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Passau - Dom St. Stephan


Passau - Dom St. Stephan, Bischofskirche u. Pfarrkirche für die Dompfarrei. Im 7. Jh. gegründet (urk. erstmals 730 erwähnt), seit 739 ~ Kathedrale der Diözese. 764 wurden die Reliquien des Hl. ~ Valentin von Mais-Meran in den Passauer Dom überführt. Verbunden damit wird eine bauliche Umgestaltung. Neu- bzw. Umbauten erfolgten unter Bischof ~ Piligrim u. Fürstbischof ~ Bernhard v. Prambach im 10. u. 13. Jh. 1407-1530 Neubau des Presbyteriums u. des Querhauses mit Vierungskuppel (Dombaumeister: Hans Krumenauer, Jörg Windisch u. a.).

Beim großen Stadtbrand 1662 wurde der Dom weitgehend zerstört. Wiederaufbau unter den Fürstbischöfen Wenzeslaus von ~ Thun u. Sebastian von ~ Pötting, 1668-93 im Stil des italienischen Hochbarock. (Baumeister: Carlo Lurago. Stuck: Giov. Batt. Carlone, Fresken: Carpoforo Tencalla, Altarbilder: J.M. Rottmayr, Andreas Wolff, J.C. Sing, J.C. Resler u.a.). Es entstand der größte bar. Kircheninnenraum nördlich der Alpen u. die bedeutendste Barockkirche italienischer Prägung auf deutschem Boden. Die Kanzel ist 1726 in Wien entstanden (Kunstkreis um G.R.Donner), den Prospekt der großen ~ Domorgel schuf J.M. Götz. Hochaltar (1952) u. Volksaltar (1961) von Prof. Josef Henselmann, München) 1972-80 grundlegende Renovierung des Innenraumes mit mod. Gestaltung des Presbyteriums (F.u.L. Hafner). Der got. Chorbau wird seit 1928 von einer Staatlichen Dombauhütte restauriert.

Die Dompfarrei (1993) war bis 1803 Personalpfarrei für alle im fürstbischöf. u. domkapitelschen Bereich Bediensteten. Seither Pfarrei für die Altstadt, aus der Stadtpfarrei St. Paul ausgepfarrt.

Nebenkirchen am Dom: St. Andreas "Herrenkapelle" got. Hallenkirche, 14. Jh. Rom. Kruzifix, spätgot. Taufstein (1478), zahlreiche got. Grabsteine. Altar, Sakramentshaus u. Orgelprospekt mod. (L. Hafner).

~"Ortenburgkapelle", got., 1228 erbaut. Einst Begräbnisstätte der Grafen von Ortenburg. Zahlreiche, bedeutende got. Grabsteine "Trennbachkapelle", Grabkapelle für Fürstbischof Urban von ~Trennbach, renaissance, 1572 erbaut. Hochgrab des Fürstbischofs. Altar renaissance. "Lambergkapelle", Grabkapelle für Kardinal Johann Philipp Graf von ~ Lamberg, 1710 erbaut (J. Pawagner), 1980 renoviert.

Nebenkirchen in der Dompfarrei: St. Michael, ehem. Jesuitenkirche, jetzt Studienkirche des Gymnasium Leopoldinum. Bar., nach 1662 erbaut (Pietro F. Carlone), Stuck von Giov. Batt. Carlone, Hochaltar von 1714 (Diego F. u. C. Innozenz Carlona), 6 Seitenaltäre um 1678, Kanzel um 1720. An die Kirche angebaut: Kapelle St. Franz Xaver ("Xavarikapelle") rokoko. St. Pantaleon, Klosterkirche zum Hl. Kreuz in Niedernburg. Rom. u. got., Ausstattung teilweise mod. Wertvolle, rom. u. got. Grabsteine, darunter Hochgrab der Sel. ~Gisela. Got. u. bar. Figuren u. Gemälde. Die ~ Maria-Ward-Schwestern in Niedernburg führen ein Gymnasium, eine Realschule u. ein Internat Hl. Dreifaltigkeit "Waisenhauskapelle", rokoko, 1749 von Schiffsmeister Lukas Kern gestiftet, 1750-63 erbaut (J.M. Schneitmann) ~ Maria-Ward-Schwestern führen das "Lukas-Kern-Waisenhaus". St. Barbara, Kapelle am Domplatz, frühgot., um 1240 erbaut. Altar rokoko.

Seminarkirche St. Stephan, Hauskirche des ~ Priesterseminars St. Stephan, 1905 erbaut (Joh. Schott), 1988 grundlegend renoviert. Seminarkirche St. Valentin, Hauskirche des ~ Seminar St. Valentin, 1956 erbaut. 15 Buntfenster von 1957 (Willi Geyer, Ulm). Spätgot. Figur St. Valentin.