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Familienkatechese im Bistum


Theologische Grundlinien in der Familienkatechese

Familienkatechese ist gekennzeichnet vom Vertrauen in unseren Gott und dem damit verbundenen Vertrauen in die Menschen, die an dem Erstkommunionweg teilnehmen wollen.

Alle Beteiligten werden als Subjekt ernst genommen. Als Getaufte haben sie eine besondere Würde. Dies bedeutet, dass die Familien in ihrer differenzierten Situation ernstgenommen werden. Unabdinglich ist eine freiwillige Teilnahme. In der Regel werden deshalb kaum 100% den familienkatechetischen Weg gehen.

In der Familienkatechese geht es um das Leben der Einzelnen und das Erzählen davon im gut biblischen Sinn. Die Vorbereitung wird zu einem spirituell-geistlichen Weg. Jesu Worte und sein Tun sind der rote Faden auf dem Weg zu Erstkommunion. Die Familien fühlen sich in den Geschichten des Glaubens beheimatet und finden neu eine Sprache für Religiöses.

Familienkatechese bezieht die Eltern als primäre Erzieher ihrer Kinder in die Vorbereitung gleichwertig mit ein. Eltern erleben die Vorbereitung und die Feier der Erstkommunion sehr bewusst und intensiver. Eltern übernehmen ihre primäre Funktion als Katecheten. Im Zusammenleben der Familie geben sie ein Lebenszeugnis: Durch ihre Partnerschaft als Mann und Frau, in der Eltern-Kind-Beziehung wie in der Familienkultur. Die Familie, Kinder und Eltern, erfahren: Wir sind eine religiöse Gemeinschaft.

Die Pfarrgemeinde wird erlebt als ein Ort, in der Familiengut leben können. Gemeinde- und Familienkatechese ergänzen sich gegenseitig. Durch die in der Familie gelebten menschlichen Grundwerte kann sich dort eine weitergehende Einführung in das christliche Leben entwickeln.
Ziele sind:

  • Diakonia bedeutet Eintreten für das Leben: "Selbst-Hilfe-Räume" entstehen, Anregungen und Hilfen zur Förderung von Familienkultur ereignen sich.
  • Koinonia bedeutet: ein "Begegnungs-Raum" entsteht, die Lebensgeschichte wird zum Raum der Geschichte Gottes mit den Menschen und die Teilnehmenden werden ermutigt, sich den Spuren Gottes im Lebensraum Familie zu öffnen.
  • Martyria bedeutet: "Lern-Raum" unter pluralistischen Voraussetzungen, in dem miteinander nach Orientierungen gesucht wird und so Leben und Glauben erschlossen wird
  • Leiturgia bedeutet: "Feier-Raum", wo Glaube Gestalt bekommt, und die Wirklichkeit, die unser Leben trägt, vergewissert und gefeiert wird. Die Gottesdienste spiegeln die Lebendigkeit gemeinsamen Tuns, sie sind gottvoll und erlebnisstark.


Gerade für suchende und fragende Menschen "auf der Schwelle", die mit der Feier er Erstkommunion ihres Kindes mit der Kirche in Berührung kommen, werden mit dem familienkatechetischen Weg Erfahrungsräume eröffnet, wenn die Lebenskultur der Menschen von innen verstanden wird und von dort mir der christlichen Botschaft in Verbindung gebracht wird.

Bei dieser Art der Erstkommunionvorbereitung entwickelt sich die Gemeinde vor Ort. Wenn Familien ihre Glaubensspur aufnehmen, wird das nicht ohne Auswirkung für die Gemeinde bleiben. Es handelt sich dabei um ein längeren Prozess.


Passauer Weg

Die Familienkatechese ist ein gemeinsamer Weg der ganzen Familie mit anderen Familien zusammen. Somit wird bewusst oder auch unbewusst der Weg der Glaubensgemeinschaft, die ja in der Eucharistie (Messfeier) erlebt wird, eingelöst.

Vier Familien treffen sich zu insgesamt vier gemeinsamen Treffen. Die jeweilige Gruppe wählt sich eine/n sog. Gruppenleiter/in, der/die die jeweiligen Gruppentreffen anleitet. Damit diese Gruppenleiter/innen Sicherheit bekommen, wird in einem Grundkurs alles vorbesprochen, ausprobiert und reflektiert.

Zudem werden die Gruppenleiter/innen von den hauptamtlichen Mitarbeiter/innen vor Ort begleitet, was noch zusätzliche Sicherheit gewährt.

In der Auseinandersetzung mit zentralen Inhalten wie Brot und Wein gilt bei der Familienkatechese das Lob der Langsamkeit: Weniges, das aber richtig und tief erleben! Mit Ignatius v. Loyola gesagt: "Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das Verkosten von innen ..."
 

Be-Weg-Gründe

  • Die Familie steht im Mittelpunkt der Vorbereitung. Sie wird in ihrer jeweiligen Situation ernstgenommen.
  • Die Familie nimmt freiwillig teil.
  • Die Teilnahme ist auf die Vorbereitung zur Erstkommunion des Kindes begrenzt.
  • Die Eltern erleben die Vorbereitung und die Feier der Erstkommunion sehr bewusst und intensiver. Ihr Leben und ihr Glaube kommt zur Sprache.
  • Kinder erfahren im Tun die Familie als wertvolle und religiöse Gemeinschaft.
  • Jesu Worte und sein Tun sind der rote Faden auf dem Weg zur Erstkommunion.
  • Der Erstkommuniongottesdienst spiegelt die Lebendigkeit des gemeinsamen Tuns wieder.
  • Die Familie erlebt die Pfarrei vor Ort als Gemeinschaft, in der es sich gut leben lässt.