Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Adventskalender - 18.12.
Die Krippe
Überall auf der Welt, wo Christen an Weihnachten die Menschwerdung des Gottessohnes feiern, begegnet ihnen die Krippe als eine figürliche Darstellung, ja: Veranschaulichung der Geburt Jesu Christi. Als Ausgangspunkt solcher plastischer Darstellungen des in der Krippe liegenden Jesuskindes in Bethlehem vermutet man in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore verwahrte Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten.
Nachgewiesen ist inzwischen, dass der heilige Franziskus von Assisi keineswegs der „Erfinder“ der Weihnachtskrippe ist: Seine Weihnachtsfeier im Jahre 1223 in Greccio fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe, jedoch ohne die „Heilige Familie“ statt. Die ältesten erhaltenen Weihnachtskrippen aus Westfalen entstammen dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie wurden überwiegend für katholische Kirchen und Kapellen geschaffen. Eine der ältesten Krippen ist um das Jahr 1820 entstanden für die ehemalige Jesuitenkirche (heute Petrikirche) in Münster. Die ältesten Hauskrippen wurden in Westfalen vor rund 150 Jahren angeschafft zur religiösen Begleitung der privaten familiären Weihnachtsfeier. Ende des vorigen Jahrhunderts setzte wegen des ständig steigenden Interesses die massenhafte Produktion von (Gips-)Krippen ein.
Gleich, ob die Weihnachtskrippe auf Maria, Josef und das Kind „reduziert“ ist oder in erzählerischer Ausgestaltung viele weitere Figuren enthält: Alle Krippen - ob kunstgewerblich kostbar oder aus der industriellen Massenproduktion - fußen in ihrer Darstellung auf den knappen, aus nachösterlichem Blickwinkel verfassten biblischen Berichten der Evangelisten Lukas und Matthäus, dass Gott seinen Sohn Mensch werden ließ.




