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Zunftstangen der Wallfahrtskirche Tann


 

Über Jahrhunderte war das Handwerk in Tann die beherrschende Wirtschaftskraft. Eingefügt in eine feste ständische Ordnung, bestimmte das Handwerk die Gesellschaft des Marktes. Das Zunftwesen und die Zunftordnung prägten wesentlich das Zusammenleben der Tanner Bürger. Eine Vielzahl von Handwerksbetrieben, allen voran die Tuchmacher und Weber, gab den Markt über Jahrhunderte Arbeit und Brot.

Eine Liste der Handwerksbetriebe aus dem Jahre 1804 zeigt, wie vielfältig die im Markt vertretenen Berufe waren. Damals, zur Blütezeit des Handwerks, gab es in Tann folgende Handwerker:

19 Leinweber, 10 Schuhmacher, 6 Schneider, 5 Bierbrauer, 5 Metzger, 4 Binder, je drei Schmiede, Schreiner, Krämer und Handelsmänner, je zwei Lederer, Hafner, Wein- und Weißbierausschenker, Tuscherer und Bäcker dazu je ein Färber, Seifensieder, Kürschner, Seiler, Glaser, Hutmacher, Wagner, Sattler, Uhrmacher, Maler, Siebler, Zimmerer, Bortenmacher, Nagelschmied, Schlosser, Gürtler, Stricker, Weißgerber, Lebzelter, Chirurg, Wachszieher, Spengler, Kupferschmied, Zinngießer, Steinmetz, Buchbinder und Drechsler. (…)

Bemerkenswert ist ferner die Zahl von fünf Bierbrauern, Gasthäusern und Metzgern sowie von zehn Schuhmachern. Dies verdeutlicht, daß ein wesentlicher Teil der Tanner Wirtschaft auf die Besucherströme baute, die mit den Wochen- Jahrmärkten sowie der großen Wallfahrt in den Markt kamen." (Aus dem Tanner Jubiläumsband)

 

Unsere Heiligen auf den Prozessionsstangen sind wahrscheinlich folgenden Handwerksberufen zu zuordnen:

Hl. Severus             Leinwebern und Spinner

Hl. Crispinius          Schumachern, Sattlern und Gerber

Hl. Stephanus         Schneider und Kutscher

Hl. Laurentius        Bierbrauern

Hl. Andreas            Metzgern

Hl. Johannes Babt. Bindern und Bauleuten

Hl. Rochus              Ärzten, Chirurgen und Apotheker

Hl. Nikolaus            Händlern

 

 

"Ermahne die, die in dieser Welt reich sind, nicht überheblich zu werden und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen. Sie sollen wohltätig sein, reich werden an guten Werken, freigebig sein und, was sie haben, mit anderen teilen. So sammeln sie sich einen Schatz als sichere Grundlage für die Zukunft, um das wahre Leben zu erlangen. Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist. Halte dich fern von dem gottlosen Geschwätz und den falschen Lehren der sogenannten «Erkenntnis»! Nicht wenige, die sich darauf eingelassen haben, sind vom Weg des Glaubens abgekommen. Die Gnade sei mit euch!" (1 Tim 6,17-21)

 

Die Zunftstangen wurden 2011 und 2012 restauriert und Pfingsten 2012 durch Pfarrer Reincke neu gesegnet.

 

Hl. Nikolaus

Attribut: Bischofsstab (und normalerweise Buch mit golden Äpfeln oder Salzfass)

 

 

Hl. Andreas

Attribut: Andreaskreuz

 

 

 

 

Hl. Crispinius

Attribut: Wanderstab und Schuh

 

 

 

 

Hl. Johannes der Täufer

Attribut: Kreuzstab, Taufmuschel, oft Kamelhaarumhang

 

 

 

 

 

Hl. Laurentius

Attribut: Buch, Rost und Dalmatik (Diakonengewand)

 

 

 

 

 

Hl. Rochus

Attribut: Hund und offene Wunde

 

 

 

 

Hl. Severus

Attribut: Bischofsstab und Buch

 

 

 

 

Hl. Stephanus

Attribut: Märtyrerpalme, Steine und Dalmatik (Diakonengewand)

 

 

 

 

Hl. Engel

Attribut: Wurst oder Brot? evtl. für die Metzger/Bäcker

 

 

 

 

Hl. Engel

Attribut: Brezel (evtl. für Bäcker?)

 

 

 

 

 Laterne

Begleitung des Allerheiligsten bei Prozessionen und Flurumgängen (wie die Fahnen)