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Verabschiedung Bischof em. Schraml


 

 

Menschen zu Christus führen

Das Bistum Passau dankt Bischof em. Wilhelm Schraml - Rück- und Ausblick  

Kardinal Marx würdigt den Altbischof als leidenschaftlichen Seelsorger

Diözesanadministrator Metzl: Kompromisslos auf Christus verwiesen

Dompropst Striedl: Bildband mit Zeugnissen des bischöflichen Wirkens

 

Glauben leben. Eucharistie feiern. Persönlich Zeugnis geben. Auf eine Kurzformel gebracht: Die Menschen zu Christus führen. Darum ist es Wilhelm Schraml zentral gegangen. Als 84. Bischof von Passau in den Jahren 2002 bis 2013 und jetzt als Bischof emeritus. Diese Anliegen hat die katholische Kirche im zum Ende gegangenen „Jahr des Glaubens“ ebenfalls in den Mittelpunkt gestellt. So war die Feier am Sonntag, 24. November, im Passauer Dom Rück- und Ausblick zugleich.

Für den Altbischof, der seit August in Altötting wohnt, hätte es nach eigenen Worten keinen besseren Anlass geben können, um mit den Gläubigen des Bistums im Dom zum Abschied zusammen zu kommen, als das offizielle Ende des Jahres des Glaubens in Verbindung mit Papst Franziskus und Papst emeritus Benedikt XVI.. Der Bischof emeritus sprach im Dom auch von Bleibendem, von einem Vermächtnis. Etwa, wenn er betonte: „die Kirche lebt von der Eucharistie“.

>>>>Vita von Bischof em. Wilhelm Schraml

>>>>Beitrag von Kirche im Radio, Radio Berger

>>>>Bilder und Eindrücke von der Verabschiedung

 

Jesus Christus authentisch bezeugen

Und es wäre nicht der konsequente Wilhelm Schraml gewesen, wenn er nicht eindringlich auf eine „innige Christusnachfolge“ verwiesen hätte. Jesus Christus authentisch zu bezeugen, „manchmal auch aus- und durchzuhalten in Treue und Festigkeit“. Das gab der Bischof emeritus den Gläubigen, den Priestern, Diakonen, haupt- und ehrenamtlich tätigen Frauen, und damit der Diözese Passau, mit auf den Weg. Das „Jahr des Glaubens“ und auch die Vesper, die mit dem Abschied verbunden war, verstand Wilhelm Schraml als eine Aufforderung, „den Weg des Glaubens wieder zu entdecken, um die Freude und die erneute Begeisterung der Begegnung mit Christus zu finden“. Dabei würdigte er die Rolle der Familie für die Kirche und die Gesellschaft. Gleichzeitig sprach er die Probleme rund um Ehe, Familie und Partnerschaft an, das Scheitern, um die zahlreichen Schwierigkeiten, die aus solchen Lebenssituationen erwachsen. Seine Predigt war auch ein ganz persönliches Wort, wenn er von „Stunden des Ringens“ und Nachfolge unter dem Kreuz sprach.
 

 

 

Das Bistum als lebendige Glaubensgemeinschaft erlebt

In seiner Predigt dankte er allen Ständen und Gruppen, dem ganzen Bistum. Er habe eine „lebendige Glaubensgemeinschaft kennen- und schätzen gelernt“, mit herausragendem ehrenamtlichem Engagement. Der Altbischof dankte für den „Dienst der Caritas an den Armen und den Menschen in Not“. Er sprach den  Vertretern der staatlichen und kommunalen Behörden und des öffentlichen Lebens seinen Dank aus.

Es wäre auch nicht der tiefgläubige Bischof Schraml gewesen, der sich „nun bei der Gnadenmutter von Altötting zu Hause“ weiß, wenn er nicht das Bistum Passau zusammen mit dem Nachfolger unter den Schutz der Gottesmutter gestellt hätte. Er zitierte aus dem bekannten Lied „Segne Du Maria“: „Deine Mutterhände breit auf alle aus, segne alle Herzen, segne jedes Haus!“. Dazu muss man wissen, dass der Schüler Wilhelm Schraml das einst auf der Orgel gespielt hat. Darauf kam Karl Kindsmüller auf ihn zu und stellte sich als der Komponisten vor.

 

Kirche im Aufbruch als Fundament - Dank für das bischöfliche Wirken

 

Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl sprach vom „Fundament“, auf dem Bischof Schraml weitergebaut habe. Der 84. Bischof habe sich eine „Kirche im Aufbruch“ gewünscht, „die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute kennt, weil sie ganz bei Christus dem eucharistischen Herrn ist“. Vieles werde sich erst von der Geschichte her als „bleibend und wegweisend“ herausstellen. „Christus als den Herrn verkündigen“ und „Menschen zu Christus führen“ sei dabei „konsequent und kompromisslos der Dreh- und Angelpunkt“, würdigte der Diözesanadministrator das bischöfliche Wirken. Der Prälat betonte den Einsatz des Bischofs, „wenn es um den Schutz des Lebens in all seinen Lebensformen geht, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Belange unserer ostbayerischen Heimat und die Fragen nach der Zukunft der Menschen in diesem Bistum verhandelt wurden, wenn es um die Zukunft von Ehe und Familie als Keimzelle der Gesellschaft und Erstverkündigungsort des Glaubens ging“. Der jetzige Altbischof habe bei der Neustrukturierung der Dekanate und der Pfarrverbände, sowie des Bischöflichen Ordinariates immer „das Eigentliche und Wichtigste“ vor Augen geführt: nämlich Wege zu suchen, „wie es am besten gelingt: heute Menschen zu Christus zu führen“.
So sei Wilhelm Schraml mit bewundernswerter Ausdauer auf die Menschen  zugegangen, habe hingehört und Mut gemacht. Ganz nach seiner Grundüberzeugung: „Wer bei Christus ist, der ist auch bei den Menschen – und das in Freud und Leid“.

