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Infoveranstaltung zu den Kirchenverwaltungswahlen


Infoveranstaltung zu den Kirchenverwaltungswahlen 2018

Bistum Passau entlastet Ehrenamtliche auf breiter Basis

 

Die Kirchenverwaltungswahlen am 18. November 2018 stehen ganz im Zeichen des pastoral-strukturellen Prozesses „Unser Bistum: Glaube lebt – gemeinsam neu Kirche sein“. Diese Woche fand hierzu eine von insgesamt vier Informationsveranstaltungen statt, die in der Diözese abgehalten werden, um die Mitglieder der Kirchenverwaltungen über künftige Änderungen und vor allem Entlastungen zu informieren. Denn vor den Wahlen im Herbst soll bei allen Ehrenamtlichen, die sich bei der Wahl aufstellen lassen, spürbar werden: „Die Diözese entlastet uns vor immer komplexeren Verwaltungsaufgaben!“. Bei der ersten Veranstaltung in St. Valentin in Passau waren über 120 Frauen und Männer deshalb sehr interessiert, was sich im Bistum tut - vor allem in der Verwaltung. Wie mehrfach berichtet, werden in der Diözese Passau 18 Verwaltungszentren eingerichtet die sich gebietsmäßig an den früheren Dekanaten orientieren und für eine deutliche bürokratische Entlastung in den Kirchenorten sorgen sollen.

Den Auftakt bei der Infoveranstaltung machte Generalvikar Dr. Klaus Metzl, indem er die Eckpunkte der Veranstaltung absteckte und das Ziel des pastoral-strukturellen Erneuerungsprozess erklärte: „Es geht um die zeitliche und inhaltliche Entlastung in den Pfarreien, damit die lebendigen Kirchenorte in ihrer Vielzahl erhalten bleiben und wir die Jüngerschaft Jesu mit missionarischem Einsatz fortführen können“, so Metzl. Domkapitular Josef Ederer verwies in seiner Funktion als Leiter des Personalreferats auf die aktuellen Behördenauflagen in Zusammenhang mit den neuen Buchhaltungsmaßstäben und Datenschutzrichtlinien. Darüber hinaus stellte er das Berufsprofil der künftigen Verwaltungsleiter vor. Diese sollen zum einen eine fundierte fachliche Qualifikation mitbringen und zum anderen eine hohe soziale Kompetenz besitzen. Gute Verwaltung lebe von Menschen, die harmonisch miteinander kommunizieren und das sei Grundvoraussetzung dafür, dass zwischen den Pfarreien und den 18 Verwaltungszentren eine effektive und serviceorientierte Kooperation möglich wird.

Die Kanzlerin und Justiziarin des Bistums Passau, Antonia Murr, verdeutlichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Infoveranstaltung die juristischen Grundlagen der künftigen Verwaltungsstruktur sowie die vertragliche Basis der sogenannten kirchlichen Zweckvereinbarungen, in welchen bestimmte Aufgaben von der jeweiligen Kirchenstiftung auf die Verwaltungsleiter der Diözese Passau übertragen werden. Murr hob den freiwilligen Charakter der Kooperation hervor: „Es handelt sich hier um ein Angebot, mit dem wir nicht nur die Priester, sondern die vielen Ehrenamtlichen vor Ort entlasten wollen.“ Das solle ein freiwilliger und kostenloser Mehrwert sein, denn die an die Verwaltungszentren übertragenen Dienstleistungen wie Personalführung, Grundstücksverwaltung, Baumaßnahmen etc. „werde den Pfarrverbänden selbstverständlich nicht in Rechnung gestellt.“ Damit konnten die Bedenken einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell zerstreut werden, dass die Kosten durch hochqualifizierte Verwaltungsleiterinnen und –leiter in irgendeiner Form an die Pfarreien weitergegeben würden.

„Diese Verwaltungsreform ist notwendig“, so der Generalvikar und stellte klar, dass die dafür notwendigen Personalkosten auch die Diözese trägt. Der stellvertretende Finanzdirektor Thomas Mader betonte, dass es ab Januar 2021 zu einer deutlichen Verschärfung der Umsatzbesteuerung kommt, die alle Kirchengemeinden trifft und dass damit ein erheblicher Mehraufwand in Buchhaltung und Verwaltung verbunden sei. Bis zum Jahr 2021 werden alle Kirchenstiftungen ihre Umsatzsteuermeldungen über die neu geschaffenen Buchungszentren abgewickelt. „Wir machen das alles, um Sie zu unterstützen und Sie vor den Gefahren der immer komplizierter werdenden Gesetzgebung zu schützen“, betonte der Generalvikar.

Am Ende der Veranstaltung war bei den Ehrenamtlichen Zustimmung zur Reform, aber auch Erleichterung spürbar. „Ich bin schon lange auf der Suche nach einem Nachfolger in der Kirchenverwaltung“, sagte ein Teilnehmer. Ein anderer fügte hinzu, dass es mit diesen Entlastungen für viele Gläubige wieder leichter werde, die Verantwortung für ein solches Ehrenamt zu übernehmen.