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1. Woche:


1. Woche
verwurzelt sein


 

Verwurzelt der Mensch,
der fest steht in dem, was er ist,
und was sein Leben und seinen Glauben ausmacht.
Er wird seinen Stand halten und es wirft ihn nichts um.

Verwurzelt der Mensch,
der darauf vertraut,
dass es wohl auf ihn ankommt
aber letztlich nicht von ihm abhängt.

Er wird sein wie ein Baum
am Wasser gepflanzt.
Auch wenn die Dürre sich ausbreitet,
so bringt er viele Früchte.

Auch wenn Kritik und Zweifel über ihn kommen,
wird ihn das nicht erschüttern.
Er wird immer mit der Quelle verbunden sein,
die in seiner Tiefe sprudelt.
Die Quelle, die Gott selber ist.

 

 

 

1. Woche - verwurzelt sein

 

Gebete zur Einstimmung

1. Impuls – im Stehen

Wahrnehmungsübung

Ich stehe im Raum, mit beiden Beinen fest auf dem Boden.
Ich spüre, wie meine Fußsohlen den Boden berühren und wo sie Kontakt zum Boden haben.
Ich nehme wahr, wie mich der Boden trägt. Ich bin geerdet.
Ich stelle mir nun vor, wie meine Füße Wurzeln bekommen und in die Erde wachsen.
Sie wachsen mit dem Ausatmen immer tiefer in die Erde hinein und geben mir Halt.
Verbunden mit der Erde stehe ich da und spüre die Kraft, die mir daraus erwächst. Ich kann aufrecht stehen.
Ich nehme wahr, wie ich dastehe, verankert in der Erde, deren Teil ich bin.

 

kurze Pause

Mit dieser Verankerung kann ich nach oben wachsen.
Ich hebe meine Arme, strecke sie wie die Krone eines Baumes nach oben
und fühle dabei, wie fest ich verwurzelt bin.
Ich spüre meinen Leib wie den Stamm eines Baumes, kräftig und tragfähig.
Eingespannt zwischen den Wurzeln und der Krone bin ich biegsam.
Ich stelle mir vor, wie ein leichter Wind die Äste bewegt.
Ich stehe wieder ruhig da. Langsam lasse ich die Arme wieder sinken.
Ich nehme meinen Atem wahr, wie er kommt und geht.

 

kurze Pause

Langsam löse ich mich von der Verwurzelung mit der Erde und bewege leicht meine Füße und Beine.
Ich nehme meinen Leib nochmals bewusst wahr und beende die Übung.

 

Übung für den Tag

Ich nehme immer wieder wahr, wie mich der Boden trägt und mir Halt gibt.

 

Gebet

Gott, lass mich aufrecht stehen vor dir,
lass mich Wurzeln schlagen in deiner Gegenwart,
lass mich Halt finden in deiner Nähe,
lass mich offen werden für deine Liebe.

 

Tagesrückblick

 

 

1. Woche - verwurzelt sein

 

Gebete zur Einstimmung

 

2. Impuls – im Leben

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Nach schweren Jahren der Napoleonischen Kriege (1792 – 1815), Säkularisation und
den Hungerjahren 1816/ 1817 wurde der erste beladene Erntewagen 1818 im Rottal
auf Knien und mit gefalteten Händen begrüßt. In diesem Friedensjahr 1818 wurde
Johannes Birndorfer, der spätere Bruder Konrad, am 22. Dezember auf dem Venushof
in Parzham geboren. Er war das 11. von 12 Kindern, von denen fünf bald nach
der Geburt gestorben sind. Das Leben auf dem großen Rottaler Bauernhof war für
den kleinen Hansl geprägt von Arbeit, Ehrfurcht vor Gott, dem Leben in der Ordnung
der Familie und von „Nestwärme“ im Kreis der Eltern, Geschwister, Knechte
und Mägde. Mit 14 Jahren verlor er seine Mutter, zwei Jahre später starb auch der
Vater. Hansl musste zupacken. Es blieb ihm nichts erspart.
Bei all der schweren Arbeit musste es schön gewesen sein auf dem Venushof. Es
hieß, die Knechte und Mägde blieben gern und lange dort. Die Arbeit war hart,
aber die Atmosphäre war warmherzig. Jede/r wurde satt und hatte sein Zuhause.

 

Ich werde mir meiner menschlichen Wurzeln bewusst

Ich schaue zurück auf meine Kindheit und Jugend, auf meine Eltern, die mir
das Leben geschenkt haben, auf Menschen, die in meinen ersten Lebensjahren
wichtig waren, auf den Ort an dem ich aufgewachsen bin, …
Welche Erinnerungen und Erfahrungen werden in mir wach?
Wer und was hat mich geprägt?

Ich nehme dankbar wahr, was ich geschenkt bekommen habe
und bitte Gott um Frieden mit den Erfahrungen, die für mich schwierig waren.

