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Ostung


Als Ostung versteht man beim Kirchenbau die Orientierung, bei der der Chor mit dem Hochaltar im Osten steht. Ursache dafür ist die im Mittelalter gültige Vorschrift, dass der Priester beim Beten das Gesicht der aufgehenden Sonne zuzukehren hat. Deshalb sind (fast) alle rom. u. got. Kirchen geostet. Sie bieten einem Ortsunkundigen eine gute Orientierungshilfe. Manche Kirchen haben in ihrem Grundriss eine Knickung, weil die Bodenverhältnisse eine Ostung des gesamten Baues nicht ermöglichten (z.B. Passau-Dom) oder weil man bei einem späteren Umbau die Ostung genauer nahm als beim Vorgängerbau (z.B. Passau-Heining).

Seit der Barockzeit wurde auf die Ostung weniger Wert gelegt. Moderne Kirchen kennen sie kaum.