Altbischof Dr. Franz Xaver Eder +


     

    Ein priesterlicher Freund, bischöflicher Hausvater, aufrechter Zeuge Christi
    Altbischof Dr. Franz Xaver Eder wurde in der Domgruft beigesetzt -  Papst Franziskus: Seelsorger des Ausgleichs und der Versöhnung.
    >>>>Hier die Todesnachricht

    Ein priesterlicher Freund, bischöflicher Hausvater, aufrechter Zeuge Christi und der Kirche. Deswegen hat er einen Platz in den Herzen der Menschen. Über den Tod hinaus. Bischof Wilhelm Schraml fasste die Trauer im Bistum Passau zusammen.


    Unter großer Anteilnahme fand am Dienstag, 25. Juni, das Requiem für den verstorbenen Passauer Altbischof Dr. Franz Xaver Eder im Passauer Dom statt. Er wurde in der Domgruft beigesetzt. Der Vorsitzende der Bayerischen Bischofskonferenz, der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Kardinal Friedrich Wetter, Bischöfe, Äbte, Generalvikare aus Bayern, Österreich und Tschechien, Vertreter aus Kirche sowie Gesellschaft gaben dem Verstorbenen die letzte Ehre, versammelten sich um den Altar, feierten Eucharistie, beteten. Der Altbischof war am Donnerstag, 20. Juni, im Alter von 87 Jahren verstorben.
     

      >>>>>>>>>Bilder / Eindrücke vom Requiem

    Feierliches Requiem: Altbischof Dr. Franz Xaver Eder in Domgruft beigesetzt - der Beitrag von Kirche im Radio, Armin Berger

     

    Bischof Schraml: Ein Platz in den Herzen der Menschen

    Der Apostolische Administrator des Bistums Passau, Bischof Wilhelm Schraml, würdigte seinen Vorgänger als „priesterlichen Freund und bischöflichen Hausvater, aufrechten Zeugen Christi und der Kirche“. In der Mitte des Volkes Gottes, in der Kirche von Passau, sei sein Platz gewesen. „Hier waren seine Wurzeln; das hat ihn geprägt; und umgekehrt waren und sind die Menschen tief mit ihm verbunden“, so die Worte des Bischofs. „Er hatte einen Platz in den Herzen der Menschen“.  Er habe den bischöflichen Dienst, nämlich das Volk Gottes zu lehren, zu leiten und zu heiligen, „im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ ausgeübt. Nach diesem bischöflichen Leitwort habe der Verstorbene wie ein guter Hausvater für die Menschen gesorgt: für die Kinder, die jungen Menschen, die Erwachsenen und Senioren, die Kranken und Behinderten. Die Förderung des Laienapostolats und die Stärkung der Laien mit ihren Gremien in ihrer Mitarbeit und Mitverantwortung für die Kirche sei ihm ein großes Anliegen gewesen.

    Den Familien beistehen
    Die „elementare Stärkung der Familie“, sah der Verstorbene als vordringlichste Aufgabe. Dabei erinnerte Bischof Schraml an den Sonderfonds, der seinen Namen trage. Das mache deutlich, wie sehr ihm das Leben der Menschen, vor allem der ungeborenen Kinder mit ihren Müttern und die Familien in Notsituationen bewegten und am Herzen lagen.

    „Im Geheimnis Gottes wohnen“.
    Bischof Wilhelm Schraml erinnerte an den Pastoralplan, von Bischof Eder im Jahr 2000 zum Ende seiner Amtszeit veröffentlicht. Dort stehe an erster Stelle: „Im Geheimnis Gottes wohnen“. Diesen Grundauftrag habe er der Kirche von Passau mit auf den Weg gegeben. „Er konnte es, weil er selber danach lebte. Er bezeugte es durch seine ihm eigene überzeugende frohe Weise und stellte es in den Mittelpunkt seines ganzen Lebens“.

    >>>>>Hier die Ansprache zum downloaden....
     

           Foto: Dionys Asenkerschbaumer

     

    Seelsorger des Ausgleichs und der Versöhnung“ - Papst Franziskus

    In einem Beileidsschreiben des Apostolischen Stuhles wird Altbischof Eder als ein „Seelsorger des Ausgleichs und der Versöhnung“ bezeichnet. Papst Franziskus verbinde sich im Gebet mit dem Bistum Passau. Der Verstorbene habe viele Gläubige, besonders junge Menschen, auf ihren Glaubensweg begleitet und ihnen Orientierung für ein christliches Leben geschenkt, heißt es in dem Schreiben von Kardinal Tarcisio Bertone, das Bischof Schraml im Dom verlas.  

