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Via Nova-Pilgerwanderung


Den Blick weiten
Auf der Via Nova von Finsterau bis Vilshofen

"Ich zeig gerne her, wie schön es bei uns ist!" Simone Krampfl, Pilgerwegbegleiterin auf der Via Nova, kennt jeden Weg in "ihrem" Bayerischen Wald. Sie führt die Pilgergruppe der Diözesanpilgerstelle Passau auch abseits der ausgeschilderten Via Nova Pfade durch die urwüchsige Natur des Nationalparks. "Es tut auch mir gut zu sehen, wie zufrieden die Leute mit den einfachen Dingen sind", so Simone. In der weichen, moosigen Blumenwiese sitzen zum Rasten und Picknicken, den Blick über herrliche Waldhügel schweifen lassen, gehen und schweigen, sich unterhalten und zuhören, kühlendes Wasser auf der Haut spüren - sind so "einfache" Dinge, die die Pilger bei über 30 ° C schätzen und genießen.
Den Blick nach innen führen Meditationen, besinnliche Texte und Körperübungen, die zur Ruhe kommen lassen.
Von Fürsteneck bis zum Kloster Schweiklberg weist der Pilgerwegbegleiter Josef Messerklinger den Weg. Viele Weisheitsgeschichten, erzählt bei kleinen Pausen auf dem Weg, öffnen den Blick ins eigene ich: Was ist wichtig im Leben?
Neue Blickwinkel auf das eigene Leben gewinnen, dazu lädt auch das Labyrinth bei Tittling ein. Renate Simmet-Burghart erzählt von der Entstehung des Granitweges auf dem Blümersberg, bei dem auch sie Steine geklopft, Weg- und Gedankengänge maßgeblich mitgestaltet hat. Die scheinbaren Umwege des Labyrinths sind symbolhaft für unser Leben: Nicht immer gelangen wir auf den kürzesten Wegen zum Ziel. Im Nachhinein erkennen wir die Umwege jedoch oft als die wichtigsten, lehrreichsten oder gar schönsten Strecken unseres Lebensweges.
Dass die Gemeinden auf dem Weg zu ihrer Via Nova stehen, war schnell ersichtlich: Die Gemeinde Saldenburg begrüßte die Pilger mit Kaffee und Kuchen, der Bürgermeister von Tittling durchschritt mit der Pilgergruppe zu meditativer Musik das Labrinth, bevor er sie mit einem "süßen Gruß" verabschiedete. Vilshofen empfing die Wanderer mit einem erfrischenden Pilgergruß: Brot und Salz und kühles Wasser zur Stärkung für die letzte Wegsteigung zum Kloster Schweiklberg!
Die einfachen Dinge sind die wahren Kostbarkeiten des Lebens - das wird vor allem bei dieser Pilgerwanderung spürbar und erfahrbar.
Irene Huber