Konzept


Glaube und Leben

Ausgehend von der Überzeugung, daß Glauben und Leben vielschichtig und auf vielfältige Art und Weise miteinander Verwoben und verknüpft sind, ergibt sich für den Dienst am Altar, daß er mit dem Zufallen der Sakristeitür nicht zu Ende ist.

Vielmehr bietet sich die Chance vom liturgischen Dienst und Geschehen her (liturga) zu einem christlichen Lebensverständnis und Zeugnis (martyria und diakonia) anzuleiten und zu motivieren. Angestrebtes Ziel ist dabei ein Wachstum im Glauben, hin zu einer persönlichen Glaubens- und Dienstentscheidung (Liturgie -> Liturgie des Lebens).

Eine Gute Möglichkeit dieses Anliegen, diese Gedanken aufzugreifen und zu realisieren stellt unserer Meinung nach eine Gruppenarbeit mit den Ministrantinnen und Ministranten dar. Gruppe versteht sich dabei als eine Gemeinschaft möglichst Gleichaltriger, die sich regelmäßig treffen. Diese wird sich selbstverständlich je nach örtlichen Gegebenheiten, Alter und eventuell Dienstzeit der Meßdiener unterschiedlich gestalten. Das Spezifikum unserer Gruppen ist dabei der gemeinsame Dienst am Altar. Die Fortsetzung dieser Gemeinschaft am Altar in einer Gruppenarbeit bietet viele Möglichkeiten des gemeinsamen Wachsens, Lernens und Erfahrens:

  • In der Gruppe kann in angemessener Art und Weise das für den Dienst notwendige Wissen über Ablauf und Aufbau des Gottesdienstes vermittelt werden.
  • Praktische Einführungen und Anleitungen können gemeinsam mit der Gruppe vor Ort, in der Kirche stattfinden.
  • Neben diesen für den Dienst notwendigen Kenntnissen, bietet eine regelmäßige Gruppenarbeit die Chance zu einem tieferen Verstehen und damit besseren Mitvollziehen unseres gottesdienstlichen Feierns und Glaubens vorzudringen.
  • Durch die in der Gruppe erfahrene Gemeinschaft, ihre Treffen und gemeinsamen Unternehmungen wird die Minis-Gruppe zu einem stückweit auch eine Lebensgemeischaft, die den jungen Buben und Mädchen eine bestimmte Zeit begleitet und auch bei Problemen und Schwierigkeiten helfend wirken kann.
  • Die Minis-Gruppe kann durch die vielfältigen Begabungen und Talente ihrer Mitglieder zu einer lebendigen Gruppe innerhalb einer Pfarrei werden, die sich aktiv mitgestaltend am Leben und Aufbau von Gemeinde beteiligt (Koinonia).
  • Die Ministrantinnen und Ministranten erfahren sich so, ausserhalb des Gottesdienstes, im Pfarrleben als handelnde und mitgestaltende Personen. Kirche wird für sie konkret erlebbar und gestaltbar. Dies erfolgt nach Möglichkeit in engem Kontakt und Zusammenarbeit mit den anderen Jugendgruppen bzw. Gruppierungen einer Pfarrei (Leiterrunden, Jugendausschuß, PGR).

Das Haus St. Maximilian versteht sich nun als ein Haus der Ministrantinnen und Ministranten, das diesen Anliegen tragen und in einem umfangreichen Jahresprogramm mit Wochenendkursen, Gruppenleiterschulungen und Freizeiten gerecht werden will.

 

Ziele kompakt

Im Geiste von Papst Johannes Paul II., der dazu aufruft, Ministranten/-innen-Pastoral ganz oben anzusetzen, machten sich die Verantwortlichen die Ziele dieser wichtigen Seelsorge wieder bewusst.
In der Minis-Arbeit gehe es darum, soziale, liturgische, spirituelle und konfessionelle Kompetenz zu vermitteln.

  • Soziale Kompetenz:
    Die Ministranten/-innen sollen handlungs- und gemeinschaftsfähig werden und eine Entwicklung zum selbstbewussten Menschen vollziehen. Einige von ihnen seien auch für die Gruppenleitung zu qualifizieren.
  • Liturgische Kompetenz:
    In der Arbeit stehe des Weiteren nicht nur die Choreographie der Liturgie im Blick, sondern auch die Fähigkeit, den Gottesdienst als geschenktes Wirken Gottes und Antwort des Menschen zu verstehen. Glaube und Leben sollen in den verschiedenen liturgischen Feierformen (Eucharistiefeier, Taufe, Wortgottesdienste, Andachten) in Verbindung gebracht werden können.
  • Spirituelle und konfessionelle Kompetenz:
    Ministranten/-innen-Arbeit solle dazu beitragen, dass die Minis immer mehr Herzens- und Glaubensbildung erfahren, aus der Du-Beziehung zu Gott leben und sich bewusst werden, dass sie zum Aufbau der Kirche vor Ort beitragen - selber Kirche sind. Darum dürfe der Dienst auch nicht an der Sakristeitür enden.
    Besonders wichtig schätzten die Mitwirkenden ein, den Ministranten/-innen zu helfen, im säkularen Milieu entschieden zu Glaube und Kirche zu stehen. Sie seien mit ihren Fähigkeiten die Vermittler des Glaubens an weitere Generationen und vor allem die Zukunft der Pfarreien.
  • Dimension der Berufung:
    Schließlich wurde die Dimension der Berufung behandelt. Die Verantwortlichen sahen ihren Dienst darin, die Berufung zum Menschsein, zum Christ/-in-sein und zum ehrenamtlichen Dienst als Ruf von Gott her deuten zu können. Nicht zuletzt solle eine Atmosphäre geschaffen werden, in der die Berufung zum geistlichen Dienst des Priesters oder einem anderen Beruf in der Kirche wachsen könne.