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Presse
Für ihn wie ein Sprung ins kalte Wasser
Dekan Alois Messerer ist seit 20 Jahren Stadtpfarrer von Simbach - „Sport nur noch vom Sofa aus“
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| So berichtete die PNP am 8. September 1990 über den neuen Simbacher Pfarrer. (Foto: red/cs) |
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Von Christina Schmid
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Simbach. „Wie doch die Zeit vergeht“ - Dieser Satz geht Monsignore Alois Messerer in diesen Tagen gewiss durch den Kopf. Seit 20 Jahren ist er Simbacher Stadtpfarrer, am ersten Sonntag im Oktober 1990 wurde er in dieses Amt eingeführt, offiziell am 1. September 1990 dazu ernannt.
„Aller Anfang ist schwer, heißt es. Auch ich hatte mit etwas Angst den Pfarrverband damals übernommen, denn lieber wollte ich meine Lehrtätigkeit am Tassilo-Gymnasium fortsetzen. Insgesamt habe ich 16 Jahre am Gymnasium unterrichtet, 14 Jahre in Grafenau, zwei in Simbach“, erinnert sich Messerer.
Für den Pfarrverband Simbach war damals ein neuer Seelsorger gesucht worden. Nach zweimaliger Ausschreibung hatte sich immer noch kein Pfarrer gefunden. Keiner wollte nach Simbach. „Ich versuche es. Wenn es nicht klappt, gehe ich wieder in den Schuldienst, hatte ich damals mehr zögerlich, als enthusiastisch zugesagt“, berichtet er und erklärt, dass er bis auf die Zeit als Kaplan keine Erfahrung in der seelsorgerischen Praxis, geschweige denn in der Pfarrverwaltung hatte.
„Es war wie der berühmte Sprung ins kalte Wasser. Schnell mussten notwendige Renovierungsmaßnahmen angegangen werden. Seit ich in Simbach Stadtpfarrer bin, war ich immer mit einem Bauprojekt beschäftigt“, sagt Messerer und zählt einige große Maßnahmen auf: Pfarrhofsanierung, Erneuerung der Kirchenheizung in der Stadtpfarrkirche St. Marien, Anschaffung der neuen Orgel, Grundsanierung im Kindergarten Dreifaltigkeit, Renovierungen in der Erlacher Kirche, Generalsanierung des Pfarrheimes, Außensanierung der Dreifaltigkeitskirche, Trockenlegung der Nordseite der Erlacher Kirche, Kirchturmrenovierung in Kirchberg, Anbau und Umbau im Kindergarten Dreifaltigkeit.
„Ein Anliegen war mir immer die Zusammenfügung des Pfarrverbandes“, betonte er. Die Pfarreien St. Marien, Dreifaltigkeit, Erlach und Kirchberg gehörten zum Pfarrverband Simbach, als Messerer Stadtpfarrer wurde. 1995 kam Eggstetten hinzu. Die zwei Stadtpfarreien und die weiteren ländlich strukturierten Pfarreien galt es zu verbinden. „Zunächst erfolgten gemeinsame Ausschüsse der Pfarrgemeinderäte, schließlich kamen zentrale Gottesdienste im gesamten Pfarrverband hinzu. Ein weiterer Schritt war die Installierung eines Pfarrverbandsrates, in dem PGR-Vorsitzende und Kirchenpfleger der fünf Pfarreien sowie das Pfarrteam (Pfarrer, Kaplan, Pastoralreferenten, Gemeindereferenten) vertreten waren. Im Laufe der Zeit sind die Pfarreien zusammen gewachsen und so kann jetzt in Simbach im Auftrag des Bischofs das Modell eines Gesamtpfarrgemeinderates, das für andere Pfarrverbände zukunftsweisend sein soll, ohne Probleme durchgeführt werden“, erzählt Messerer, der am 20. Februar 1944 in Schwanenkirchen bei Hengersberg geboren wurde.
„Ein Mann für das Volk will ich sein. Der neue Stadtpfarrer Alois Messerer setzt auf persönliche Kontakte und baut auf engagierte Laien“, hieß es in der PNP am 8. September 1990, als er als vorgestellt wurde. Nach 20 Jahren bemerkt Messerer: „Das Leben hier in den Pfarreien ist sehr aktiv, obwohl der Kirchenbesuch im Laufe der Jahre allgemein abgenommen hat. Positiv ist, dass es in allen Pfarreien des Pfarrverbandes engagierte, pflichtbewusste Ehrenamtliche gibt. Für liturgische Dienste, als Ministranten, in Kirchenchören, Pfarrgemeinderat oder Kirchenverwaltungen setzen sich die Menschen mit Eifer ein“, würdigt er und erwähnt die Gründungen der Orts-Caritasverbände Simbach-Erlach und Kirchberg in seiner Wirkungszeit.
Auch das gute Miteinander im Pfarrteam und mit den engen Mitarbeitern hebt er hervor. Wollte er schon immer Pfarrer werden? „Zunächst war Lehrer mein Berufswunsch. Latein, Griechisch und Geschichte interessierten mit. Nach dem Abitur entschied ich mich für das Theologiestudium. Mein Bruder und ich wurden religiös erzogen, doch die Eltern haben mir die berufliche Entscheidungsfreiheit gelassen“, erzählt Messerer, der mit der Verwandtschaft jedes Jahr im August seinen Großcousin, Papst Benedikt XVI., in Castell Gandolfo besucht.
Gefällt’s in Simbach? Schnell kommt ein Ja: „Die Ökumene, die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche ist sehr fruchtbar. Auch den Kontakt zu örtlichen Vereinen, die immer wieder kirchliche Feste mitfeiern und das Leben der Stadt allgemein bereichern, empfinde ich als sehr positiv. Es gibt hier viele Menschen, die unterstützen und Ideen in die Tat umsetzen helfen“, sagt Messerer, der übrigens der dienstälteste Dekan in der Diözese Passau ist.
1994 wurde er zum ersten Mal zum Dekan gewählt und seitdem alle fünf Jahre neu; 1999 erhielt er für seine Verdienste die Bezeichnung „Bischöflich geistlicher Rat“, 2005 „Monsignore“. Er mag offene Menschen, die ihre Meinungen geradeheraus sagen.
In der Fülle seiner Aufgaben bleibt nur geraume Zeit für Hobbys. Gerne liest er dann, hört klassische Musik, genießt die Ruhe des Bayerischen Waldes oder macht Studienreisen, die bisher zum Beispiel in die Mongolei oder nach Island führten. Lange hat er aktiv Fußball gespielt und auch mit Vorliebe Volleyball. „Heute mache nur noch Sport vom Sofa aus. Ich bin ein Fan von 1860 München und zittere bei den Spielen immer mit“, gibt er zu.
„Blasmusik höre ich mit Begeisterung und es freut mich immer, wenn ich bei passender Gelegenheit einige Stücke dirigieren darf“, fügt er schmunzelnd hinzu. Skepsis hatte seinen Einstieg als Stadtpfarrer begleitet, heute freut er sich, dass sich vieles so positiv entwickelt hat. „Trau dir was zu, dann gelingt es auch““, sagt er im Blick auf seine eigene Erfahrung.





