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Lage und Geschichte


Lage und Geschichte
 
Taubenbach dürfte seinen Namen wohl vom alten Wort "Daupe" ableiten, das "Wildlager" bedeutet, denn an Wild wird es in dieser waldreichen Gegend nie gefehlt haben.
Der kleine Taubenbach strebt aus dem wenigen terziären Hügelland zwischen Rott und Inn der weiten Ebene zu, wo sich die beiden Gebirgsflüsse Inn und Salzach vereinigen.  Der Fund eines Bronzelappenbeiles auf dem Burgstall von Wimpassing weist auf eine sehr frühe Besiedelung hin.  Der spätere Kult zum hl.  Alban am "Augenbründl" könnte an ein vorchristliches Quellheiligtum angeknüpft haben.  Leider fehlen schriftliche Aufzeichnungen aus dem ersten Jahrtausend; unbekannt bleibt auch die Gründungsgeschichte des anfänglichen Gotteshauses auf dem Hügel nahe des Gnadenbrunnens.  Jedenfalls stand dieses Heiligtum schon im schicksalhaften Jahr 1062 und war damals im Besitz der Edlen von Tann, die hier begütert waren.  Dieses "Thann am Moos" - heute ein Markt mit der vielgerühmten Wallfahrt zum "Herrgott von Tann" - war bereits im 8. Jh. besiedelt. (Die Ursprünge gehen auf eine Siedlung zurück, die schon zur Regierungszeit von Kaiser Karl d. Gr. [768-8141 bezeugt ist.)
Urkundlich nachweisbar ist in der Reihe des bis 1200 regierenden Geschlechts der "Edlen von Tann" für die Zeit von 1060-88 ein "Reimbertus [auch "Reginprecht" genannt] de Tann". Dieser jährzornige Mann hatte sich im Jahr 1060 zu einer schweren Freveltat hinreißen lassen.  Nach einer heftigen Auseinandersetzung verfolgte er seinen Feind bis nach Taubenbach.  Der Gejagte flüchtete in die St. Albankirche und glaubte sich durch das geheiligte Asylrecht geschätzt.  Doch Reimbert drang in das Heiligtum ein und nahm dort seinen Gegner gefangen.  Damit hatte er aber diese Kirche durch eine kriegerische Handlung geschändet und wurde zur Sühne verurteilt, dieses Gotteshaus samt allen rechtlichen Zugehörigkeiten dem Erzbischof von Salzburg zu übereignen. Dort hatte eben der aus schwäbischem Geschlecht stammende Erzbischof Gebhard den Thron bestiegen.  Diesem kam die Tanner Sühnegabe gerade recht, denn er konnte diese für sein neugegründetes steirisches Benediktinerkloster Admont gut gebrauchen.  Durch eine hochherzige Stiftung hatte die hl.  Hemma von Gurk die Errichtung einer Abtei "Ad montes" ermöglicht, in die Mönche aus der Salzburger Abtei St. Peter einzogen.  Erzbischof Gebhard schenkte dem jungen Stift in der Steiermark "Taubenbach cum omni jure", also nicht nur die Kirche, sondern auch die Güterausstattung; darunter waren die 51 Tagwerk große Pfarrpfründe und vielleicht auch die Taverne, von der es im Tavernenverzeichnis 1580 heißt: "Taubenbach 1 Tavern gehört dem Gottshauß doselbst zue, wird allein der Kirchfertter = Pilger] halben Pier ausgeschenckht". Erzbischof Konrad 1., der Graf von Abensberg, bestätigte zwischen 1130 und 1135 dem Kloster Admont seinen Besitz, darunter "ecclesiam sancti Albani iuxta Enum cum omni jure suo quod Reimbertus de Tann sancto Rudberto tradidit, quia inimicum suum in ecclesia consecrata sepit!" Um 1270 übereignete Graf Wernhard von Leonberg den Zins vom Gut Taubenbach der Kirche von Raitenhaslach.  Taubenbach gehörte um 1450 zur großen Urpfarrei Stammham und damit zur Erzdiözese Salzburg; durch die blühende Wallfahrt war bereits ein ansehnliches Vermögen zusammengekommen.  Das Benefizium wurde um 1438 von Pfarrer Dr. Johann Stadler von Stammham gestiftet. Einer der ersten Benefiziaten war "georius Puegncham Capellanus in Tambnpach", der 1488 starb.
Zur selbständigen Pfarrei wurde Taubenbach erst am 23.  September 1897 erhoben und gehörte zu dieser Zeit bereits zum Bistum Passau (seit 1812).
 

