Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Georg Ratzinger im Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. in Marktl



Bruder das Papstes beeindruckt von der Begegnungsstätte - Passauer Bischof sendet Grußadresse an den Heiligen Vater - Bruder das Papstes erhält Ziegelsteine mit der Jahreszahl 1924 und 1927 sowie ein Holzkreuz aus dem Gebälk des Papsthauses
Passau/Marktl (iop). Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., hat am Sonntag, 1. Juni, jenes Haus in Marktl am Inn besucht, in dem er als Kind über vier Jahre gelebt hat und in dem Joseph Alois Ratzinger geboren wurde. Zusammen mit dem Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml und Dr. Josef Sonnleitner als Vertreter der Stiftung "Geburtshaus Papst Benedikt XVI.", ließ er sich von Ludwig Raischl, dem Theologischen Referenten, die einzelnen Räume erklären. Auch Pfarrer Josef Kaiser und Bürgermeister Hubert Gschwendtner nahmen an der Führung teil. Der Bruder des Papstes war sichtlich beeindruckt von der Begegnungsstätte und wie er sagte "persönlich total überrascht". Die Präsentation von grundsätzlichen Aussagen zum Leben und Wirken des Papstes habe seine Erwartungen weit übertroffen. Die biographischen Stationen und Daten weckten beim Rundgang viele Erinnerungen bei. Georg Ratzinger, an die Schwester Maria, den Bruder Joseph. Im Geburtszimmer stimmt der Passauer Bischof ein "Ave Maria Gebet" an.
Als Erinnerung wurde dem Bruder des Papstes ein kleiner Ziegelstein übereicht, auf dem eine Ansicht des Papst-Geburtshaus eingearbeitet ist. Der Stein trägt symbolisch die Zahl 1924, das Geburtsjahr von Georg Ratzinger. Ein weiterer Stein mit der Zahl 1927, dem Geburtsjahr von Papst Benedikt, wurde überreicht. Dieser, so Georg Ratzinger, werden demnächst nach geschickt. Der Prälat erhielt auch ein Holzkreuz, das aus dem Gebälk des Marktler Hauses stammt, gefertigt von der Caritas-Behindertenwerkstatt in Pocking.
Gemeinsam richteten Bischof Schraml und Prälat Ratzinger eine Grußadresse an Papst Benedikt XVI. Darin unterstreicht der Bischof, dass es im Geburtshaus darum gehe, den Lebens-, Glaubens- und Verkündigungsweg des Papstes näher kennenzulernen. Man habe eine würdige Begegnungsstätte der Menschen zu Glaubensfragen schaffen wollen und kein Museum. Der Besuch führe die Menschen abschließend immer in die Pfarrkirche zum Taufbecken. Dort werde für den Papst gebetet. Das taten denn auch Bischof Schraml, Prälat Ratzinger. Sie marschierten über den Marktplatz zur Kirche St. St. Oswald, beteten dortb am Taufstein und sagen das Lied "Fest soll mein Taufbund immer stehen".
Georg Ratzinger wurde am 15. Januar 1924 in Pleiskirchen bei Altötting geboren. Die Schwester Maria ebenfalls; und zwar am 7. Dezember 1921. Sie starb am 2. November 1991 und ist auf dem Ziegetsdorfer Friedhof im Familiengrab bestattet. Im Mai 1925 kam die Familie Ratzinger nach Marktl und bezog das ehemalige Mauthaus am Marktplatz, jetzt Hausnummer 11. Im ersten Obergeschoss waren sowohl Amtslokal und Dienstwohnung der Gendarmerie-Station, in der Joseph Ratzinger, der Vater des Papstes, Dienst getan hat. Im elterlichen Schlafzimmer wurde in den frühen Morgenstunden des 16. April 1927 Joseph Alois Ratzinger als drittes Kind der Familie geboren und noch am selben Tag, einem Karsamstag, in der Pfarrkirche St. Oswald getauft. Wenngleich sich der Papst nicht an seine frühesten Lebensjahre in Marktl erinnern kann, spricht er von einem "Ort, der etwas Heimliges und Warmherziges an sich hat". Schon im Juli 1929 zog die Familie weiter nach Tittmoning, 1932 nach Aschau am Inn und 1937 schließlich nach Traunstein. Im Rückblick bezeichnet Papst Benedikt die wechselnden Wohnorte als "Perlen einer Kette".
