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Von A wie Auferstehung bis Z wie Zölibat


Von A wie Auferstehung bis Z wie Zölibat

Bischof Wilhelm Schraml in Predigten und Hirtenworten zu Themen des Glaubens und der Kirche

 

Auferstehung: Wir Christen sind Menschen des Kreuzes und sind gleichzeitig österliche Menschen. Und als solche durch Kreuz und Auferstehung Erlöste dürfen wir Christus, dem Anführer des Lebens, folgen. ... Wer immer wahrhaft österlich lebt, der bringt die Wende: statt vom Leben zum Tod vom Tod zum Leben.

Bußsakrament: Dazu hat uns Gott das Sakrament der Versöhnung geschenkt. Weil die Einladung der Kirche zur Beichte ein Ruf der verzeihenden Liebe Christi ist, dürfen wir zu Gott all das hintragen, was an Schuld und Sünde auf unserer Seele lastet. ... So ist die Beichte wahrhaft ein sehr menschenfreundliches Sakrament.

Christ-Sein: Wer heute Christ sein will, muss die Kraft der Unterscheidung der Geister haben und den Mut haben, unmodern zu sein, um seine Stimme zu erheben, wenn das Evangelium Jesu Christi verzerrt und in Frage gestellt wird.

Demut: Wir wissen, dass auch für uns der Glaube nicht ein einmal erworbener sicherer Besitz ist, über den wir ein Leben lang verfügen können. Auch wir leiden unter der Anfechtung im Glauben und müssen immer wieder voller Demut bekennen: „Ich glaube; Herr, hilf meinem Unglauben!“.

Eucharistie: Sie ist das Herz unserer Kirche. Von ihr geht Kraft aus für alle anderen Bereiche des kirchlichen Lebens und nicht zuletzt für unser eigenes Leben. .... Gottesdienst feiern heißt, die Betriebsamkeit des Alltags unterbrechen, um uns darauf zu besinnen, was wesentlich ist für unser Leben.

Familie: Wo werden Würde und Unverletzlichkeit der Person, Gerechtigkeit und Solidarität, Recht auf Leben und Verantwortung für das Leben, wo wird auch der Glaube als erstes erfahren und eingeübt, wenn nicht in der Familie. Die Gesellschaft muss die Familie selbst als Wert anerkennen. Weil sie unersetzbar ist.

Gesellschaft: Sorgen wir dafür, dass sittliche Grundsätze und Grundwerte nicht weiter abgebaut werden in unserer Gesellschaft und sich nicht in Stimmen gewisser pluralistischer Meinungsdebatten auflösen. Stehen wir in ungebrochener Treue zu Gott und beugen wir anbetend unsere Knie vor ihm ganz allein. … Dann bleibt der Mensch in seiner Würde geachtet und lebt in Frieden und Freiheit.

Heilige – Allerheiligen: Noch nie war die Botschaft dieses Allerheiligenfestes ... so notwendig wie heute, damit wir uns ernsthaft prüfen, was denn wirklich der Sinn unseres Lebens ist. … Hier aber stellt Gott uns das Ziel vor Augen. Und es heißt wirklich Himmel und Frieden und Gerechtigkeit. Dafür lässt die Kirche uns heute aufschauen zu den ungezählten Scharen der Seligen und Heiligen. Es geht um nichts anderes als um unsere Heiligkeit.

Jesus Christus: „Jesus Christus gilt es darum immer neu kennen zu lernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt“. Dieses apostolische Programm, das unser Heiliger Vater Papst Johannes Paul II. für die Kirche auf dem Weg ins dritte Jahrtausend vorgibt, ist auch mein erklärtes Programm als Bischof von Passau.

Kirche: Kirche wird lebendig nur durch unsere persönliche Liebe zu Christus. ... Wenn wir Christus fest im Blick haben, hören die unsäglichen Rangstreitigkeiten auf. Wenn wir uns um ihn scharen, wird uns bewusst, dass wir als seine Brüder und Schwestern zusammengehören, weil wir ihm allein dienen, egal ob Laie, Priester oder Bischof.

Laien und Ehrenamt in der Kirche: In den Pfarrgemeinden, mit kirchlichen Gremien und Verbänden, durfte ich erfahren, wie intensiv sich viele Frauen und Männer mitverantwortlich wissen. … Darin sehe ich einen entscheidenden Beitrag zu einer zukunftsweisenden Pastoral. Sie nimmt Abschied vom Versorgungsdenken und bezieht die Gläubigen als aktive Mitsorgende in die Pastoral ein, ohne dabei die Grundstruktur und die Verfasstheit der Kirche außer Acht zu lassen.

Missionarisch Kirche sein: Immer mehr Menschen tun sich schwer, die Spuren Gottes in der Welt zu lesen. … In dieser Situation kommt den Pfarrverbänden als Lebensraum der Gemeinschaft von Getauften und Gefirmten eine besondere Bedeutung zu. Was hier geschieht, hat stets auch eine missionarische Dimension. Denn alle Dienste und Aktivitäten dienen gleicherweise der Sammlung nach innen und der Sendung nach außen.

