Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Papst hat Amtsverzicht des Passauer Bischofs angenommen
Bischof Eder weiß Bistum Passau mit dem Pastoralplan auf einem guten Weg
Passau/Rom (iop). Papst Johannes Paul II. hat den Amtsverzicht des Passauer Diözesanbischofs Dr. Franz Xaver Eder angenommen. Mit Wirkung vom 8. Januar 2001 ist Eder, der das Bistum seit 1984 geleitet hat, nun Altbischof. An diesem Tag wurde der Rücktritt in Rom offiziell veröffentlicht. Eder, der am 4. November vergangenen Jahres 75 Jahre alt geworden war, hatte entsprechend den kirchenrechtlichen Vorgaben (Canon 401 § 1) dem Heiligen Vater seinen Rücktritt aus Altersgründen angeboten.
In einem Rückblick auf seine Amtszeit dankte Bischof Eder allen, die das kirchliche Leben im Bistum tragen und stützen, angefangen von den Priestern und Diakonen, über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge und Verwaltung des Bistums, bis zu den ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern in den Pfarreien, eben "all jenen, die zugreifen, wozu sie aus christlicher Verantwortung gerufen werden". In solch vielfältigem Wirken sei die Kirche "Gott und den Menschen nahe", wie der Bischof unterstrich. Dort habe auch der Pastoralplan, der zum Pfingstfest 2000 veröffentlicht wurde, seinen Ursprung. Er sei glücklich, so der Bischof, "dass ich unsere Kirche von Passau auf dem Weg weiß, auf einem guten Weg". Er werde weiterführen"tiefer in das Geheimnis der Kirche hinein".
Sein eigenes Wirken in den 16 Jahren als Bischof beschrieb Dr. Franz Xaver Eder mit einem Wort des Apostels Paulus aus der Heiligen Schrift: "Nicht als Herr über Eueren Glauben, sondern als Helfer zur Freude am Glauben". Er erinnerte an seinen Amtsantritt. Damals hatte er gesagt: "Ein Priester, ein Bischof, steht seiner Gemeinde nicht einsam und abgetrennt mit einem hohen Auftrag Christi gegenüber. Er steht auch in ihr. Er ist ein Teil von ihr, als glaubender Christ. Es ist wie mit einem Hirtenstab. Der Bischof hat den Hirtenstab zu führen und mit ihm zeichenhaft voranzugehen. Doch so ein Stab ist immer auch eine Stütze und ein Halt. So weiß ich mich auch gehalten, gestützt und getragen von Ihnen allen meine Schwestern und Brüder, von Ihrem Glauben und Ihrem Vertrauen auf den Herrn, von Ihren Gebeten und Opfern". Eder bestätigte dies als Erfahrung während seiner Amtszeit: "Ein Bischof ist nicht allein". Gleichsam als Zusammenfassung zitierte Eder ein Wort des Kirchenlehrers Augustinus: "Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof".
Mit der Annahme des Rücktrittgesuches von Bischof Eder spricht man jetzt von "Sedisvakanz", das heißt übersetzt aus dem Lateinischen: Der Bischofsstuhl von Passau ist vakant, eine Zeit lang unbesetzt, bis ein neuer Bischof offiziell im Bistum antritt. In dieser Zeit geht die Leitung der Diözese zunächst auf ein Konsultorenkollegium über. Für das Bistum Passau ist dies das Domkapitel. Es hat entsprechend dem Kirchenrecht (Canon 421) innerhalb von acht Tagen einen Diözesanadministrator - dieser muss nach dem Kirchenrecht mindestens 36 Jahre alt und ein Priester sein - zu wählen, weil der Apostolische Stuhl nicht in anderer Weise vorgesorgt hat.
Der Diözesanadministrator, der sich durch "Klugheit und Wissen" auszeichnen soll, ist an den Grundsatz gebunden: "Sede vacante nihil innovetur". Das heißt während der Sedisvakanz darf keine Neuerung eingeführt werden. Insbesondere darf durch diese vorübergehende Diözesanleitung nichts getan werden, was die Diözese oder die Rechte des Bischofs beeinträchtigen könnte.
Eine ähnliche Situation hat es zuletzt 1936 gegeben. Bischof Sigismund Felix von Ow-Felldorf war am 11. Mai gestorben. Es trat die Sedisvakanz ein. Der damalige Generalvikar Dr. Franz Seraph Riemer führte das Bistum bis zum 25. Oktober 1936. Dann wurde der Benediktinerabt aus Scheyern, Dr. Simon Konrad Landersdorfer, neuer Bischof.
(Die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben, sprich "Canones" des Kirchenrechtes, stehen unter Can. 416 bis Can. 430)
Franz Xaver Eder, geboren 1925 im niederbayerischen Pfarrkirchen und 1954 in Passau zum Priester geweiht, hat von 1984 bis 2001 die Diözese Passau als 83. Bischof geleitet. Im Mai 1977 war er von Papst Paul VI. zum Weihbischof berufen und am 16. Juli 1977 in der Kathedrale zu Passau konsekriert worden. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn im Januar 1984 zum Bischofskoadjutor mit dem Recht zur Nachfolge. Am 16. Oktober 1984 übergab ihm Bischof Antonius Hofmann die Leitung der Diözese. Bischof Eder war Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste, der Ökumenekommission, sowie Beauftragter der Bischofskonferenz für die Kontakte zu den Ostkirchen. Sein Wahlspruch als Bischof: "Im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit".
Wolfgang Duschl