 

Kanonische Stiftungsurkunde 
Michael, durch Gottes Barmherzigkeit und des Apostolischen Stuhles Gnade Bischof von Passau
Nachdem seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern, des Königreiches Bayern Verweser, infolge der zwischen der Kgl. bayerischen Staatsregierung und Unserem Ordinariate gepflogenen Verhandlungen durch allerhöchste Entschließung vom 19. Februar lfd. J. die Erhebung des Pfarrvikariates Taubenbach zur Pfarrei allergnädigst genehmigt haben, wie die abschriftlicht hier vorliegende Urkunde ausweist, nachdem ferner der Stiftungsbrief dieser Pfarrei von der Kirchenverwaltung Taubenbach und von den Gemeindeverwaltungen Taubenbach und Eggstetten vorschriftgemäß gefertigt und sowohl vom Kgl. Bezirksamte Pfarrkirchen kuratelamtlich genehmigt als auch von der Kgl. Regierung von Niederbayern, Kammer des Innern, oberkuratelamtlich bestätigt worden ist, wie die gleichfalls angegebene Abschrift kundgibt, so wollen Wir nach Maßgabe des Artikels XII lit. f des Konkordates die Pfarrei Taubenbach kanonisch errichten und errichten dieselbe hiermit wirklich unter den in den angezogenen Beilagen verzeichnete Modalitäten und unter Erhebung der bisherigen Vikariatskirche zum heiligen Martyrer Alban zur Pfarrkirche und lassen hierüber gegenwärtige Urkunde mit unserer Unterschrift und Unserem Siegel ausfertigen.
Gegeben zu Passau am 23. September 1897
+ Michael Bischof

 

 

 

Errichtungsurkunde des Königreichs Bayern
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Luitpold, von Gottes Gnaden Königlicher Prinz von Bayern, Regent.
Wir finden uns allergnädigst bewogen, die Umwandlung des Pfarrvikariates Taubenbach   Bezirksamts Pfarrkirchen, in eine Pfarrei unter nachstehenden Bestimmungen zu genehmigen.
I. bis V. siehe Stiftungsbrief
Hiernach habt ihr unter Rückempfang der vorgelegten Verhandlungen das Weitere zu verfügen und Abschrift des gemäss der Ministerialentschliessung vom 22. Februar 1867 ( Ministerialblatt für Kirchen und Schulangelegenheiten Seite 51 ) hertzstellenden Stiftungsbriefes, sowieder oberhirtlichen Konfirmationsurkunde dem Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten einzusenden.
München, den 19. Februar 1897.gez. Luitpold, Prinz von Bayern
des Königreiches Bayern Verweser. 
gez. Dr. von  Landmann
An die K. Regierung, Kammer des Innern, von Niederbayern
 Auf  Allerhöchsten Befehl
Der Generalsekretär  gez.Britzelmayr.
Die Umwandlung des Pfarrvikariats
Taubenbach, Mezirksamts Pfarrkirchen, in eine Pfarrei betreffend. 

 

 

