Einfache Meditationsabende


Modelle für einfache Meditationsabende

 

Modell 1

Geeigneter Ort: eine Kirche

 

1.) 20:30 Treffen:
durch Anschlagen der Klangschale wird eine Stille eingeleitet

2.) Lied
(immer das Gleiche, entweder ein bekanntes Gottesloblied oder ein Taizé-Lied)

3.) Sitzhaltung – Hinführung

4.) Gebet der liebenden Aufmerksamkeit
(Anleitung siehe unten) – 5 min

5.) Psalmwort/Bibelwort
(damit gehen wir ins Schweigen und lassen es auf uns wirken)

6.) 21:00 Neun-Uhr-Schlagen (Kirchenglocke)

7.) Klangschale anschlagen –
Wiederholung des Bibelwortes durch den Leiter/die Leiterin

8.) Vater unser im Stehen

9.) Segensgebet

 

 

zu 1.) Selbstverständlich kann auch eine andere Uhrzeit für das Beginnen verwendet werden

zu 3.) ein Beispiel – der folgende Text kann auch verkürzt verwendet werden:

 

Ankommen im Sitzen

Ich habe jetzt Zeit, ich brauche nichts zu leisten.
Ich kann die Augen schließen.
Ich nehme den Kontakt der Füße zum Boden wahr. Ich spüre den Kontakt zur Sitzfläche. Ich lasse mich mit meinem ganzen Gewicht nieder. Sie trägt mich.
Die Hände ruhen locker auf den Oberschenkeln.
Ich fühle mich in mein Becken - in meine Leibmitte - ein.
Ich taste, soweit mit das in meiner Vorstellung gelingt, zärtlich die Wirbelsäule nach oben und richte mich auf.
Ich lockere meine Schultern. Ich streiche in meiner Vorstellung über den Hinterkopf zum Scheitelpunkt. Hier denke ich mir einen Faden, der mich von oben hält.
Ich lasse meine Stirn- und Mundpartie los. Meine Falten glätten sich.
Gedanken, die kommen, lasse ich liebevoll weiterziehen.
Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem, wie er in seinem natürlichen Rhythmus in mir fließt.
Ich darf ausatmen – durchatmen – aufatmen.
Mit meinem Ausatmen lasse ich alle Anspannung und alles Bedrängende los.
Ich werde ruhig, mein Ausatmen wird länger.

Ich bin da vor Dir, mein Gott.
Ich bin ganz in Deiner Gegenwart.

 
Zu 4.)

Grundschritte für das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

 

Hinspüren
Ich bin da.
Gott ist (für mich) da. Er will nichts von mir, sondern etwas für mich: dass ich lebendig bleibe. „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch!“ (Irenäus)
Wahrnehmen
Ich schaue auf den Tag: was nehme ich wahr?
Ich verweile, wo ich angesprochen bin.
Danken
Was hat mir gut getan?
Wo bin ich beschenkt?
Versöhnen
Was will sich ordnen, befreien, versöhnen in mir?
Vorausschauen
Wo verspüre ich einen Impuls für den nächsten Tag?
Ich vertraue Gott meine Pläne für morgen an.

Zu 5.) Beispiele für Bibel-/Psalmworte:

Gotteslob-Verse

  • Alles, was atmet, lobe den Herrn. (678)
  • Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (90 u. 487 u. 719)
  • Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. (535,6 u. 718)
  • Du führst mich hinaus in Weite; du machst meine Finsternis hell. (712)
  • Meine Seele dürstet allezeit nach Gott. (209,3 u. 726)
  • All ihr Dürstenden, kommt zum Wasser, kommt und trinkt mit Freuden. (209,3 u. 526,6)
  • Gott redet, und Quellen springen auf: Wasser des Lebens bricht hervor, Halleluja. (211)
  • Freudig lasst uns schöpfen lebendige Wasser aus den Quellen des Heiles. (803)
  • Singet dem Herrn und preiset seinen Namen. (527,1)
  • Preiset den Herrn zu aller Zeit, denn er ist gut. (477 u. 723,3)
  • Lobe den Herrn meine Seele, für alles, was er dir Gutes tut. (742,2 u. 759)
  • Meine Seele, preise den Herrn. (527,3 u. 743)
  • Wie schön ist es, dem Herrn zu danken. (737)
  • Herr, du kennst mein Herz; bei dir bin ich geborgen. (755)
Hinweis: Statt „Herr“ kann auch „Gott“ eingesetzt werden!
 
Zu 9.)
Bsp.:
Gott, der gut wie ein Vater und zärtlich wie eine Mutter ist, segne uns. Er beschütze uns auf unseren Wegen. Er gebe Kraft, wo es nötig ist. Er schenke Licht, wo es dunkel ist.
So segne uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. AMEN.
 

 
Für Rückfragen:
Sr. Franziska Mitterer
Mail: sr.franziska.mitterer@bistum-passau.de
Telefon: 0851/931 44-109 oder Handy: 0160/310 94 92