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Hilfe für Flüchtlinge


Datum: 
08.07.2015

  

   Überblick über Sach- und Betreuungsleistungen der Diözese und Klöster / Orden

 

Folgende Gebäude werden zur Verfügung gestellt, bzw. in Kürze beziehbar:

Das „Beda“- Haus im Eigentum der Benediktinerabtei Schweiklberg wird ebenfalls für die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ertüchtigt. Die Gespräche zwischen dem Kreiscaritasverband Passau und der Abtei Schweiklberg sind bereits abgeschlossen. Die Diözese leistet hierzu ebenfalls ihren Beitrag, da sie die Finanzmittel in Höhe von 350tausend Euro für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen bereitstellen wird. Im St. Beda-Haus können rund 5 Gruppen untergebracht werden, also ca. 60 Personen. Die Betreuung wird über den Kreiscaritasverband Passau laufen. Probleme bereitet derzeit noch der Brandschutz – nach aktuellen Gesprächen sollte ein Bezug im Herbst möglich sein.

 

Überblick über weitere Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen:  

•         Caritasverband für den Landkreis Passau,

 - Haus Pax in Tettenweis (25 umF), Kloster St. Gertraud,

 - umF- Erstaufnahme Kellberg (140 umF), Gut Wolfersdorf  in Thyrnau-Kellberg

 - Planung ab August: Beda Haus in Vilshofen
 

 
•         Kreis-Caritas-Verband Freyung Grafenau

 - Clearing und Inobhutnahmestelle: Christopherus Haus in Waldkirchen
 - Notaufnahme Einrichtung in der Josef Eder Halle Röhrnbach
   Nachfolgeeinrichtung WG St. Vito in Schönberg Nachfolgeeinrichtung in Schönberg 2 mit weitere 12 Plätzen und 6
   Plätzen für über 18 Jährige ab September 2015
- Nachfolgeeinrichtung ehem. Jugendherberge Mauth mit 36 Plätzen ab 15.06.15
  (Der KCV FRG betreibt somit ab Sommer 2015: 60 Clearing Plätze, 60 Nachfolgeeinrichtung Plätze und 80 Notaufnahme Plätze)
- Asylberatung mit drei Personen auf 2,1 Planstellen, für die Erwachsenen in den Gemeinschaftsunterkünften.
 
•         KCV Regen; BBZ (Berufsbildungszentrum) Marienheim,

•         Haus St. Josef, Büchlberg dort sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) eingestreut.
Das Haus St. Josef hat zudem eine Außenstelle für umF in Neureuth (Passau-Ries) eröffnet /Ansprechpartner Herr Thomas Brecht. Träger des Hauses St. Josef ist die Sozialwerk Heilig Kreuz gemeinnützige GmbH in Altötting, eine Tochtergesellschaft der Marienheim Mussenhausen gemeinnützigen GmbH und der Stiftung Heilig Kreuz Altötting

 
•         Franziskushaus Altötting (Seraphisches Liebeswerk), derzeit wird hier eine Gruppe umF betreut, weitere sind in Planung.

 
Die Diözese Passau wird weitere Gebäude prüfen und ist u.a. nach wie vor bereit, das Jugendbildungshaus Dornach (max. 2 Gruppen/24 Personen) in der Nähe von Eichendorf für die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

 

Laufende Unterbringung

Die Diözese Passau stellt aufgrund dringenden Bedarfs bereits seit Oktober letzten Jahres den ehemaligen großen Internatstrakt des Klosters Gartlberg in Pfarrkirchen für bis zu 60 Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber aus Krisengebieten zur Verfügung.
In Altötting wurde von der Stadtpfarrei St. Philippus und Jakobus ein größeres Wohnhaus zur Unterbringung von Asylbewerbern dem Landratsamt zur Nutzung überlassen. Ebenso verhält es sich seit ein paar Monaten mit einem Wohngebäude der Pfarrei zu unserer lieben Frau in Burghausen.
Auch weitere kircheneigene Häuser in Neuötting oder auch im Landkreis Regen sowie in Freyung-Grafenau wurden von Seiten der Kirche bzw. der Caritas den entsprechenden staatlichen Stellen angeboten. Im Landkreis Passau sind Flüchtlinge im Kloster Thyrnau und auch im Kloster Tettenweis untergebracht. (Genaue Zahlen können direkt bei den Kommunen erfragt werden).

Zur Herkunft der Flüchtlinge und Asylbewerber: Syrien, Eritrea, Iran, Irak, Afghanistan, Somalia - eine genaue Zuordnung können wir derzeit nicht nennen.

 
Betreuung von Flüchtlingen und unbegleiteten Minderjährigen

Was die „menschliche Betreuung“ der Flüchtlinge angeht, leisten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „segensreiche Arbeit von unschätzbarem Wert ist, um das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu gewährleisten. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schenken nicht nur Betreuung. Sie geben Hoffnung und Halt“, so Bischof Stefan Oster. Das, was Migranten und Flüchtlinge in ihrer Heimat und auf dem Weg nach Deutschland erfahren mussten, lässt sich weder vergessen noch verdrängen. Umso wichtiger sind die integrativen Maßnahmen seitens der Caritas. Dazu gehört neben umfassende Beratung in Fragen wie Familiennachzug, Aufenthaltsrecht, in Fragen der sozialen Absicherung oder auch Begleitung bei schulischer und beruflicher Integration auch die Hilfe bei der Orientierung im fremden Kulturbereich. 2/3 der Gesamtpersonalkosten werden aktuell vom Staat refinanziert. Im Jahr 2014 lag der Teil der Personalkosten, die die Caritas selbst trägt bei knapp 70tausend Euro.