Stiftungsbrief für die neu errichtete Pfarrei Taubenbach

An der Kirche des hl. Martyrers Alban in Taubenbach bestand seit alter Zeit ein Benefizium, das im Jahre 1498 nach einer noch vorliegenden Urkunde neu errichtet wurde.Später wurden dem Benefiziaten auch die seelsorglichen Funktionen eines Pfarrvikars übertragen. Im Jahre 1804 wurde die Sepultur errrichtet. Schon in den Jahren 1820-30 war die Erhebung des Pfarrvikariats zu einer Pfarrei angestrebt worden. Nachdem im Jahre 1891 diese Bestrebungen erneuert wurden, erfolgte die Allerhöchste Entschließung vom 19. Februar 1897 Nr. 14038, welche die Errichtung einer Pfarrei Taubenbach unter den nachfolgenden Bedingungen genehmigt. Der Pfarrvikariatsbezirk Taubenbach wird in seinem dermaligen Umfange von dem Verbande der Pfarrei Stammham vollständig gelöst und bildet den Sprengel der katholischen Pfarrei Taubenbach mit dem Sitze in Taubenbach. Hienach umfaßt der neue Pfarrsprengel die Ortschaften, Weiler, Einöden der politischen Gemeinde Taubenbach: Aichbauer, Aiching, Braunsberg, Bratzöd, Bruckthal, Buchberg, Dar, Eckmühle, Egging, Eglbauer, Feichtner, Finsterhub, Garneck, Gänsleiten, Graschopf, Hamersberg, Haserer, Hasling, Holzbauer, Horner, Hundsam, Kagerer, Kramer in Geisberg, Maueröd, Mitternhub, Obenhub, Oelbrunn, Priesting, Reinthal, Reiß, Ruckberg, Schönhub, Staudenpoint, Schönstelzham, Tannberg, Tannenbach, Taubenbach, Wiesenberg, Wieser, Windpassing, Wintersteiger, Wolfsspiel, Zoglau; und Etzhäusl der politischen Gemeinde Eggstetten.

II.
Das Einkommen der Pfarrei besteht:
in einer Leistung der Kirchenstiftungskasse zu 342M 86Pf, in den Zinsen zu 114 m 48 pf aus dem Kapitalvermögen der Landesherrlich bestätigten Pfarrpfründestiftung Taubenbach im Betrage von 3023 M 81pf,in dem Ertrage der zugehörigen Realitäten einschlüßig des Anschlages für freie Wohnung zu 367 M 41 pf, in den Einnahmen aus besonders bezahlten Dienstverrichtungen zu 662 M 29 Pf.
Hiezu kommt ein staatlicher Dotationsbeitrag von jährlich 561 M 17 Pf.
 

