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Zur Geschichte des Archivs des Bistums Passau

 

Das Archiv des Bistums Passau ist seit dem Jahr 1209 als Einrichtung schriftlich bezeugt; natürlich hatten Geistliche aber auch schon früher – wohl seit der Gründung der Diözese 739 – über das Schriftgut der Kirche von Passau gewacht.

Bis in das 20. Jahrhundert konzentrierte sich das Archiv auf die Überlieferungsbildung aus den Beständen des Bischofs und der bischöflichen Verwaltung. Es erlitt einen herben Verlust infolge der Säkularisation 1802/1803. Wesentliche Bestände mussten damals an den bayerischen Staat abgegeben werden. Davon betroffen waren die Registratur des Hofrats, die auch unmittelbar bei den Bischöfen entstandenes Schriftgut enthielt, und die Registratur des Domkapitels. Aber auch der Großteil der Urkunden aus der Zeit vor der Säkularisation befindet sich heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Die Bestände zur Wallfahrtskirche Mariahilf und zum Passauer Dom blieben hingegen zurück und wurden dem Domkapitlischen Archiv einverleibt. Die im Zuge der Säkularisation nicht abgeführten Dokumente befinden sich heute weitgehend im Bestand Ordinariatsarchiv. Dieser Kern wiederum ist aus der Registratur des Geistlichen Rates entstanden, der nicht an den Staat hatte übergeben werden müssen. Daran lagern sich noch weitere Bestände an, die vor der Säkularisation in der Verwaltung des Fürstbistums Passau und bei den geistlichen Körperschaften erwachsen sind.

Unter der langen Reihe der Passauer Bistumsarchivare gab es häufig Persönlichkeiten, die mit hoher wissenschaftlicher Kompetenz das Archiv leiteten und der Bistumsgeschichte neue Impulse gaben. Unter Kardinal Johann Philipp von Lamberg prägte im 17. Jahrhundert Philipp Wilhelm von Hörnigk als Geschichtsschreiber und Archivar die Bistumsüberlieferung. Im 18. Jahrhundert war es vor allem der Gelehrte und spätere Abt des Benediktinerkloster Ensdorf in Oberpfalz Anselm Desing gewesen, der im Sinne der Aufklärung die Überlieferungsbildung des Archivs neu konzipierte und ordnete. Im 20. Jahrhundert verliehen Prof. Dr. Max Heuwieser und später Prof. Dr. August Leidl dem Bistumsarchiv seinen spezifischen Charakter.

Im Jahr 1980 entschied Bischof Dr. Antonius Hofmann, dass das Archiv des Bistums Passau seinen Aufgabenbereich erweitern und von nun an alle kirchlichen Einrichtungen der Diözese betreuen sollte. In der Folge wurden die Pfarrarchive der Diözese nach Passau zentralisiert. Die Unterstützung der Pfarrämter für die Überlieferungsbildung und die regelmäßige Übernahme von Registraturgut aus den Pfarrämtern in das Bistumsarchiv bilden eine wichtige Säule der heutigen Tätigkeiten.

Seit dem beginnenden 21. Jahrhundert setzt das Bistumsarchiv einen weiteren Schwerpunkt in der Digitalisierung von Matrikeln und Urkunden sowie deren Bereitstellung online. Darüber hinaus ist das Archiv seit 2016 Projektpartner in einem von der EU finanzierten Forschungsprojekt zur Entwicklung einer automatisierten Handschriftenerkennung (READ).

Das Bistumsarchiv hat seit 1980 sein Stammhaus in der Luragogasse und damit in unmittelbarer Nähe zum Passauer Dom. Dort befinden sich die Büros und Magazine. 2016 segnete Bischof Dr. Stefan Oster SDB das neue Außenmagazin in Hacklberg. Seither steht für den gut 9 km großen Bestand des Archivs wieder ausreichend Raum zur Verfügung.

 

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