Adventskalender - 4. Dezember


Die heilige Barbara
Barbarazweige kündigen die Geburt Christi an

 

Hören Sie hier einen Beitrag von Dr. Bernhard Klinger zum Barbaratag...

 

Kirschzweige stellen wir heute ins Wasser; es können natürlich auch andere Obstzweige sein. An Weihnachten sollen sie blühen. Barbarazweige nennen wir sie auch und erinnern uns an die heilige Barbara. Die historische Existenz der Heiligen ist ziemlich unsicher. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist der Tag deshalb nicht mehr im offiziellen Festkalender der katholischen Kirche fixiert. Aber der Barbaratag am 4. Dezember hat sich gehalten.

Die Tochter des reichen griechischen Kaufmanns Dioskoros lebte der Legende nach in Nikodemien, dem heutigen Izmit in der Türkei, und starb 306 den Märtyrertod. Wegen ihrer Schönheit wurde sie in einen Turm eingesperrt; zuvor ließ sie sich heimlich taufen. Als der Vater davon erfuhr, lieferte er sie dem Gericht aus. Auf dem Weg zum Gefängnis verfing sich der Legende nach ein Kirschzweig in ihrem Kleid, den Barbara in einen Krug mit Wasser stellte. An dem Tag, an dem der Zweig aufblühte, wurde sie gefoltert. Ihr Vater soll sie dann selbst enthauptet haben, um anschließend von einem Blitzschlag getroffen zu werden. Deshalb wird Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet. Dargestellt wird die Heilige außerdem mit drei-fenstrigem Turm, Kelch, Hostie, Schwert oder Fackel. Mit letzterem Attribut deswegen, weil Barbara vor ihrer Verurteilung mit brennenden Fackeln gequält worden sein soll.

Die Heilige gehört auch zu den 14 Nothelfern und wird besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen. Wegen ihrer Flucht durch eine Felsspalte wird sie bis heute von den Bergleuten als Schutzheilige verehrt. So auch im Bergwerk Kropfmühl bei Hauzenberg. In anderen Bergwerken ließ man ihr zu Ehren am Barbaratag das Licht im Stollen brennen, um vor dem Tod unter Tage geschützt zu sein. Dazu gibt es Bauernregeln und Wetterorakel. Ein bekannter Spruch lautet: Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen.

Wolfgang Duschl