DIE ERSTEN 100 JAHRE DER PFARREI TAUBENBACH

Kirchengemeinde und Kirche von Taubenbach - das ist nicht nur Geschichte über
100 Jahre.  Das ist Geschichte über mehr als 900 Jahre!
Bald nach der Christianisierung Bayerns hat sich hier eine Gemeinde in der Nähe des vorchristlichen Quellenheiligtums einen festen Steinbau als Gebetsraum geschaffen.  Er wird bereits um das Jahr 1 060 erwähnt, allerdings in einer nicht rühmlichen Begebenheit.  Das Gotteshaus war seinerzeit im Besitz der Edlen von Tann.  Reimbertus von Tann verfolgte in dieser Zeit einen Feind in die Taubenbacher Kirche und fügte ihm Leid zu.  Da damals wie heute in allen Kirchen das Asylrecht galt, wurde er für diese Schandtat bestraft.  Die 51 Tagwerk Pfarrpfründe und die Taverne gingen als Buße an den Erzbischof Gehhard nach Salzburg, der diese wiederum dem neuerrichteten Kloster Admont zur Nutzung überließ.  Um 1270 gehörten die Güter dann den Grafen von Leonberg.
Im Mittelalter entwickelte sich eine blühende Wallfahrt zum heiligen Alban.  Die Pilger kamen von weit her und brachten neben den mit Getreide gefüllten Albanischädein' auch Spenden und Weihegaben mit.  Durch Pachteinnahmen und Ewiggelder (= Zinsen) war ebenfalls ein ansehnliches Vermögen zusammengekommen, dass man Ende des 15.  Jahrhunderts darangehen konnte, einen spätgotischen Neubau zu errichten. 1473 - zu lesen an der Westseite des Chores - kann man als Jahr der Vollendung annehmen.  Nach seinem Hauptwerk wird der nicht namentlich überlieferte Baumeister dieser Kirche als "Meister von Taubenbach" benannt.  Um das Jahr 1530 wurde einer der berühmtesten gotischen Türme des heutigen Bistums Passau durch den Meister von Vilshofen-Hofkirchen vollendet.  Taubenbach gehörte damals bereits fast 1 00 Jahre zur Pfarrei Stammham und damit zur Erzdiözese Salzburg.
Im Jahre 1 640 , also noch während des Dreißigjährigen Krieges, verfügte die Wallfahrtskasse wiederum über ein großes Vermögen, dass die besten Künstler der Gegend, die Brüder Martin und Michael Zürn, beauftragt werden konnten, einen neuen Hochaltar anzufertigen.  In den zwei Jahren 1642 bis 1643 schufen sie in Burghausen das gewaltige Werk, dessentwegen heute noch viele Kunstfreunde anreisen.
Die ehrwürdige Kirche von Taubenbach hatte also schon einen langen Weg hinter sich, als sie endlich 1 897 zur Pfarrkirche erhoben wurde.
Was war dies für eine Zeit?
Der europäische Kontinent befand sich nach dem Krieg von 1 870/71 in ruhiger Entwicklung. Österreich wurde von Kaiser Franz Josef 1., Russland von Zar Nikolaus 11. und Deutschland von Kaiser Wilhelm 11. regiert.  Die katholische Kirche wurde von Papst Leo XIII geleitet.  In Passau residierte Bischof Michael Ranft.  Er war im Gegensatz zu heute in der glücklichen Lage, sich über sehr viel Priesternachwuchs freuen zu können.  So mussten viele junge Geistliche, viele, ja allzu viele Jahre als Kapläne dienen.  Diesen Zustand wollte der Bischof ändern und erhob viele Pfarrvikariate zu Pfarreien.  Am 23. September 1897 war es für Taubenbach so weit, das etwa um 1500 Vikariat geworden war unter Vereinigung mit dem im 14. Jahrhundert gestifteten und 1438 neu aufgerichteten Benefizium.
Johann Ev.  Spiegelbauer war der erste Pfarrer in Taubenbach.
In den Anfängen der Pfarrei geschah es, dass der Mensch in Bereiche vorstieß, die bisher nur im Traum zugänglich gewesen waren. Der Amerikaner Wilburg Write flog nach den kühnen Flugversuchen Lilienthals mit einem Motor zwölf Sekunden lang und hatte damit das Zeitalter des Flugzeugs begonnen.  Albert Einstein veröffentlichte seine Schrift über die "spezielle Relativitätstheorie".  Max Plank fand das Strahlengesetz und entwickelte die Quantentheorie.  Marie und Pierre Curie konnten die radioaktiven Elemente Radium und Polonium nachweisen. - Und von Taubenbach heißt es in den damals üblichen Osterberichten': "Die Seelsorgestelle Taubenbach besteht zumeist aus auf Bergeshöhen verheilten Weilern und Einöden, so dass die natürliche Lage den Frieden in der Gemeinde und die Eintracht zwischen den einzelnen Familien begünstigt .... Mit anerkennenswertem Eifer betreiben die hiesigen Bewohner die Landwirtschaft.  