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Erwachsenenfirmung in Niedernburg


Datum: 
08.05.2009

  Bischof Wilhelm Schraml spendet Erwachsenen das Sakrament der Firmung

 

Passau (iop). Diözesanbischof Wilhelm Schraml spendet am Freitag, 8. Mai, 17 Erwachsenen das Sakrament der Firmung. Die meisten der Firmlinge stammen aus den Neuen Bundesländern und haben dort in Ihren Pfarrgemeinden das Sakrament der Taufe und der Erstkommunion empfangen. Mit der Firmung sind sie ganz in die Kirche aufgenommen.

  

Stichwort Firmung

An der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan hat Michelangelo Gottvater dargestellt, wie er den Zeigefinger der rechten Hand dem jungen Adam entgegenstreckt und ihn an dessen Zeigefinger berührt. Die Szene gehört zu den bekanntesten Ausschnitten aus Gemälden: Gott und Mensch berühren einander.

Die Hand ist neben dem Gesicht ein hervorragender Ausdruck für das Wesen eines Menschen. Manche glauben sogar, an den Linien der Hand den Charakter und die Geschichte des Menschen ablesen zu können. Jedenfalls kann man an der ruhigen oder nervösen, der zupackenden oder loslassenden Hand viel von dem erkennen, was im Menschen vorgeht.

Die Bibel redet in vielen Bildern von Händen. Die Gotteshand spendet Segen. Die Hände Jesu haben Blinde geheilt und Lahme aufgerichtet. Und den Jüngern hat Jesus mit auf den Weg gegeben, die Menschen mit den Händen zu heilen. Die Kraft dazu gibt der Heilige Geist, die Frucht des Todes und der Auferstehung Jesu. Diesen Geist Gottes nennt ein alter Vers zum Pfingstfest „Finger Gottes, der uns führt“.

So breiten seit alters her auch die Priester und Bischöfe über den Menschen die Hände aus. Sie legen ihnen die Hand auf die Stirn. Damit teilen sie eine besondere und geschenkte Kraft mit. Sie teilen den Heiligen Geist und seine Gaben mit. Beim Sakrament der Firmung unterstreicht der Bischof, oder der von ihm beauftragte Spender, die Heiligung und Kräftigung. Der Bischof salbt die Firmlinge mit dem Chrisam, einer Mischung aus Olivenöl und Balsam. Er macht ein Kreuzzeichen auf die Stirn, wie ein Siegel und unauslöschliches Merkmal.

Diese zentrale Geste bedeutet zum einen die Zusage Gottes, für diesen Menschen da zu sein. Zum anderen ist sie Auftrag, als Christ zu leben. Was vor Jahren die Paten bei der Taufe stellvertretend versprochen haben, lösen die Firmlinge jetzt selber ein. Sie übernehmen Verantwortung für sich und ihren Glauben. Dabei stehen sie jedoch nicht allein. Die Kirche sagt ihnen mit dem Sakrament den Beistand des Heiligen Geistes zu. Die Kirche nimmt die Firmlinge ganz auf in die Gemeinschaft. Dafür nimmt der Firmspender die jungen Leute auch bei der Hand. So ist es die Hand Christi, die in solcher Vermittlung nach den jungen Menschen greift. Es ist der Finger Gottes, der sie berührt, wie den jungen Adam im Bild Michelangelos.

Wolfgang Duschl