 

 

Kardinal Marx: Lebensnahe Pastoral

Der  Erzbischof von München und Freising, Kardinal Dr. Reinhard Marx, dankte als Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz und Vertreter der deutschen Bischöfe dem Passauer Altbischof. Er  betonte die Leidenschaft mit der sich Wilhelm Schraml für das Leben der Menschen und deren Zukunft stets eingebracht habe. Mit wachen Augen und offenen Ohren sei er  für eine „lebensnahe Pastoral im Zeichen des Dabeiseins“ gestanden.  Kraftvoll habe er sich in den 27 Jahren als Bischof in die Debatten etwa der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz eingebracht. Gleichzeitig habe er die Liturgie als „Kraftquelle für das Leben in der Kirche im Blick“ gehabt. Die Kirchenmusik sei im stets von großer Bedeutung gewesen. Der Kardinal erinnerte auch an den altbayerischen Humor und das Temperament des Wilhelm Schraml. Dem nunmehrigen Altbischof in Altötting gab er mit auf den Weg, für die Kirche in Bayern und in Deutschland bei der Gottesmutter in der Gnadenkapelle zu beten.
 

Mit den Bischöfen Dr. Friedhelm Hofmann aus Würzburg, Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg und dem Diözesanadministrator, Weihbischof Reinhard Hauke,  nahm der Kardinal an der Pontifikalvesper im Passauer Dom Teil.

 

 

Begegnung zum Abschied: (v. l.)  Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann , Bischof von Regensburg, Rudolf
Voderholzer, Bischof em Wilhelm Schraml, Erzbischof Reinhard Kardinal Marx von München und Freising, Diözesan-
administrator Dr. Klaus Metzl und  der Diözesanadministrator von Erfurt, Weihbischof Reinhard Hauke

 

 

Bildband „Menschen zu Christus führen“ – 60 persönliche Erinnerungen.
Dompropst Hans Striedl: Bekenntnisse der Wertschätzung

Die Würdigung der Diözese ist für den Altbischof richtig sichtbar geworden. Diözesanadministrator Dr. Metzl, überreichte zusammen mit Dompropst Hans Striedl einen Bildband. Der Dompropst sprach von „Bekenntnissen der Wertschätzung“ und Bilddokumenten,  die an „bewegende Momente des bischöflichen Wirkens erinnern: „wo Sie mit Menschen herzlich gelacht und  Schicksale mitempfunden haben, wie Sie auf  Menschen zugegangen  sind in verschiedensten Situationen des Lebens, wie Sie Gottesdienste gefeiert, Sakramente gespendet haben“. Auf die Seite zur großen Flutkatastrophe im Bistum Passau wies Hans Striedl besonders hin.

60 Personen, Frauen und Männer, Junge und Alte, erzählen wie sie den Bischof erlebt haben: Mesner und Kirchenpfleger, politisch Verantwortliche, Bischöfe, Mitarbeiter, Priester, Ordensleute, Verantwortliche für Kultur und Kunst. So entstand ein großes Bilder-Buch von und für Bischof Schraml, mit Momentaufnahmen und persönlichen Erinnerungen, verbunden mit pastoralen Linien. Der Titel des Buches mit knapp 150 Seiten war Programm für Wilhelm Schraml: „Menschen zu Christus führen“. Wie er das gemacht hat, davon berichtet das Buch. So ist es mehr als nur ein diözesan-geschichtliches Zeugnis.

 

 

Fürbitten mit Symbolen

 

Bei den Fürbitten wurde bischöfliches Wirken und der Dienst von Bischof Schraml mit Symbolen vor Augen geführt. Das Bild eines Ohres war Zeichen, dass der Glaube vom Hören auf das Wort Gottes kommt. Das Textbuch zum Eucharistischen Kongress Köln erinnerte an die Feier der Sakramente, besonders der Eucharistie sowie an das Gebet vor dem Allerheiligsten. Mit einem neuen Gotteslob wurde gezeigt, wie der Glaube sich ausdrückt, wie er gefeiert werden kann. Ein Bild von der Hochwasser-Katastrophe war Hinweis auf die Caritas des Bistums Passau, viele Einrichtungen der Diözese die geholfen haben, und auf die helfenden Hände vieler Menschen. Mit einer Wahlbox zur Pfarrgemeinderatswahl kam das Wirken in Pfarrgemeinde- und Dekanatsräten, im Diözesanrat, in vielen verschiedenen Vereinen und Verbänden zum Ausdruck. Die Mitra wurde gezeigt als Hinweis auf den Dienst eines Bischofs, den Wilhelm Schraml mit all seiner Kraft geleistet habe.

 

 

 

>>>>Grußwort zur Pontifikalvesper von Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl

>>>>Predigt Bischof em. Wilhelm Schraml

>>>>Rede Verabschiedung Bischof em. Wilhem Schraml von Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl

>>>>Ansprache Dompropst Hans Striedl bei der Überreichung des Buches

>>>>Auszug aus der Gästeliste