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Propädeutikum Hausgemeinschaft


      

                                                                                                  

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Grundanliegen

Zum September 2008 wird in allen bayerischen und den fünf ostdeutschen Diözesen für alle, die Priester werden wollen, eine propädeutische Ausbildungsphase verbindlich eingeführt. Ein Propädeutikum gibt es bereits in vielen Diözesen Deutschlands und ist von der Gesamtkirche für die Priesterbildung vorgesehen. Mit diesem Beschluss der bayerischen Bischöfe auf der Herbstvollversammlung 2007 in Freising antworten sie auf die gestiegenen Anforderungen an die Priester im 21. Jahrhundert mit einer Qualitätssicherung und Optimierung der Priesterausbildung.

Durch diese Investition in eine gediegene und umfassende Grundausbildung soll der komplexer gewordenen Situation der Gesellschaft und der Seelsorger Rechnung getragen werden. "Glaubens-, Lebens- und Sprachenschule" heißen die Stichworte, die das Ausbildungskonzept des bayerischen Propädeutikums umfassen.

Die Einübung der geistlichen Grundvollzüge, ein sozialpraktischer Einsatz, das Kennen- und Liebenlernen des kirchlichen Lebens und geistlichen Dienstes sowie das Absolvieren der für das Studium notwendigen Sprachen (Latein, Griechisch und Hebräisch) gehören dazu. Den individuellen Voraussetzungen und Vorbildungen der angehenden Priesterkandidaten soll im Propädeutikum Rechnung getragen werden. Das Propädeutikum wird von einem Direktor geleitet – aktuell der jeweilige Regens von Bamberg und Passau. Ihm zur Seite steht ein zweiter Priester für die geistliche Ausbildung und Begleitung.
 

Ziele

In der Rahmenordnung für die Priesterbildung ist für alle Männer, die sich für den Beruf des Weltpriesters entschieden haben, eine propädeutische Phase vor dem Studium und zu Beginn der Ausbildung im Priesterseminar vorgesehen.

Als Ziele des Propädeutikums werden genannt: Ein umfassenderes Verständnis der Identität des Priestertums vermitteln, auch im Blick auf den Priester als Lehrer des Glaubens, eine Glaubensvertiefung und Einführung in das geistliche Leben ermöglichen, eine praktische Einübung in das Gemeinschaftsleben, eine Reflexion der eigenen Biographie und Vertiefung der Motivation.

Beim Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom 2006 hat Papst Benedikt XVI. das gesamte Propädeutikum ausdrücklich begrüßt und als weiteres Ziel hinzugefügt, die alten Sprachen erlernen.
 

Glaubensschule

Das Propädeutikum soll den Priesterkandidaten Gelegenheit geben, den persönlichen Glauben existenziell zu vertiefen und den Reichtum kirchlicher Glaubensformen und -inhalte zu entdecken. Das Einüben und Feiern der Liturgie spielt eine wichtige Rolle. Bevor mit dem Theologiestudium die wissenschaftliche Glaubensreflexion beginnt, ist es hilfreich, sich zunächst des eigenen Gottesbildes zu vergewissern und das persönliche Kirchen- und Priesterbild zu klären. Die elementaren Vollzüge eines geistlichen Lebens werden im Rhythmus des Kirchenjahres eingeübt.

Lebensschule

Durch einen regelmäßigen und qualifizierten Praxiseinsatz in sozial-caritativen Berufsfeldern bieten sich den Priesterkandidaten Gelegenheiten, Verfügbarkeit, Dienstbereitschaft und die diakonische Haltung der Nächstenliebe und des Hirtendienstes als elementare Aufgaben des priesterlichen Dienstes in die Tat umzusetzen. Praktische Ausbildungselemente wie Stimmbildung und kirchenmusikalische Ausbildung kommen hinzu. Das Zusammenleben im gleichen Haus soll mitverantwortlich gestaltet und die soziale Kompetenz gefördert werden.
 

Sprachenschule

Da für das Theologiestudium Kenntnisse in dendrei alten Sprachen erforderlich sind und viele Neueinsteiger Latein, Altgriechisch und Hebräisch an der Universität nachlernen müssen, werden die Propädeutiker für zwei alte Sprachen die für den Diplomstudiengang geforderten Sprachenkenntnisse bereits in diesem Vorkurs erwerben können. Damit kann das Grundstudium wesentlich entlastet und wieder ganz den philosophischen und theologischen Studien gewidmet werden. Wer bereits Latein und Griechisch absolviert hat, kann Hebräisch erlernen und Grundkenntnisse in einer modernen Fremdsprache erwerben.
 

Kein zusammenhangloses Nebeneinander

Die Anhäufung von Einzel- und Spezialwissen prägt in der Regel den schulischen und akademischen Alltag. Leider ist das Ergebnis nicht gerade nachhaltig. Längst hat man erkannt, dass Verschulung zwar kurzzeitig zur Wissensanhäufung führt, aber dem konkreten Leben nur in völlig unzureichender Weise dient. Nicht das reproduzierte Wissen trägt, sondern das reflektierte und in ganzheitlicher Weise erschlossene. Deswegen geht das Propädeutikum nicht den Weg des mechanistischen Denkens und zusammenhanglosen Nebeneinanders. Im Gegenteil!
 

Ein ganzheitliches Lernmodell

Das zugrunde liegende Lernmodell des Propädeutikums setzt ganz auf organische Lernprozesse. Wie die Natur aus ganzheitlichen Lebensgebilden besteht, die nur im ökologischen Gleichgewicht gesund sind, zeichnet auch den Menschen eine sehr komplexe Seinsstruktur aus. Gegen alle einseitigen Lernformen setzt ganzheitliches Lernen genau hier an. Es geht um die Verbindung von Theorie und Praxis, Glaube und Wissen, das Miteinander von Leben und Studieren, Kennen und Einüben, die Ergänzung des Arbeitens durch Beten und Feiern sowie klassischen Unterricht und lebensnahe Exkursionen. Diese innere Balance macht den Reiz des Propädeutikums aus.

Auf den Spuren Jesu

Ein exemplarisches Lernfeld für diese Verbindung von Glauben und Wissen bietet eine mehrwöchige Exkursion ins Heilige Land. Es ist eine Bibelschule ganz eigener Art, wenn man wie die Jünger damals im Land der Bibel auf den Spuren Jesu unterwegs sein kann. Originalschauplätze und das, was heute noch davon geblieben ist, lassen die Lebensbedingungen der ersten Christen besser erahnen als Bildbände und DVDs.

Wenn Ausgrabungen von alten Kulturen erzählen und Begegnungen mit Juden und Moslems, mit Orthodoxen und Kopten Religionen mit konkreten Gesichtern verbinden, wird Glaube lebendig.
 

Wie eine Bibelschule

Selbstversorgung in einfachen Quartieren kann leicht in Kauf genommen werden, weil der Reichtum an Erfahrung und die Lebens-, Glaubens- und Gebetsgemeinschaft alle Anstrengung aufwiegt. In dieser Bibelschule soll nicht nur die Bibel gelesen, sondern auch in regelmäßigen Austauschrunden reflektiert werden. Selbst erarbeitete Kurzreferate geben darüber hinaus spezifische Einblicke.