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Aicha v. Wald, St. Petrus und Paulus


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Das klangvolle Geläute der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in  Aicha v. Wald besteht aus fünf teils sehr alten Bronzeglocken, die durch glückliche Umstände den großen Zerstörungen in den Weltkriegen zumindest teilweise entkommen sind. 1922 wurde als Ersatz für zwei im ersten Weltkrieg zerstörte Glocken die Glocke 2 gegossen (s. Inschrift Glocke 2 weiter unten). Im zweiten Weltkrieg wurden die Glocken 1, 2 und 4 vom Turm geschafft und nach Passau geschafft. Laut Zeitzeugen-Aussage landeten sie sogar im Glockenfriedhof Hamburger Hafen wo etwa 150.000 Glocken zerstört wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen diese Glocken zur Freude der Gläubigen mit einer großen Prozession wieder nach Aicha v. Wald zurück. So sind heute Glocken aus den Jahren 1830, 1707 und sogar aus dem 15. Jahrhundert erhalten. 1988 wurde durch eine großzügige Spende eine Geläuteergänzung mit Glocke 3 möglich.

Glocke 1: Aicha v. Wald, Petrus und Maria, e1+6, Nikolaus Drackh, 1707

Glocke 2: Aicha v. Wald, Heinrich, g1-2, Passauer Glockengießerei, 1922

Glocke 3: Aicha v. Wald, Hl. Josef, a1+7, Perner, 1988

Glocke 4: Aicha v. Wald, Drei Könige und Maria, cis2+8, 15. Jhdt.

Glocke 5: Aicha v. Wald, Sterbeglocke Joseph und Paulus, b2+7, G+s Passau, 1830

Läutemotive
Glocken 4 - 3: hell, heiter
Glocken 2 - 1: traurig
Glocken 1 - 2 - 3: festlich (unklares Te Deum)
Glocken 4 - 3 - 1: fröhlich
Glocken 4 - 3 - 2: neutral festlich

Die Glockeninschriften

Glocke 1 (Petrus und Maria)
1707 gegossen von Nicolaus Drackh in Passau, 1150 kg, 1,26 m, Ton e‘+6
Schulter:
EGO SVM VOX CLAMANTIS IN DESERTO PARATTE VIAM DOMINI / S MARIA ET S PETRE ORATE PRO NOBIS
(= Ich bin die Stimme des in der Wüste Klagenden. Bereitet den Weg des Herrn. / Hl. Maria und hl. Petrus betet für uns.)
unterer Rand:
GOTT LOBE ICH - DIE HEILLIGEN VEREHRE ICH - DIE LEWENDIGEN PERVEFE ICH - DIE DOTTEN PEGLEITE ICH - PLIZ VND DONER VERTREIBE ICH - NICOLAUS DRACKH IN PASSAU GOS MICH 1707
Glocke 2 (Heinrich)
1922 gegossen in der Passauer Glockengießerei, 600 kg, 1,01 m, Ton g‘-2
Motiv:
SANCTVS HENRICVS IMPERATOR
Flanke:
CVM SORORE MEA MINORE / CRVDELITER FRACTA IN BELLO / 21. FEBR. 1918 / EX BENEFICIVS PAROCHIANORUM / LAETA RESURGO IN DEI HONOREM 25. DEZ. 1922.
(= Mit meiner kleinen Schwester wurde ich grausam im Krieg zerbrochen. 21. Febr. 1918 - Aus den Spenden der Pfarrangehörigen bin ich wieder froh erstanden zur Ehre Gottes am 25. Dez. 1922.
Wolm:
NO. 902. PASSAUER GLOCKENGIESSEREI 1922.
 
Glocke 3 (Hl. Josef)
1988 gegossen von R. Perner in Passau, 444 kg, 0,92 m, Ton a‘+7
Flanke vorne:
HL. JOSEF, STEH UNS BEI
Flanke hinten:
AUGUSTA BAUER / 1914 – 1987 / WOHLTÄTERIN DER PFARRKIRCHE
Schulter:
ST. PETER UND PAUL AICHA V. W.
Glocke 4 (Drei Könige, Maria)
gegossen im 15. Jhdt., 300 kg, 0,80 m, Ton cis‘‘+8
Schulter:
CASPAR BALTHASAR MELCHIOR S MARIA
Glocke 5 (Sterbeglocke, Joseph und Paulus)
1830 gegossen von G+S in Passau, 40 kg, 0,40 m, Ton b‘‘+7
Schulter:
S PAULUS / S IOSEPH ORATE PRO NOBIS
(= S. Paulus und S. Ioseph bittet für uns)
unterer Rand:
PAUL MUELLER U. IOHANN HAUER ALS GUTTAETER / G+S IN PASSAU 1830

 

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