1. Woche - Mich einlassen


Gebet zur 1. Woche

Guter Gott, ich bitte dich zu Beginn der Exerzitien
um Gelassenheit und Ruhe
um Langsamkeit und Ausdauer
um Demut und Geduld
um Weite und Großherzigkeit
um Offenheit und Staunen
um Träume und Visionen
um Dankbarkeit und Achtsamkeit
um Barmherzigkeit und Klarheit
um Liebe und Sanftmut
um Vertrauen und Mut

Guter Gott, ich vertraue auf dich.
Du führst mich den Weg zum Leben.

 

 

1. Impuls

Vorbereitungsgebet

Beginnen
Ich gehe meinen Tag durch und überlege, wann die beste Gebetszeit für die Exerzitien im Alltag sein kann (ca. 20–30 min).
Ich achte auf freie Zeiten, auf Zwischenzeiten, auf Übergangszeiten.
Ich überlege, welche Tätigkeiten oder Angewohnheiten ich einschränken kann, um die nötige Zeit zu finden.
Ich suche für die Exerzitien eine Zeit, in der ich aufmerksam und wach da sein kann.
Ich markiere die Ergebnisse in der Zeitskizze auf der gegenüberliegenden Seite.
Ich trage auch die Gebetszeiten für die zeitlich anders verlaufenden Samstage und Sonntage ein.
Wenn ich einen unregelmäßigen Tagesrhythmus habe, kann es hilfreich sein, am Vorabend die Gebetszeit festzulegen.
Ich lege Stift und Zettel bereit, um das, was sich im Gebet getan hat, zu notieren.
Ich probiere eine Art zu sitzen, die mir hilft, gelöst, offen und wach da zu sein.

Da-sein dürfen
nichts leisten müssen
Da-sein dürfen
und durchatmen
Da-sein dürfen
und daran glauben,
dass du, Gott,
nicht etwas von mir
sondern für mich willst
Hilf mir, daran zu glauben

Oder:

ich gehe einen vertrauten Weg,
vielleicht einen, den ich öfter gehe,
besonders aufmerksam und langsamer
als sonst. Ich sehe, höre, rieche, taste,
schmecke, und entdecke manches neu.

Tagesrückblick

 

 

2. Impuls

Vorbereitungsgebet

Verwurzeltsein
Ich betrachte das Bild. (Bildbetrachtung)

Ihr Bäume
Im nicht gewählten Grund
wurzelt ihr euch ein
und sprengt selbst Steine
um stärkende Tiefen
zu erreichen
Vielformig strebt
euer Hoch und Quer
nur nach dem Licht
folgt keinem Plan
dient keinem Zweck
und bringt absichtslos
Schönes hervor
Wär ich verwurzelt wie ihr
im lebendigen Grund
und vertraute wie ihr
seiner Kraft
würde fraglos mein Streben
auch Segen sein
Dorothea Gebauer, Regensburg

 

Wie sehen wohl die Wurzeln dieses Baumes aus?
Wo sind meine Lebenswurzeln verankert?

Tagesrückblick

 

 

3. Impuls

Vorbereitungsgebet

Wahrnehmen
2 Herr, unser Herrscher,
    wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
    über den Himmel breitest du deine Hoheit aus. –
3 Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,
    deinen Gegnern zum Trotz;
    deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.
4 Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
    Mond und Sterne, die du befestigt:
5 Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
    des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
6 Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
    hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
7 Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
    hast ihm alles zu Füßen gelegt:
8 All die Schafe, Ziegen und Rinder
    und auch die wilden Tiere,
9 die Vögel des Himmels und die Fischer im Meer,
    alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.-
10 Herr, unser Herrscher,
    wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!
(Psalm 8)

Ich kann einen Psalmvers, der mich anspricht, für mich schön schreiben und gestalten.
„Sehe ich den Himmel, das Werk seiner Finger…
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott“
Ich nehme mit offenen Sinnen wahr: die Natur, meine Umgebung, meine Wohnung, die Menschen um mich herum, mich selbst...
Ich mache einen Spaziergang oder schaue aus dem Fenster.
Wofür danke ich Gott?

Tagesrückblick

 

 

4. Impuls

Vorbereitungsgebet

Mein Lebens-Boot (Schriftbetrachtung)
35 Und er sagt zu ihnen an jenem Tag, als es Abend geworden: Fahren wir zur Jenseite!
36 Und sie lassen die Leute stehen und nehmen ihn, wie er gerade war, im Boot mit; auch
    andere Boote waren mit ihm.
37 Und ein gewaltigerWirbelwind kommt auf und dieWogen schlugen ins Boot, dass schon
    das Boot sich füllte.
38 Er aber war im Heck und schlief auf dem Kopfkissen. Und sie wecken ihn und sagen
   zu ihm: Lehrer kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
39 Und auf richtete er sich, herrschte den Wind an und sprach zum See: Schweig, verstumme!
    Und der Wind erlahmte – und es ward große Stille.
(Mk 4, 35–39; Übersetzung: Fridolin Stier)

„Sie nehmen Jesus mit, wie er gerade war“.
Ich nehme Jesus mit in mein Lebensboot und schaue, wen und was es da alles gibt. Dann erzähle ich Jesus, was in meinem Leben gerade los ist.

Tagesrückblick

 

 

Wochenrückblick

Vorbereitungsgebet

Ich schaue noch einmal auf diese Woche der Exerzitien im Alltag zurück.

Welcher Impuls, welche Gebetszeit, welche Erfahrung hat mich besonders bewegt?
Wo spüre ich, dass Hoffnung not-wendig/not-wendend ist. Wo spüre ich Hoffnung wachsen?
Worin entdecke ich, dass ich mich auf die Exerzitien einlassen kann?

Ich kann einen Spaziergang machen und beim Gehen die vergangene Exerzitienwoche nochmals aufsteigen lassen.

Persönliche Notizen
Was ist mir in dieser Woche besonders wichtig geworden?

Tagesrückblick