Der größte Teil der Pfarrangehörigen sind Hausgesessene mit ihren Angehörigen.  Wir haben keine großen Bauern mit vielen Dienstboten, sondern fast nur mittlere und kleine Besitzer, vielfach solche, die mit ihren eigenen Leuten fast alles bewirtschaften können .... Eifer für Gottes Ehre, Begeisterung für den hl.  Glauben, Liebe und Anhänglichkeit an die hl.  Kirche sind sehr vorhanden und offenbaren sich bei manchen Anlässen in wahrhaft erbaulicher Weise .... Für kirchliche und wohltätige Werke ist guter Wille vorhanden; die Gaben selber sind nicht mehr so reichlich, da vielfach die Mittel hierzu fehlen."
In diese Welt schlug 1914 das Ungewitter des ersten Weltkrieges verheerend hinein. 58 Taubenbacher mussten einrücken und 1 9 davon kehrten nicht mehr heim.  Der daheim gebliebenen Bevölkerung erging es jedoch nicht allzu schlecht.  " Eigentliche Arme gibt es gar nicht, den meisten geht es gut, sie haben ihr gutes Auskommen, nicht wenige sind wohlhabend, wenn auch nicht reich im eigentlichen Sinne,' schrieb der Pfarrer. In den folgenden Jahren fuhren jedoch viele Taubenbacher zur Arbeit in die Fabriken nach Burghausen, Töging, Burgkirchen, Gendorf und Lahnhofen.  Und so ist es bis zum heutigen Tag geblieben.  Die Schichtarbeit in diesen Betrieben wirkt sich für alle erschwerend für den regelmäßigen Gottesdienstbesuch aus.
In den darauffolgenden Jahren änderte sich für Taubenbach nicht viel.  Politisch war es eine Hochburg des Bauern- und Mittelstandbundes, bis sich bei der Reichstagswahl vom 14.09.1930 die ersten zehn Stimmen für die Nationalsozialisten zeigten.  Bei der Reichstagswahl vom 21.07.1932 erhielten die Nationalsozialisten schon 46 Stimmen.  Bereits im Oktober 1933 meldete der Pfarrer, dass nun alle Vertreter des Gemeinderates Mitglieder der NSDAP waren und das Verbot der Versammlung katholischer Vereine ausgesprochen worden war.  Obwohl die Losung 1935 bereits hieß: "Entweder deutsch oder katholisch" hat die Bevölkerung von Taubenbach zum großen Teil " ihre überkommene religiös-sittliche Haltung weiter bewahrt" . Niemand trat aus der Kirche aus und niemand ging gerichtlich gegen den Pfarrer vor.  Dieser musste jedoch so klug sein und in seinen Seelsorgeberichten ab 1937 zu den Angaben "Soziale und politische Verhältnisse" keine weiteren Angaben mehr zu machen.  Es ist aber bekannt, dass Bürgermeister und Lehrer, obwohl gezwungenermaßen bei der Partei, sich niemals unbotmäßig gegenüber dem Seelsorger benahmen.  Für die Kirche und deren Priester war diese Zeit wahrlich nicht einfach.  So wurden zum Beispiel auch die Predigten des Taubenbacher Pfarrers belauscht.  Eine Person betrat dazu die Kirche beim Turmaufgang und schlich dann auf das Oratorium.  Obwohl eine andere Person die Entfernung der Kreuze aus der Schule vehement forderte, wurden diese hängen gelassen und auch jeden Morgen nicht die üblichen "Hitlergebete", sondern ein christliches Gebet gesprochen.  Der Geistliche beklagte zwar: "Es wurde beim Beten kein Kreuzzeichen gemacht.  Es wurden die Hände nicht gefaltet.  Die Buben setzten beim Beten vielfach den Hut auf. Aber eine gewollte antireligiöse Beeinflussung der Jugend fand nicht statt."
"Im Laufe des Krieges wurden zwei Glocken, zwei Kerzenleuchter und ein Weihrauchgefäß enteignet und zu Kriegszwecken verwendet."
Während der zwölf Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft gab es in Taubenbach Dank der immer für Ausgleich suchenden Art des Bürgermeisters "keine besonderen Unruhen.  Die geheime Staatspolizei hatte nichts zu tun, es wurde niemand wegen religiöser Einstellung benachteiligt.  Es war niemand in einem Konzentrationslager.'
Im Juli 1945 schrieb Pfarrer Einwanger :"Dieser Krieg hat viel Leid, Sorgen und Entbehrungen in die Familien gebracht, aber grobe Ungerechtigkeiten oder auch Zerstörungen sind nicht vorgekommen. Gegen Ende des Krieges war freilich die Bevölkerung voller Angst wegen der Dinge, die da kommen sollten.  Doch hat sich die Besetzung durch die Amerikaner, die am 1. Mai mit einigen Panzerwagen einrückten, ohne Gewaltanwendung vollzogen."