     

     

    Kardinal Wetter: ein guter Hirt

    Der frühere Erzbischof von München-Freising und bischöflicher Weggefährte des Verstorbenen, Kardinal Dr. Friedrich Wetter, stand dem Requiem als Hauptzelebrant vor. Er nannte den Verstorbenen einen „guten Hirt, einen tiefgläubigen Christen, dem das Wohl der Menschen in seinem Bistum ein Herzensanliegen war“. In seiner Verkündigung und in der Feier der Eucharistie und der Sakramente hat er die ihm anvertrauen Menschen mit Gottes Wahrheit und Gottes Gegenwart genährt. Er war ihnen ein guter Hirte und habe als solcher die Autorität seines bischöflichen Amtes ausgeübt. „Denn nur solche Autorität erreicht die Herzen“. Er sei allen freundlich begegnet, sei allen zugetan gewesen, seinen Priestern und Diakonen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Seelsorge, den Ehrenamtlichen und allen Gläubigen. „Er war Gott und den Menschen nahe“, sagte der Kardinal und erinnerte damit an den Passauer Pastoralplan, der von Bischof Eder in Kraft gesetzt worden war. Damit habe er dem Bistum Passau „ein Gesicht gegeben, ein familiäres Miteinander, in dem die Menschen Gottes Liebe erkennen konnten“.

    Kardinal Wetter zitierte die Bitte des Verstorbenen bei seiner Beerdigung „seinen Leuten aus der Diözese“ folgendes zu sagen:

    Es hat mich immer gefreut, dass ich einer von Euch war. Ich bin dankbar für alle Zuwendung auf dem gemeinsamen Weg. Auch wenn nicht alles gleich gelungen ist, aber gemeinsam haben wir immer einen Weg gefunden. Ich war gerne unter Euch und habe Euch gerne gedient. Vergelt’s Gott für alles.“

    Das ist nach Worten des Kardinals das Vermächtnis von Bischof Eder: „Wir alle sollen uns bemühen, nicht müde zu werden, barmherzig zu sein“.

    >>>>>>Hier die Predigt zum downloaden....

     

     

    Requiem und Beisetzung in der Domgruft

    Das Requiem, die Eucharistiefeier für einen Verstorbenen an seinem Beerdigungstag, hat ihren Namen nach dem Eingangsgebet erhalten, das mit den Worten beginnt: „Requiem aeternam ..- Ewige Ruhe schenke ...“. Domchor und Domorchester sangen und spielten das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.
     
    Lesung und Fürbitten trugen stellvertretend für die Bistumsgemeinschaft vor: Maria Höllrigl, langjährige Sekretärin, Wolfgang Beier, Diözesanratsvorsitzender, Dr. Franz Lummer, ehemaliger persönlicher Sekretär, Maria Schmid, BDKJ-Vorsitzende, Dr. Wolfgang Kues, Caritas-Direktor, Bärbel Benkenstein-Matschiner, KDFB-Diözesanvorsitzende, Dr. Joachim Eder, MAV-Vertreter, Kaplan Fabian Feuchtinger.

    Der Sarg, vor dem in den letzten Tagen viele Menschen vom Verstorbenen Abschied genommen hatten, stand während des Gottesdienstes vor dem Mittelaltar. Am Platz des Altbischofs im Chorgestühl stand eine brennende Kerze. Zum Geläut der Sterbeglocke zogen Kardinal Wetter, Kardinal Marx, Bischof Wilhelm Schraml, sowie die versammelten Bischöfe, Priester und Diakone in den Dom. Nach dem Schlussgebet geleiteten die Kardinäle, der Bischof, der Diakon, sowie der engere liturgische Dienst und die engste Verwandtschaft den Verstorbenen auf dem letzten Weg in die Bischofsgruft.

    Dr. Franz Xaver Eder wurde in der Grabnische unter der von Bischof Sigismund Felix Felldorf von Ow. beigesetzt. Bischof Schraml besprengte den Sarg mit Weihwasser; inzensierte den Sarg mit Weihrauch, warf Erde auf den Sarg und machte der Begräbnisliturgie das Kreuzzeichen über die Grablege. Die Beisetzung wurde auf zwei Leinwände in den Dom übertragen.  Mit Altbischof Eder ruhen nun zwölf Bischöfe des Bistums Passau in der Gruft.