 

Übung für den Tag

Ich hole aus meiner Erinnerung an meine Kinder- und Jugendzeit immer wieder
hervor, worüber ich mich freue und wofür ich dankbar bin.

 

Gebet

Gott, du Schöpfer meines Lebens,
du hast mich ins Leben gerufen
und mir Menschen und Erfahrungen geschenkt,
die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.
Du bist immer bei mir. Ich danke dir!

 

Tagesrückblick

 

 

 

1. Woche - verwurzelt sein

 

Gebete zur Einstimmung

3. Impuls – im Glauben
 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Das Alltagsleben auf dem Venushof war stark auf Gott und die Ewigkeit hin ausgerichtet.
Die täglichen Gebete, der gemeinsame Rosenkranz und der „Engel des
Herrn“ in der Stube waren selbstverständlich. Das katholische Kirchenjahr mit
seinen Bräuchen und Festen war fester Bestandteil des Lebens. Es herrschte die
Überzeugung: „Ohne Gottes Hilfe ist alle menschliche Tüchtigkeit vergebens.“
Ab 1818 ging es wirtschaftlich aufwärts. Aber es waren immer noch schwierige
Zeiten, die von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt waren. Auf dem Venushof
wurde kein Notleidender und kein Handwerksbursche, der um Almosen bat abgewiesen.
Jeder musste ein „Vater unser“ beten, bevor er ein Stück Brot oder einen
Teller Suppe bekam. Vom Hansl Birndorfer wird erzählt, dass er auf dem Schulweg
den Rosenkranz gebetet und auch die anderen Kinder dazu angehalten hat.

 

 

Ich werde mir der Wurzeln meines Glaubens bewusst

Ich schaue zurück auf die Anfänge meines Glaubens: auf meine Kindheit oder
auf die Zeit, in der ich zum ersten Mal mit Gott in Berührung kam:
Wer hat mir von Gott erzählt? Welche Gebete und biblischen Geschichten sind
mir aus dieser Zeit in Erinnerung? Welche kirchlichen Feste und Ereignisse haben
einen Eindruck in mir hinterlassen? Welche Erfahrungen haben mich für Gott geöffnet?
Wo kann ich im Rückblick auf meinen Lebensweg sagen: „Da habe ich Gottes
Nähe erfahren“?

 

Übung für den Tag

Ich bete ein Gebet aus der Anfangszeit meines Glaubens immer wieder.

 

Gebet

Gott, du Schöpfer meines Lebens,
immer schon wartest du auf mich.
Du rufst mich und lockst mich,
du lässt nicht ab von mir.
Du führst mich den Weg des Glaubens.
Dafür danke ich dir!

 

Tagesrückblick

 

 

 

1. Woche - verwurzelt sein

 

Gebete zur Einstimmung

4. Impuls – in Gott
 

Gen 2,7

Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in
seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
Dann legte der Herr im Osten einen Garten an und setzte dorthin den Menschen,
den er geformt hatte.

• Ich lese den Text langsam und aufmerksam.
• Ich halte einen Moment der Stille.
• Ich lasse Worte in mir nachklingen und innere Bilder in mir aufsteigen.
• Ich setze den Text in Beziehung zu meinem Leben: Was sagt mir der Text?

Wo spricht der Text in mein Leben? Nehme ich mich als geschaffen von Gott an?
Wie sieht es aus mit meiner geistigen und geistlichen ‚Lebendigkeit‘?

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

In der Zeit des Birndorfer Hans, wussten gerade die Bauern sich sehr eingebunden
in die Schöpfungsordnung und verbunden mit dem Rhythmus der Natur. Sie
erkannten sich als geschaffen von Gott und waren verwurzelt im Glauben, der
ihnen Halt und Orientierung gab. Gebet und Arbeit prägten den Tag!

 

Übung für den Tag

Ich mache mir immer wieder bewusst, dass ich von Gott aus Liebe geschaffen
bin und in seiner Schöpfung lebe.

 

Gebet

Gott, du Schöpfer meines Lebens,
du hast mich in diese deine Welt hineingestellt.
Ich darf mitwirken an deinem Schöpfungsauftrag
und weiß mich von dir getragen und geliebt.
Dank sei dir dafür.

 

Tagesrückblick

 

 

Gebete zur Einstimmung

Wochenrückblick auf die 1. Woche
Rückschau auf die Woche

Ich schaue noch einmal auf diese Woche der Exerzitien im Alltag zurück.
Welcher Impuls, welche Gedanken, welche Übung für den Tag hat mich besonders bewegt?
Was hat mir geholfen, Ruhe und Vertrauen zu finden?
Wie gelang es mir, bewusst aus dem Glauben zu leben?
Wie habe ich Gottes Nähe erfahren?
Welches Wort geht mir noch nach?
Ich lasse die vergangene Exerzitienwoche nochmals in mir da sein.

 

Persönliche Notizen:
Was ist mir in dieser Woche besonders wichtig geworden?
 

Ich beende die Zeit mit einem persönlichen Gebet oder dem Vater unser.