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Altötting - St. Philipp u. Jakob


Altötting - St. Philipp u. Jakob, Stadtpfarrei im ~ Stadtkommissariat (7148). Im 8 Jh. herzoglicher Amtssitz, 788 karolingisches Königsgut, später Königspfalz. 877 Chorherrenstift, von König Karlmann gegr.; 1228 Neugründung eines Kollegiatstifts durch Herzog Ludwig d. Kelheimer, dem die alte Pfarrei Ötting u. 10 weitere Pfarreien inkorporiert wurden. Nach der Säkularisation Pfarrei im Dekanat Neuötting, seit 1932 eigenes Stadtkommissariat. 1928 wurde wieder ein Kollegiatstift zum Hl. Rupertus mit 1 Propst, 1 Dekan und 10 Kanonikern errichtet. Der Stiftspropst ist zugleich Stadtkommissar u. Stadtpfarrer.

Die Wallfahrt, die 1489 spontan u. in unvorstellbar großem Ausmaß einsetzte, fand die besondere Wertschätzung und Förderung der bayer. Herzoge, Kurfürsten und Könige. Sie ist seit 5OO Jahren ungebrochen lebendig. Derzeit kommen jährlich etwa 900 000 Wallfahrer aus nah und fern, der berühmteste Pilger ist Papst Johannes Paul II., der am 18 November 1980 den Gnadenort besuchte. Das Jubiläumsjahr 1989 wurde mit festlichen Gottesdiensten u. zahlreichen Veranstaltungen würdig begangen. Höhepunkte waren das Patroziniumsfest (15. Aug.) u. die Wallfahrt der jubilierenden Bistümer am 8. Okt. 1989.

St. Phillppus u. Jakobus, Stiftskirche u. Pfarrkirche. Spätgot. Bau mit rom. Resten, 1499 errichtet (Jörg Perger, Burghausen). Ausstattung vorwiegend klassizistisch. Je ein rom. u spätgot Taufstein, hohe Standuhr mit "Tod von Eding" (1634), 2 spätgot. geschnitzte Türen. Im Süden Kreuzgang, spätgot. mit 4 Kapellen: St. Sebastian, Begräbnisstätte der Stiftskanoniker; St. Peter u. Paul, mit Grab des General Tilly (1653 beigesetzt); "Mater dolorosa", Doppelkapelle um 1500, im Erdgeschoss ehem. ~ Karner, im Obergeschoss Kapelle; "Chrlstus in der Rast", Sühnekapelle für die von der SS am 28. April 1945 erschossenen Blutzeugen. Nördlich des Chores die Schatzkammer mit wertvollen Votivgaben aus Gotik u. Barock (~ Museen u. Schatzkammern).

Gnadenkapelle - St. Maria, das Kernstück ist der vor-rom. Rundbau um 700, eine alte Taufkapelle. Daran das spätgot. Langhaus, 15. Jh. Um den ganzen Bau überdachter Wallfahrerumgang. In der Kapelle reiche Ausstattung: Gnadenaltar in Silber (um 1640), Gnadenbild "Schwarze Madonna", Holzfigur Maria mit Kind um 1300. In Nischen Herzurnen der Wittelsbacher. In der Kapelle u. im Umgang zahlreiche Votivbilder aus fünf Jahrhunderten.

St. Anna, päpstl. ~ Basilika minor. Großer neubar. Bau von 1910-12 (Joh. Schott). Nach dem Dom die größte Kirche im Bistum. Ausstattung (Hochaltar, 13 Seitenaltäre, Kanzel u. Orgelprospekt) neubar. Hier finden die großen Wallfahrtsgottesdienste statt.

St Konrad, Kapuzinerkirche, Grabkirche des Hl. ~ Konrad v. Parzham. 1654-l802 Franziskaner-, seither Kapuzinerkirche. 1864-66 neurom. umgebaut, Ausstattung vorwiegend mod. Die Kapuziner sind in der Wallfahrtsseelsorge tätig.

St. Magdalena, Kapuzinerkirche, 1697 als Jesuitenkirche erbaut (Thomas Troyer). Ausstattung bar. u klassizistisch. An die Kirche angebaut "Kongregationssaal" der ~ Marianischen Bürgerkongregation 1696. Von 1591-1773 wirkten hier die Jesuiten, von 1781-1808 die Johanniter (Malteser), 1828-1841 Wallfahrtspriester und von 1841-73 ~ Redemptoristen. Seit 1874 sind Kapuziner in der Wallfahrtsseelsorge tätig.

Weitere Nebenkirchen: Hl. Kreuz, Hauskirche der ~ Hl.-Kreuz-Schwestern. Jugenstil, 1915 erbaut (Mich. Kurz, Augsburg), 1977 umgestaltet. Die Schwestern halten in der Kirche ~ Ewige Anbetung. Maria Verkündigung, Hauskirche der ~ Maria-Ward-Schwestern. Rokoko, 1735-37 erbaut. Das Institut besteht seit 1721, die Schwestern führen ein Gymnasium, eine Realschule und ein Wohnheim. St. Franziskus, Hauskirche des Franziskushauses, 1895 erbaut, 1965-67 umgestaltet (K.-H. Limpert, Burghausen). Die ~ Mallersdorfer Schwestern unterhalten eine Heimvolksschule. St. Michael, Friedhofskirche. Spätgot., 1496 geweiht, Sakramentshäuschen um 1520 (aus Pleinting), got. u. bar. Figuren. St. Rupertus, Kapelle im Kollegiatstift, 1927 - 28 erbaut (Rank, München). Hl. Familie, Hauskapelle der St.-Josefs-Burg, 1854 erbaut, Altar neugot. Weitere Ordensniederlassungen: ~ Arme Schulschwestern, ~ Barmherzige Schwestern (Krankenhaus u. Marienstift bis 1989), ~ Karmelitinnen (Theresianum), ~ Marienschwestern (St.-Grignion-Haus) u. ~ Paulusschwestern (Altenheim St. Klara).