1945 bereits kehrten von den Soldaten 22 Ehemänner und 23 Burschen zurück, in der Gefangenschaft befanden sich noch 1 7 Ehemänner und 30 Burschen.  Einunddreißig Männer fielen und sechs blieben vermisst.  Dies brachte für die betroffenen Familien, für die Ehefrauen und Kinder viel Leid.
Viele Menschen mussten während und nach dem Krieg auch in der kleinen Gemeinde Taubenbach aufgenommen werden: 110 Katholiken mit 41 Kindern, 109 evangelische Christen mit 47 Kinder, 135 ungarische Soldaten nebst 66 Civilungarn.  Insgesamt waren es 508 Personen und infolgedessen herrschte große Wohnungsnot, denn "die meisten Eingesessenen haben Flüchtlinge im Haus und tun für sie, was sie können.' Wegen der vielen Flüchtlinge fand ab 1 945 am Sonntag ein dritter Gottesdienst statt.  Der Pfarrer schreibt erfreut: "Bei allen drei Gottesdiensten ist die Kirche gut besetzt. Besonders eifrig sind die Ungarn. fast sämtliche Männer singen dabei.  Das hat Taubenbach auch noch nicht erlebt in der Pfarrkirche.'
Danach verlief eine für die Kirche von Taubenbach ruhige Zeit, bis Pfarrer Otto Sailer kam und eine rege Renovierungstätigkeit entwickelte.  Hier nur einige wichtige Baumaßnahmen während seiner Zeit in Taubenbach: Renovierung des Pfarrhofs, Deckung des Kirchendaches, Einbau einer Kirchenheizung, Innenrenovierung der Kirche, Restaurierung des Hochaltares, und als letztes Werk der Einbau einer neuen Orgel.
Das Zweite Vatikanische Konzil hatte neben der liturgischen Veränderungen den Menschen klar machen wollen, daß wir alle zum pilgernden Volk Gottes gehören.  Die Laien" wurden mehr eingebunden.  Seitdem setzen sich viele Männer und Frauen in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung für die Belange der Kirche ein und Lektoren und Lektorinnen übernahmen die Lesungen im Gottesdienst.
Aber auch das Gemeindeleben konnte neu belebt werden.  Für die Frauen wurde 1966 der Katholische Frauenbund gegründet, die Alten gründeten 1971 den Altenclub und die Jugend konnte sich ab 1983 in der Kolpingfamilie zuhause wissen.
Der neue Pfarrer, Hans Fischer, konnte hier dankbar daran anknüpfen.  Aber auch mit ihm mussten die Baumaßnehmen weitergehen: Trockenlegung des Pfarrhofs und der Albanikapelle, Renovierung des Kirchturms und Außenrenovierung des einmaligen Ensembles von Kirche, Pfarrhof und Kapelle.
Aber nicht nur an Gebäuden wurde gestaltet. Die Pfarrei erlebte auch sonst noch viele erfreuliche Dinge.  Mädchen dienten fortan als Ministrantinnen und eine Kommunionhelferin bekam ihre ehrenvolle Aufgaben übertragen. 1990 wurde der Pfarrverband Reut - Taubenbach gegründet.  Wortgottesdienstleiter und Wortgottesdienstleiterinnen gestalten seit 1995 Gottesdienste und führen somit die Gedanken des Konzils noch weiter. Ein Kinderchor und ein Jugendchor beleben die Gottesdienste, eine Mutter-Kind-Gruppe ist um die frühe soziale Förderung der Kleinen bemüht und der DJK-SV Taubenbach ist bestrebt, eine christliche Grundhaltung in allen sportlichen Begegnungen zu zeigen. Gerade aber beim Abbau der finanziellen Belastungen der Kirche entwickelte der gesamte Ort einen Ideenreichtum und unvergleichlichen Gemeinschaftssinn.  Dieser bewies sich auch wieder, als Klaus Metzl 1993 seine Primiz feiern konnte.
H. H. Pfarrer BGR Hans Fischer ging nach 23 Jahre Pfarrer in Taubenbach und
20 Jahren Pfarrer des Pfarrverbandes Taubenbach - Reut am 1. September 2010 in seinen wohlverdienten Ruhestand.
 
Im Zuge einer Umstrukturierung der Pfarrverbände wurden am 1. September 2010 vom
Bischöflichen Ordinariat die Pfarrverbände Taubenbach - Reut und der Pfarrverband Tann zu einem gemeinsamen Pfarrverband vereinigt.
Als neuer Seelsorger im Pfarrverband mit Wohnsitz in Taubenbach wurde
Kaplan Peter Kieweg vom Ordinariat bestimmt.
H.H. Pfarrer Wolfgang Reincke, Amtsitz Tann, wird neuer Pfarrer im Pfarrverband Tann.