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Iggensbach, Maria Namen


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Ein ehrwürdiges Denkmal altbayerischer Kunst ist das Sterbeglöcklein auf dem Kirchturm zu  Iggensbach. Sie gilt als die älteste in der Inschrift datierte Glocke Deutschlands. Die Glocke trägt die Inschrift: „ANNO M C XL IIII AB INCAR. DNI FVSA E CAPA“ (campana), d. h. „Im Jahre 1144 nach der Menschwerdung des Herrn ist die Glocke gegossen“. Die Höhe der 50 Pfund schweren Glocke (ohne Krone) beträgt 41 cm, ihr Außendurchmesser 36 cm, die Wände sind 3 cm dick, der Ton ist ein unklares f3.

Ob die Glocke schon bei der Erbauung der Kirche im 12. oder 13. Jahrhundert nach Iggensbach kam oder ob sie erst später erworben wurde, läßt sich nicht mehr ermitteln. Im Jahre 1696 brannte die Kirche in Iggensbach ab, wobei nach dem Berichte des damaligen Pfarrers auch die Glocken zu Grunde gingen. Vielleicht kam damals ein Glöcklein aus der Schlosskapelle Winzer in die Iggensbacher Kirche. Vermutet wird, dass die Glocke im nahen Niederalteich gegossen wurde, in dem es im Mittelalter unter dem Abt Gotthard (960 - 1038) Kunstwerkstätten aller Art gab und der Erzguß in hoher Blüte stand.

Die Glocke wird heute nur bei Todesfällen von Hand geläutet, wo es flehend, ja fast weinend seinen herben Klang vom Turm des Gotteshauses in alle Richtungen verstreut.

Iggensbach, Sterbeglocke, f3, 1144

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