Persönlichkeiten aus Kirche und Staat würdigen den Passauer Diözesanbischof


Franz Xaver Eder: Glaubwürdig den Menschen zugetan
 
Passau (iop). Der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Dr. Friedrich Wetter, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz DDr. Karl Lehman sowie der evangelische Dekan Walter Schmid und Vertreter des öffentlichen Lebens würdigten beim Gratulationsempfang am Samstag, 4. November 2000, in der Bischöflichen Residenz das Wirken des Passauer Bischofs.

(Die Grußworte in der Reihenfolge)

Der Vorsitzende der Bayerischen Bischofskonferenz, der Erzbischof von München–Friesing, Kardinal Dr. Friedrich Wetter, stellte in seinem Glückwunsch die "Offenheit und Lauterkeit" des Passauer Bischofs heraus, mit der Eder die Aufgaben in der Bayerischen Bischofskonferenz wahrgenommen habe. In der Gemeinschaft der Bischöfe gelte es miteinander Lasten und Verantwortung zu tragen, sagte der Kardinal, der deswegen eher von "Bischofsbürde sprechen wollte, denn von Bischofswürde". Bischof Eder habe, so der Kardinal, der Kirche von Passau den rechten Weg gewiesen und sie mit sicherer Hand in das 21. Jahrhundert geführt. Deshalb sei zum 75. Geburtstag nicht nur dem Bischof, sondern dem ganzen Bistum zu gratulieren.
 

Unerschrocken aufgestanden

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann, würdigte das Wirken des Passauer Bischofs mit diesen Worten: "Er steht mitten im Volk Gottes, geht mit ihm und führt es zugleich kraftvoll". Die Arbeit der Bischofskonferenz habe Eder "besonders durch seine pastorale Erfahrung und seine hohe menschliche und priesterliche Glaubwürdigkeit" geprägt. "Wenn er sich meldet, horchen alle auf. Er redet nur, wenn er etwas zu sagen hat", betonte der Vorsitzende. Bei aller Toleranz und Freundlichkeit sei Eder "unerschrocken und ohne falsche Rücksicht" aufgestanden, "wenn es um Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit im Umgang mit Gott und den Menschen ging". Bischof Eder habe viele Aufgaben erfüllt, etwa als Mitglied der Kommission Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste, sowie als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz die Kontakte zu den Ostkirchen. Auch durch seine vielfältige Kontakte zu den Nachbarländern in Mittel- und Osteuropa habe er wichtige Brücken in ein erweitertes Europa hinein gebaut, "die wir nicht zuletzt der Begegnungsfähigkeit, der Menschenfreundlichkeit und der Glaubwürdigkeit von Bischof Franz Eder verdanken", sagte Lehmann.
 

Eder als Mann der Ökumene

Walter Schmidt, Dekan im evangelischen Dekanat Passau, stellte in seinem Grußwort das ökumenische Miteinander heraus. Er unterstrich "die große Verantwortung, die wir in beiden Kirchen gegenüber unseren konfessionsverschiedenen Eheleuten haben." Den Diözesanbischof würdigte Schmidt für seine ökumenischen Signale. Eder habe in einer Zeit, in der das ökumenische Klima sich abzukühlen scheint, Zeichen der Annäherung gesetzt. Dazu zählte Schmidt das gemeinsame Gebet in der Silvesternacht 1999/2000 oder die jüngste Zusammenarbeit bei der Neubenennung des Dietrich-Bonhoeffer-Platzes. "Bei aller Mühsal der theologischen Diskussion, die in ökumenischen Fragen geführt werden muss, gibt es die Herzlichkeit persönlicher Zeichen und menschlicher Zuwendung", so Walter Schmidt wörtlich und dafür danke er ihm.
 

Bedeutender Mitgestalter in Kirche und Gesellschaft

Die Glückwünsche der Bayerischen Staatsregierung überbrachte Karl Freller, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Er bezeichnete den Passauer Bischof als "bedeutenden Mitgestalter in Kirche und Gesellschaft", der sich durch sein Engagement und seine menschliche Art über die Grenzen Bayerns und der Bundesrepublik hinaus Hochachtung und Anerkennung erworben habe. "Ausgeprägte Menschlichkeit und Sensibilität in sozialen Fragen" zeichneten das seelsorgerliche wirken des Bischofs aus. Die vielfältigen Aufgaben im Amt, so der Staatssekretär, nehme der Passauer Oberhirte "souverän, gleichzeitig aber bescheiden und humorvoll" wahr.
 

Herzenswärme und Menschlichkeit

Der Passauer Oberbürgermeister Willi Schmöller sagte: "Der 83. Bischof Passaus ist der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürger seit langer Zeit in besonderer Weise verbunden. Mit seiner Herzenswärme und Menschlichkeit hat er sich hohe Verdienste um Passau erworben und wurde deshalb mit der höchsten Auszeichnung, die eine Stadt zu vergeben hat, geehrt: dem Ehrenbürgerrecht".
 

Als Bischof Marksteine gesetzt

Landrat Hanns Dorfner würdigte den "offenen und mutigen Einsatz" des Bischofs in der Diskussion um die Schwangerenkonfliktberatung. Eder habe, so der Landrat, das Kirchenschiff durch eine mitunter sehr schwierige Zeit geleitet. Dabei sei es ihm gelungen "Marksteine" zu setzen, die untrennbar mit seiner Amtszeit verbunden bleiben würden. Konkret nannte der Landrat den Fonds des Bischofs für Kinder und Familien in Not und den Pastoralplan der Diözese. Dieser gehöre zu den bedeutsamen Kursbestimmungen der kirchlichen Zukunftsentwicklung.
 

"Nichts ohne Bischof"

Die Glück- und Segenswünsche des Passauer Diözesanrates und aller darin vertretenen Räte übermittelte dessen Vorsitzender, Gerhard Spranger. Bischof Eder habe in seinem Wirken vorbildlich das verwirklicht, was der im Jahr 258 als Märtyrer gestorbene Bischof Cyprian von Karthago für die Leitung eines Bistums postuliert hatte: "Nichts ohne Bischof, nichts ohne Zustimmung der Presbyter, nichts ohne Zustimmung des Volkes". Bischof Eder habe stets auf den Rat seiner Mitarbeiter gehört und nichts getan, wozu nicht die ganze Diözese, Priester und Laien zugestimmt hätten. Dies besonders im Prozess der pastoralen Entwicklung. "Deswegen ist in der Diözese auch nichts ohne oder gar gegen Sie geschehen", sagte Spranger.
 

Ein zuverlässiger Ratgeber der Universität

Einen "engagierten Helfer und zuverlässigen Ratgeber" nannte der Dekan der Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Passau, Prof. Dr. Ludger Schwienhorst- Schönberger, den Diözesanbischof. Das Verhältnis zwischen Bischof und Fakultät, Kirche und Universität sei geprägt gewesen durch Vertrauen und Offenheit, so der Alt- Testamentler. Eder habe immer zu unterscheiden gewusst zwischen der lebendigen Einheit des Glaubens und einem konturenlosen Einheitsglauben. Als Zeichen des Dankes für die gute gemeinsame Zeit überreichte Schwienhorst-Schönberger dem Bischof zum Geburtstag die Festschrift der Fakultät "Zum Aufbruch ermutigt. Kirche und Theologie in einer sich wandelnden Zeit".