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Jahr des Glaubens


 

Jahr des Glaubens:

Rückblick und Ausblick

 

Eine Analyse von

Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind

 

Am Christkönigsonntag ist weltweit in der katholischen Kirche das „Jahr des Glaubens“ zu Ende gegangen. Papst Benedikt XVI. hatte es im Oktober 2012 anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns des II. Vatikanischen Konzils eröffnet. Das Bistum Passau hat sich mit großem Engagement an diesem Jahr beteiligt und es „bistums- typisch“ gestaltet. An dieser Stelle gilt es, allen zu danken, die auf verschiedene Weisen sich an diesem Jahr beteiligt haben. Sie haben mit dazu beigetragen, diesen Zeitraum als Chance anzubieten und zu nutzen, über den Glauben nachzudenken, seinen Stellenwert für das eigene Leben zu überdenken und auch die Konzilstexte im Heute des Glaubens zu reflektieren.

Es ist viel geschehen. Nicht um die Vielzahl der Veranstaltungen zu benennen, sondern um zu belegen, dass die Vitalität dieses Jahres keine leere Rede ist, seien folgende Beispiele aktiver und bewusster Teilnahme in Erinnerung gerufen.

 

  • Die Öffentlichkeitsarbeit des Bistums hat das Jahr einer breiten Öffentlichkeit medial zugängig gemacht und dokumentiert.   
     
  •  Am Beginn stand ein Hirtenwort von Bischof Wilhelm Schraml.
     
  •  Das gepixelte Kreuz, welches symbolisch mit dem offiziellen Schiffssymbol auf Weltkirchenebene korrespondierte, war allgegenwärtig.
     
  •  Eine „Novene – um das Geschenk des Glaubens“ wurde in vielen Pfarreien und Gemeinschaften zur Vorbereitung auf das Jahr gebetet.
     
  •  Flyer und Plakate informierten alle Interessierten.
     
  • Die Kerze zum Jahr des Glaubens brannte in jeder Kirche und wurde mehrfach nachbestellt. Sie war ein immerwährendes leuchtendes Gebet.
     
  •  Ebenfalls wurde ein Gebetsbild mit einem Jahresgebet veröffentlicht. Es hat in das neue Gotteslob Eingang gefunden (Nr. 709: Gebet um einen lebendigen Glauben im Bistum Passau).
     
  •  Gerne erinnere ich mich an die festliche Eröffnung des Jahres im Passauer Dom mit Bischof Wilhelm Schraml sowie an den Abschluss am  Christkönigsonntag. Beide Ereignisse waren gemeinschaftliche Feiern des Glaubens.
     
  •  Beeindruckend war die Festakademie im Haus spectrumKirche, bei der Professor Dr. Rudolf Voderholzer die Theologie Papst Benedikts im Blick auf das II. Vatikanische Konzil erläuterte. Bald darauf wurde der Professor Bischof von Regensburg.
     
  •  Es wurden zahlreiche theologische Vorträge zu den Konzilstexten im Bistum gehalten.
     
  •  Im Passauer Dom wurden Fastenpredigten, Katechesen zum Verständnis des dreifaltigen Gottes, der Kirche und zu wichtigen Aussagen des Glaubens vorgetragen.  
     
  •  Der Katechismus trat in den Vordergrund. Heute gilt es mehr denn je, dass die Gläubigen über ihren Glauben auskunftsfähig sind. Bemerkenswert ist hierbei auch der Youcat.
     
  •  Die Abteilung Gemeindepastoral des Seelsorgeamtes ging geschlossen in das Dekanat Regen und hielt „Tage des Glaubens“.
     
  •  Neben zahlreichen Predigten, Gottesdiensten, neben Konferenzen, Dies und den Pastoraltagungen gab es eine aktive Gestaltung des Jahres des Glaubens durch die Verbände, durch viele Referate des Bistums Passau und durch Initiativen in den Pfarrverbänden. Ich denke z. B. an die große Jugendwallfahrt nach Alt ötting. Viele Ereignisse wurden auf der Homepage oder in Lokalausgaben der Zeitungen veröffentlicht (zum Beispiel die gestalteten Schaufenster in Waldkirchen). Darüber hinaus gab es Tätigkeiten und Gebetsinitiativen, die nicht groß an die Öffentlichkeit kamen, sondern einfach „still“ durchgeführt wurden.     
       
  •  Ein großes Ereignis war der Eucharistische Kongress in Köln, eine zentrale Veranstaltung in diesem Jahr. Über 200 Passauer Diözesane aller Altersgruppen nahmen an diesem Ereignis teil. Es war eine große Kirchen- und Glaubenserfahrung. Zur Vorbereitung auf diesen Kongress wurde die Monstranz, welche 1960 beim Eucharistischen Kongress in München verwendet worden war, auf die Reise durch das Bistum geschickt. An verschiedenen geistlichen Zentren wurde sie für die Aussetzung des Allerheiligsten genutzt.
     
  •  Erfreulich oft wurde der Ablass zum Jahr des Glaubens in Anspruch genommen, der in vielen Kirchen des Bistums (z. B. in der Gnadenkapelle in Altötting u.v.m.) zu erlangen war. 
     
  •  Im Jahr des Glaubens wurden auch die heiligen Diözesanpatrone Valentin, Maximilian und Bruder Konrad bewusster ins Rampenlicht gestellt. Aus diesem Anlass entstand das Bistumslied zu den Diözesanpatronen (Gotteslob Nr. 902). Bischof Wilhelm Schraml ließ im Passauer Dom einen Seitenaltar vom Künstler Joseph Michael Neustifter so umgestalten, dass dort jetzt die Reliquien der Patrone an einem Ort zusammengeführt sind.
     
  •  Die Enzyklika „Lumen fidei“ von Papst Franziskus war ein wichtiger geistlicher Impuls in diesem Jahr.
     
  • Schließlich steht auch das Gotteslob gerade in seiner intensiven Entstehungsphase im Licht des Jahres des Glaubens.   

 

Das Jahr des Glaubens ist zu Ende. Viele mediale Ereignisse haben es bisweilen aus dem öffentlichen Bewusstsein gedrängt. Doch es blieb lebendig und aktiv. Ein Zeitraum ist abgeschlossen, in dem viel Gutes für und mit dem Glauben unternommen werden konnte.

So gehen wir gestärkt im Glauben weiter. Dies geschieht auch durch das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus, einer Mut machenden Wegweisung des Glaubens.

 

Der Glaube wirkt fort, geht uns voran im Alltag.  Er sagt uns: Christus ist da. Heute und alle Tage bis zum Ende der Welt.

    
   

Seelsorgeamtsleiter Domkapitular Msgr. Dr. Hans Bauernfeind