Nächstenliebe - Caritas: … Zu diesem Dienst ist Kirche von Jesus Christus her berufen. … So behält das kirchliche Liebeshandeln seine vollkommene Leuchtkraft und geht nicht einfach als eine Variante im allgemeinen Wohlfahrtswesen auf. … Deshalb darf Caritas nicht heimatlos werden, sondern muss wissen, dass sie ihre gesamte Motivation, ihre letzte Geborgenheit und ihre tiefste Wurzel im Glauben an Jesus Christus hat, im Dienst seiner Kirche.

Ökumene: Längst haben die christlichen Kirchen über die trennenden Mauern hinweg zu einer Kultur des Miteinanders gefunden. ... Wir sind einig in dem einen Bekenntnis zur Mitte des Evangeliums, zum dreifaltigen Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist. ... Bei allem Wissen um das Einende gebietet es aber auch die Wahrheit, die bestehenden Differenzen in einigen grundlegenden theologischen Fragen nicht zu verschweigen.

Papst Benedikt XVI.: Da spüren die Menschen: Hier ist einer, der Glaube und Leben miteinander verbindet, der deshalb authentisch lebt. Das erfahren sie in der Begegnung mit ihm, in der Verkündigung des Wortes Gottes und in der Feier der hl. Liturgie der Kirche.

Quelle des Lebens: Bei der Hochzeit zu Kana wusste Maria die Dürstenden zur Quelle zu führen, indem sie die Jünger auf Jesus verwies. ... Wir brauchen die klaren Wasser Gottes, um den brennenden Durst zu stillen. … Mit anderen Worten: Wir brauchen die Klarheit und Wahrheit der Lehre Christi und nicht pastorale Tricks und neue religiöse Methoden. Wir brauchen Christus, denn er allein ist Retter der Welt.

Religionsunterricht: Die Religionslehrerinnen und Religionslehrer wissen sich in die Pflicht genommen, die Saat des Wortes Gottes auszusäen in die vielfach unfruchtbaren steinernen Furchen heutiger Gegebenheit von Mensch und Gesellschaft, wohl wissend um das Schweigen und die Dürre, die es so manches mal danach durchzustehen gilt.

Soldaten: In einem Hochgebet der Kirche bekennen wir als Christen vor Gott: Dein Geist bewegt die Herzen, wenn Feinde wieder miteinander sprechen, Gegner sich die Hände reichen und Völker einen Weg zueinander suchen. … Sie, liebe Soldaten, waren über 10 Monate im Kosovo und ... haben sich für das Gute entschieden, für das was Recht ist, für das Verzeihen, für den Frieden, für das Dienen. … Unsere Zukunft und die Zukunft der Völker hängt davon ab, dass wir unsere Freiheit zum Guten gebrauchen und nicht zum Bösen missbrauchen.

Tod: Es gibt keine christlichere Botschaft als die, dass der Tod durch Christus über den Menschen keine Macht mehr hat, weil ihm der sterbende und auferweckte Herr seine Macht genommen hat.

Universität: Oftmals wird den Theologen vorgeworfen, sie bewegten sich mit ihren Diskussionen und Erörterungen im „elfenbeinernen Turm“ – weltfern und abgehoben. Doch die Wirklichkeit und die Fragen, die die Menschen heute stellen, belehren eines Besseren. … Theologie und Kirche sind angefragt.

Volksmusik: Die Volksmusik ist jene wunderbare Kunst, die uns Gott geschenkt hat, die das Herz der Menschen bewegt und erfreut, tröstet und verbindet. Es ist gut, dass so viele Menschen – jung und alt – in der Volksmusik unserem menschlichen und christlichen Leben Klang und Sprache verleihen.

Werte und Wirtschaft: … der zunehmende Verfall moralischer und gesellschaftlicher Werte, die zunehmende und enthemmende Bereitschaft von Gewalt, die Gefährdung des friedlichen Zusammenlebens zwischen den Menschen und die entsetzliche Menschenrechtsverletzungen, die Umweltverschmutzung und die Ausbeutung der natürliche Ressourcen, der nachlässige und missbräuchliche Umgang mit der Schöpfung, das verantwortungslose ethische Handeln im Bereich der Wirtschaft … das sind Zeichen, dass sich der Mensch loslöst von Gott und seiner Ordnung.

X (vom griech. Buchstaben Chi als Abkürzung für Christus): Das Wesen des Christentums ist Jesus Christus selbst. Die Menschen müssen in der Begegnung mit uns erfahren können, dass wir Christus lieben, ihn wirklich und aufrichtig von Herzen lieben.

Ychthys (Abkürzung griechischer Buchstaben für Christus als den Herrn): Die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, das Evangelium Jesu Christi den Menschen zu verkünden und sie zu ihm zu führen, damit Gott verherrlicht werde.

Zölibat: Wenn Sie Ihre Bereitschaft zur Ehelosigkeit um Christi willen bekunden, dann entscheiden Sie sich nicht für weniger, sondern für mehr Liebe, für die größere Liebe nämlich, die der braucht, der dem Herrn ganz gehört, um mit ihm dann auch ganz den Menschen zu gehören. … Durch diese Lebensform sollen Sie gleichsam ein Zeichen für die Menschen werden, das auf Jesus verweist.