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Passau, Dom St. Stephan


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Der Passauer Dom besitzt acht Glocken. Das heutige Geläut spiegelt im Wesentlichen immer noch das historische Geläut von 1684 wider, das ebenfalls aus acht Glocken bestand. Die meisten dieser Glocken sind aber mittlerweile ersetzt oder umgegossen worden. Seit dem Umbau der Türme im Jahre 1897 sind die Oktogone mit den neubarocken Hauben als Glockenstuben ausgeführt, so dass beide Türme jeweils zwei Glockenstuben haben.

Nr. Widmung/Name   Ton Gussjahr Gießer Gewicht
1 Pummerin fis0-6 1951 Perner 7850
2 Misericordia g0-5 1999 Perner 5950
3 Stürmerin a0-7 1733 Drackh 5294
4 Dignitär h0-2 1897 Lorenz 3375
5 Predigerin cis1+0 1896 Lorenz 2400
6 Angelusglocke e1-1 1897 Lorenz 1250
7 Elfuhrglocke fis1-9 1896 Lorenz 800
8 Chorglocke a1-5 1951 Perner 525

Läutemotive

Pontifikalgeläut: 3, 2, 4, 5, 6, 7, 8, 1
Hochamtgeläut I Dignitär: 4, 5, 6, 2
Hochamtgeläut II Domkapitular: 6, 5, 4, 2
Einläuten der Feiertage: 4, 7, 6, 5, 2, 8, 3
Einläuten der Sonntage: 7, 6, 8, 5, 3
Großes Trauergeläut: 1, 2, 3, 4
Requiem: 6, 7, 8
Gebetläuten: Morgen: 6, Mittag: 2, Abend: 7, 3 (einzeln)
Sterbestunde (Fr., 15:00): 1
Adventeröffnung: 3, 4, 5, 6, 7, 8

Die größte Glocke im  Passauer Dom und in der Diözese ist mit 7850 kg die Pummerin. Gegossen wurde die Glocke 1951 von der Passauer Glockengießerei Perner. Mit einem Durchmesser von 2,30 m ist sie ein sehr beeindruckender Klangkörper und war zu ihrer Gusszeit die größte Glocke Süddeutschlands. Zu hören ist die Glocke immer am Freitag um 15 Uhr zur Sterbstunde Christi.

Die Stürmerin ist die älteste Glocke des Passauer Domgeläutes. Sie wurde 1733 vom Passauer Glockengießer Drackh gegossen. Mit einem Durchmesser von 2,10 m und einem Gewicht von knapp 6 t ist sie eine recht stattliche alte Dame. Da es durch das große Gewicht des historischen Joches aus dem Jahr 1684 und wegen der recht kurzen Glockenform immer Probleme gab die Glocke gleichmäßig zum Läuten zu bringen, wurde 2011 ein neuer Klöppel mit gut 200 kg Gewicht eingebaut. Dieser schont die wertvolle Glocke und bringt sie weich und voll zum klingen. Die Stürmerin ist jeden Abend als zweite Glocke des Abendläutens zu hören. Ihr Klang als Septglocke herb, wuchtig und schwer.

Im Dom hängen vier Schwestern aus der Guggschen Glockengießerei in Passau, gegossen von Lorenz in den Jahren 1896 und 1897. Die größte und somit viertgrößte Glocke Dignitär (Foto) wiegt über 3 t. Die kleineren Predigerin, Angelusglocke und Elfuhrglocke, die ähnlich gestaltet sind wie ihre große Schwester, wiegen zusammen etwa 4,5 t. Die Glocken sind keine klassischen moll-Glocken, sondern sogenannte Untersext- bzw. Unterseptglocken. Die Untersextglocken Dignitär und Predigerin klingen warm, die Unterseptglocken Angelus- und Elfuhrglocke klingen herb auch wenn ihre Teiltöne schon beinahe Untersextaufbau haben. Die vier Glocken können als eigenständiges Geläut im Gesamtgeläut des Domes betrachtet werden.

Datenblatt mit allen Glockeninformationen inkl. Teiltönen als PDF

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