     

     

     

     
    Zelebranten und Mitfeiernde

    Hauptzelebrant, Kardinal Friedrich Wetter, Konzelebranten, Kardinal  Reinhard Marx und Bischof Wilhelm Schraml, Weitere Konzelebranten: Bischof em. Victor Josef Dammertz (Augsburg),  Bischof em. Paul-Werner Scheele (Würzburg), Bischof. em Maximilian Aichern, (Linz), Bischof em. Walter Mixa (Augsburg) Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators, Prälat Dr. Klaus Metzl, Dompropst Hans Striedl, Domdekan Dr. Michael Bär, Dompropst  em. Prälat Lorenz Hüttner (früher Generalvikar von Bischof Eder), Dompropst em. Prälat Hermann Herzig (Weihekurs des Verstorbenen), Josef Stallinger, Sprecher des Priesterrates, Christian Kriegbaum, Vorsitzender des Priester- und Diakonenvereins, Dekan Alois Messerer, Pfarrer Hans Eder aus Geburtsort des Verstorbenen Pfarrkirchen.
    Diakone: Konrad Niederländer und Diakon Frank Plechinger

    Kirchlich Mitfeiernde u.a.: Bischof, Jiri Padour, Budweis, die Weihbischöfe Josef Grünwald, Augsburg, Reinhard Pappenberger, Regensburg, Werner Radspieler, Bamberg, Bernhard Haßlberger, Johannes Kapp, Fulda, und Engelbert Siebler, München und Freising. Der Metropolit der rumänischen orthodoxen Diözese Deutschland Dr. Serafim Joanta und der syrisch orthodoxe Erzbischof  Johannes Aydin aus Delmenhorst; beide als Vertreter der 700 orthodoxen Studenten der DBK, die von Bischof Eder als Vorsitzendem der Arbeitsgemeinschaft Kirchen des Ostens begleitet worden sind.
    Von der evangelischen Kirche sind Regionalbischof Hans-Martin Weiss und Dekan Dr. Wolfgang Bub gekommen.

    Aus der Politik nahmen teil: Neben dem Regierungspräsidenten von Niederbayern, Heinz Grünwald, und der Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern Maria Els, der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Landrat Franz Meyer sowie Landräte der Kreise, die zum Bistum zählen; dazu viele Bürgermeister, Vertreter von Behörden und Einrichtungen.
     

                          

     

    Dr. Franz Xaver Eder – Vita in Stichpunkten:

     

    • Geboren am 4. November 1925 im niederbayerischen Pfarrkirchen. Von 1932 bis 1943 Volks- und Realschule in Pfarrkirchen, Gymnasium in München. Mit 17 Jahren Arbeitsdienst und Kriegseinsatz. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft und dem Schulabschluss ab 1949 Theologiestudium in Passau. Am 29. Juni 1954 Priesterweihe.
       
    • Kaplan in Kastl, ab November 1954 Präfekt im Seminar St. Valentin in Passau, anschließend Sekretär des Generalvikars. Ab 1968 Regens im Priesterseminar St. Stephan. 1974 Ernennung zum Domkapitular.
       
    • Im Mai 1977 berief ihn Papst Paul VI. zum Weihbischof. Am 16. Juli 1977 Bischofsweihe. Er wirkte als Dompropst und Jugendreferent des Domkapitels. 1984 Ernennung durch Papst Johannes Paul II. zum Bischofskoadjutor mit dem Recht zur Nachfolge.
       
    • Am 16. Oktober 1984 Ernennung zum 83. Bischof von Passau, am 24. November Amtsübernahme. Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste sowie Beauftragter der Bischofskonferenz für die Kontakte zu den Ostkirchen. Am 8. Januar 2001 hat Papst Johannes Paul II. den Rücktritt des damals 75-Jährigen aus Altersgründen angenommen.
       
    • Gestorben am 20. Juni, im Alter von 87 Jahren.
       
    • Wahlspruch: „Im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“.

    Das waren Worte von Bischof Dr. Franz Xaver Eder - Zitate aus Predigten und Ansprachen

    Ein Leben in den Blick genommen: Im Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

    Bilder / Eindrücke

    Das Bistum Passau trauert um Bischof em. Dr. Franz Xaver Eder -  Reaktionen, Nachrufe und Würdigungen.
    Deutsche Bischofskonferenz trauert um Bischof em. Franz Xaver Eder

    Der Beitrag von Kirche im Radio, Armin Berger