Menu

Geschichte des Bistums Passau


Das Christentum brachten die Römer in unsere Heimat u. zwar noch zu jener Zeit, als die Christen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Der hl. ~ Florian erlitt 304 in Lorch Martertod. Im 5. Jh. wirkten hier der Wanderbischof ~ Valentin u. der Mönch u. Staatsmann ~ Severin. Nach dem Abzug der Römer 488 ging die bereits bestehende kirchliche Organisation zugrunde, das Christentum aber ging nicht unter.

739 organisierte der hl. ~ Bonifatius im Auftrag von Papst Gregor III. die Kirche in Bayern u. bestätigte dabei den schon in Passau ansässigen Bischof ~ Vivilo in seinem Amte. Das Bistum reichte damals von der Isarmündung bis zur Enns. Unter Karl d. Gr. wurde die Bistumsgrenze bis nach Ungarn vorgeschoben. Damit entstand für fast ein ganzes Jahrtausend das räumlich größte Bistum im deutschen Kulturraum. Unter Bischof ~ Piligrim wurde Stephan der erste christliche König von Ungarn. Dessen Gemahlin, die sel. ~ Gisela wurde später Äbtissin in Passau Niedernburg u. liegt dort begraben.

999 wurde Bischof ~ Christian weltlicher Herr über das Stadtgebiet von Passau u. 1217 erhielt Bischof ~ Ulrich das Fahnenlehen über den llzgau u. wurde damit ~ Fürstbischof. Vorher, von 1065 - 1091 wirkte Bischof ~ Altmann. Er wurde wegen seiner Reformbemühungen aus Passau vertrieben. Durch ihn u. in der Folge gab es mehrere Klostergründungen. Das späte Mittelalter war durch Machtkämpfe der Bayern u. Österreicher um den Passauer Bischofsstuhl gezeichnet. 1468 wurden Wiener Neustadt u. 1469 die Kaiserstadt Wien je ein kleines, selbständiges Bistum.

Die ~ Reformation brachte große Unruhe in das Bistum. Weite Teile wandten sich dem Protestantismus zu, fanden aber bis auf die Grafschaft Ortenburg im Zuge der ~ Gegenreformation wieder zur katholischen Kirche zurück. Der ~ Passauer Vertrag (1552) half maßgeblich zur Wiederherstellung des Religionsfriedens.

1662 u. 1680 brannte die Bischofsstadt. Mit dem Wiederaufbau kam der ~ Barock in unser Land. Besonders nach der Vertreibung der 1683 Wien belagernden Türken entstanden vielerorts prachtvolle Barockkirchen u. -klöster. Die Jesuiten, Franziskaner u. Kapuziner trogen wesentlich zur barocken Frömmigkeitsbildung bei.

1783 wurde das Bistum Passau durch die Abtrennung des gesamten österreichischen Raumes bis auf ein Siebtel der bisherigen Große dezimiert. Es entstanden die Bistümer Linz u. St. Pölten u. das Erzbistum Wien wurde vergrößert. 1803 brachte die ~ Säkularisation das Ende des ~ Hochstiftes Passau.

Schwer war der seelsorgliche Wiederaufbau des klein gewordenen Bistums im 19. Jh. 1517 kamen Teile des ehem. Bistums Salzburg zum Bistum Passau u. mit diesen auch der Gnadenort Altötting. Bischof ~ Riccabona gründete das ~ Priesterseminar u. rief die Hochschule wieder ins Leben. Um 1900 wurden zahlreiche Pfarreien gegründet. Bischof Simon Konrad Landersdorfer führte das Bistum 1936-68 durch eine schwere u. bewegte Zeit. Unter ihm u. seinem Nachfolger Antonius ~ Hofmann erfolgte die Erneuerung der Kirche im Geiste des II. Vatikanums. Seit 2001 ist Wilhelm Schraml Bischof von Passau.

Literatur: A Leidl, Kleine Passauer Bistumsgeschichte, Passau, 1989. Dazu eine Zusammenfassung aller Veröffentlichungen zur Bistumsgeschichte.