer/innen begleiten angemeldete Gruppen durch die Ausstellung, auch in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Italienisch.

Ausstellungen und Veranstaltungen halten den Auftrag lebendig:
Seit 2008 gibt es im Haus jährliche Sonderausstellungen, die zu einer vertieften Auseinandersetzung mit aktuellen Themen einladen, jeweils inspiriert durch Gedanken und Aussagen des emeritierten Papstes. Dazu leisten Künstler einen wertvollen Beitrag. Engagiert haben sich in diesen Jahren Mark Angus, Jeff Beer, Gabi Hanner, Otto Heigold, Andreas Kuhnlein, Manfred Mayerle, Konrad Schmid und aktuell Josef Henselmann. In zwei ansprechend gestalteten Bänden mit den Titeln „ … ich habe dich beim Namen gerufen“ (ISBN 978-3-9812887-5-9) und „Wir sind Brüder“ (ISBN 978-3-9812887-7-3) sind diese Ausstellungen dokumentiert.

Seit Anfang an gehören Veranstaltungen dazu
Jährliche Symposien in Zusammenarbeit mit dem Schülerkreis Joseph Ratzingers zum Jahrestag der Papstwahl im Haus der Begegnung HEILIG GEIST Burghausen. Die 3 Jesusbücher wurden kundig besprochen. Jährliche Leseseminare zu päpstlichen Dokumenten mit dem Titel „Was hat der Papst mit meinem Glauben zu tun?“ finden unter der Leitung von DK Josef Fischer und Ludwig Raischl statt.
Während der Saison gibt es seit einigen Jahren am 2. Freitag im Monat Deus Caritas Abende, die zu Gebet und Meditation einladen. Besonders berührend ist jedes Jahr das Morgenlob zur Geburtsstunde um 4.15 Uhr am 16. April – der ganze 1. Stock im Haus füllt sich mit Gläubigen. Die Marktler (und nähere Umgebung) zeigen hier ihre Verbundenheit mit dem großen Sohn der Heimat. Darüber hinaus sind Menschen, die Benedikt XVI. schätzen, aus Italien, Kroatien, ja sogar aus Japan (Frau, die Ratzinger-Texte ins Japanische übersetzt) eigens zu diesem Gebet angereist.
Ein Thema seit dem Rücktritt ist die Kontinuität zwischen Papst Franziskus und Benedikt XVI. Jüngst hat darauf der scheidende Vorsitzende des Landeskomitees der bayerischen Katholiken Albert Schmid, ebenfalls Gast im Haus, darauf verwiesen.

 

Öffnungszeiten des Papstgeburtshauses:
von Ostern bis Allerheiligen -  Dienstag bis Freitag: 10-12 und 14-18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 10-18 Uhr - • Montags geschlossen (außer an Feiertagen)