Menu

Spital am Pyhrn - Admont - Frauenstein


Das Blau des Himmels
Mit der Diözesanpilgerstelle Kulturstätten Österreichs entdecken

 

Kleinode, Kraftorte am Wegesrand, die man sonst rechts oder links neben der Straße liegen lässt, waren Ziel der diesjährigen Tagesfahrt der Diözesanpilgerstelle. Spital am Pyhrn, ein kleiner Ort in Oberösterreich mit etwas über 2000 Einwohnern, aber einer großmächtigen, geschichtsträchtigen Stiftskirche war eine dieser Kulturstätten abseits großer Touristenströme, die die Passauer Pilger aufsuchten. Pater Friedrich verstand es vortrefflich, uns „seine“ Kirche spirituell näher zu bringen: Ist das Langhaus noch eintönig und eher trist wie oft auch unser Alltag, zeigt sich dem Eintretenden im Altarraum der sprichwörtlich geöffnete Himmel - eine Pracht, die seinesgleichen sucht. Domkapitular Manfred Ertl forderte seine Pilgergruppe auf, sich das Blau des Himmels des Deckengewölbes im Herzen mit nach draußen zu nehmen, um dem ansonsten wolkenverhangenen, regnerischen Tag die innere, sonnige Einstellung entgegensetzen zu können.

 

Stift Admont, eine weitere Perle am Wegesrand, war für viele Teilnehmer der Hauptbeweggrund sich auf den Weg zu machen. „Wir sind immer nur daran vorbeigefahren, jetzt wollen wir es uns mal ansehen!“, fasste es eine Pilgerin in Worte. Bekannt für den größten kirchlichen Büchersaal der Welt wurde die Führung durch die Bibliothek des Klosters mit großem Interesse verfolgt. Ungewöhnlich die weiße, helle Ausgestaltung des Raumes, die sich sogar in den größtenteils weiß gehaltenen Bucheinbänden fortsetzt. Interessante Einblicke in Kirchenkunst, Natur und Technik eröffneten sich auch im angeschlossenen Museum.


Klein wirkt nach all dieser Größe und Pracht die Wallfahrtskirche Frauenstein, auf einem Hügel stehend, von riesigen Bergen des Nationalparks Kalkalpen eingerahmt. Die 1515 von Gregor Erhard aus Ulm geschnitzte Schutzmantelmadonna verleiht dem Kirchenraum zusätzlich eine bergende, schützende Atmosphäre. Maximilian I. von Habsburg hat diese wunderschöne Darstellung Mariens gestiftet, als Dank für seine Errettung aus Seenot vor der holländischen Küste im Jahr 1489.


Durch barocken Glanz und die von Domkapitular Ertl beschworene Imagination, sich doch hinter den Wolken die schöne Bergwelt vorzustellen, wurde aus einem verregneten, grauen Samstag ein strahlend schöner Pilger-Ausflugstag.


Irene Huber, Diözesanpilgerleiterin