 
Aktuell werden ca. 2000 Asylflüchtlinge und 135 unbegleitete Minderjährige Asylbewerber vom Fachpersonal der Kreiscaritasverbände Passau-Land und Freyung-Grafenau betreut. Sie sind in Gemeinschaftsunterkünften und Einrichtungen im gesamten Bistum untergebracht. Aktuell sind 10 (3 Vollzeit und 7 Teilzeit) hauptamtliche MA ausschließlich mit „Flüchtlingsarbeit“ betraut – mehr als noch vor wenigen Monaten geplant waren. Im August wird dieses Team durch zwei weitere Fachkräfte verstärkt. „Natürlich kümmern sich nicht nur diese Fachleute um die ankommenden Flüchtlinge“, betont Caritasvorstand Dompropst Dr. Michael Bär. Nach der Erstaufnahme und Erstbetreuung stehen die meisten unserer Caritas-Einrichtungen vor großen Herausforderungen: wie z.B. die Kindergärten mit der Integration von Flüchtlingskindern, die Schwangerenberatung, die von schwangeren Flüchtlingsfrauen natürlich genauso aufgesucht wird, die Allgemeine Sozialberatung der Kreis-Caritas-Verbände wird von Flüchtlingen in Anspruch genommen, Beratungseinrichtungen wie die Erziehungsberatung der Caritas werden verstärkt auch von Migranten, darunter Flüchtlinge, aufgesucht. Zahlreiche Ehrenamtskreise unter der Ägide der Pfarreien oder der Caritasvereine kümmern sich um die Flüchtlinge und werden dabei von MitarbeiterInnen der Gemeindecaritas begleitet “, betont Bär.
Insgesamt sind in den verschiedensten Caritas-Einrichtungen auf dem Gebiet des Bistums Passau rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Diese betreuen zusammen rund 60.000 Personen.

 
Der Passauer Diözesanrat hat zusammen mit der Caritas die Infobroschüre „Flüchtlinge und Asylbewerber begleiten und unterstützen“ erstellt. Darin finden sich wichtige Informationen, Fakten und Hilfsmöglichkeiten für Pfarrgemeinden, Ehrenamtliche und die vielen Helferkreise. Die Broschüre wird kostenlos bei der Caritas und der Geschäftsstelle des Diözesanrates in Passau verteilt. Dazu der Diözesanratsvorsitzende Wolfgang Beier: „Es von Anfang an richtig machen, die Menschen mitnehmen, die Menschen rechtzeitig informieren, ihnen klar zu machen, es sind Menschen die zu uns kommen, die Schutz und Hilfe wollen, und die uns nicht ausnutzen, sondern eigentlich nur Unterstützung suchen. Wenn man das sieht – und wir als Christen können das doppelt sehen – dann gibt es überhaupt nichts anderes wie: Ich möchte handeln.“
>>>>>>Hier können Sie die Broschüre downloaden

Der Passauer Diözesanrat hat einen eigenen Sachausschuss eingesetzt, der sich sowohl die Begleitanforderungen der Migranten und Flüchtlinge zur Aufgabe macht, aber zugleich auch die politische Handlungsebene im Blick hat.
 

Auf Diözesanebene finden laufend aktuelle Veranstaltungen statt, mit dem Ziel, Berührungsängste abzubauen und Flüchtlinge willkommen zu heißen, Verständnis und Miteinander zu ermöglichen – zwei Beispiele von vielen:
 

Beim Gruppenleiterkurs „Asyl“, veranstaltet von den drei BDKJ-Kreisen Hauzenberg, Passau-Stadt und Vilshofen wurden am Samstag, 04.07.2015 in den Räumen des Bischöflichen Jugendamts 13 Gruppenleiter aus der Diözese Passau rund um das Thema Asyl geschult. Konkret ging es darum, wie man in der Jugendarbeit vor Ort mit Flüchtlingen, besonders mit Minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen arbeiten kann. Als besonders gewinnbringend bewerteten die Gruppenleiter den Austausch mit vier Flüchtlingen. Die Gäste erklärten den Gruppenleitern am Beispiel „Nähe und Distanz“ kulturelle Unterschiede, die es in der Arbeit zu beachten gilt, beispielsweise bei der Begrüßung. In Syrien sei es Gang und Gebe, dass sich Männer bei der Begrüßung umarmten, bei Frauen sei dieses Verhalten undenkbar. Insgesamt fühlen sich die Gruppenleiter jetzt für den Einsatz vor Ort besser gerüstet.

 

 

Die Situation von Flüchtlingskindern an Schulen und im speziellen im Religionsunterricht sowie die mancherorts aufkommenden Anfragen nach multireligiösen Feiern bildeten Schwerpunkte der zweitägigen Schulreferatskonferenz unter der Leitung von Schulreferent und Ordinariatsrat Dr. Hans-Peter Eggerl im Exerzitien- und Bildungshaus spectrum Kirche.
Viele, oft traumatisierte Kinder und Jugendliche suchen Sicherheit und Heimat bei uns. Das stellt sowohl den Religionsunterricht als auch die Schulpastoral, dem kirchlichen Dienst am und im Lebensraum Schule vor neue Herausforderungen. Die ohnehin bestehende Heterogenität der Schülerschaft rückt damit verstärkt ins Zentrum. Diesbezüglich ergeben sich mancherorts immer wieder Anfragen nach multireligiösen Feiern der ganzen Schulgemeinschaft. Deren Chancen, aber auch deren Grenzen wurden von der Versammlung nach Maßgabe der Deutschen Bischöfe ausgelotet und an praktischen Beispielen erörtert.