11. September 2006: Papst besucht Marktl am Inn
Zusammen mit Papst Benedikt hat Georg Ratzinger am Abend des 11. September 2006 Marktl besucht. Sie beteten in der Pfarrkirche St. Oswald am Taufstein. Die Taufe mit dem neu geweihten Osterwasser hat die Familie Ratzinger als besondere Fügung gedeutet. Dass sein Leben so von Anfang an ins Ostergeheimnis eingetaucht gewesen war, hat den Papst immer mit Dankbarkeit erfüllt. 1965 war das Taufbecken wegen eines Umbaus aus der St. Oswald Kirche entfernt worden. Jahre später, 1991, übergab der damalige Pfarrer Alois Jordan den Taufstein dem Heimatbund. Er wurde im Heimatmuseum ausgestellt und für die Öffentlichkeit aufbewahrt. Am Ostersonntag 2006 war dieser nun so bedeutende Taufstein in die Kirche St. Oswald zurückgebracht und mit einer Taufe wieder der ursprünglichen Bestimmung zugeführt worden. "Segne diesen Ort, der mir so teuer ist", schrieb Papst Benedikt zum Abschied in das Goldene Buch des Marktes. Sein Geburtshaus am Marktplatz hat der Papst damals allerdings nicht betreten.
Die "Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI."
Der Bischof von Passau, Wilhelm Schraml, in dessen Diözese der Ort liegt, hat im Einvernehmen mit der Freisinger Bischofskonferenz eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts errichtet, die im Dezember 2005 durch das Bayerische Kultusministerium anerkannt wurde. Zweck der "Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI." ist es, an diesem Ort den persönlichen und geistlichen Lebensweg von Papst Benedikt XVI. darzustellen. Die Initiative zur Errichtung der Stiftung ging von Verwandten des ehemaligen Erzbischofs von Köln, Josef Kardinal Frings, aus, dessen Konzilstheologe der damalige Theologieprofessor Joseph Ratzinger war. Die Stiftung wird vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden und Finanzdirektor der Erzdiözese München und Freising, Domkapitular Dr. Sebastian Anneser, und den zweiten Vorsitzenden, den Finanzdirektor des Bistums Passau, Dr. Josef Sonnleitner. Dem Kuratorium der Stiftung gehören an: Diözesanbischof Wilhelm Schraml als Vorsitzender, Domdekan Dr. Lorenz Wolf als stv. Vorsitzender, Generalvikar Dr. Klaus Metzl, Domdekan und Finanzdirektor Robert Hüttner, Bürgermeister Hubert Gschwendtner, Ministerialdirektor Josef Erhard und Prof. Dr. Alexander Kolb.
In dieser Begegnungsstätte wird das Leben und Wirken des bayerischen Papstes und sein umfassendes theologisches Wirken multimedial dargestellt und mit Symposien aufgearbeitet. Seit der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger zum Oberhaupt der katholischen Kirche am 19. April 2005, an die eine Gedenktafel erinnert, ist das Geburtshaus weltweit bekannt.
5.000 nummerierte Ziegelsteine
Die Stiftung "Geburtshaus Papst Benedikt XVI." hat im vergangenen Jahr 5.000 Ziegelsteine herstellen lassen, um mit dem Erlös aus dem Verkauf weitere Baumaßnahmen zu finanzieren. Jeder Ziegelstein, im Format von 12 x 8 x 5 Zentimetern, ist von Hand geprägt und nummeriert. Auf den Unikaten ist die Ansicht des Geburtshauses von Papst Benedikt XVI. zu sehen.
Weitere Infos zu Papst Benedikt XVI. und Marktl am Inn finden Sie unter
Vita Georg Ratzinger
Georg Ratzinger zeigte bereits in der Kindheit großes Interesse für die Musik. Mit elf Jahren spielte er bereits Orgel. 1935 trat er in Traunstein in das Gymnasium und in das dortige Erzbischöfliche Studienseminar ein. Und schon 1936 fing er an selbst zu komponieren. 1946 trat er mit seinem Bruder Joseph Ratzinger in das Priesterseminar der Erzdiözese München Freising ein. Beide wurden 1951 im Freisinger Dom zum Priester geweiht. 1953 wurde Georg Ratzinger Wallfahrtskurat in der Pfarrei Maria Dorfen östlich von München. Bis 1956 studierte er Kirchenmusik an der Musikhochschule in München und belegte den Meisterkurs. Er wurde anschließend, neben seinen priesterlichen Tätigkeiten in verschiedenen Pfarreien, Chorregent von St. Oswald in Traunstein. Dieses Amt hatte er von 1957 bis 1964 inne. Am 1. Februar 1964 wurde er zum Domkapellmeister in Regensburg bestellt. Unter seiner Leitung entstanden dort Einspielungen großer Werke der Chormusik. Zudem entfaltete der Chor der Regensburger Domspatzen eine rege Reisetätigkeit und gab Konzerte auf der ganzen Welt. 1994 ging Georg Ratzinger in den Ruhstand und lebt in Regensburg. In den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geriet Georg Ratzinger am 19. April 2005, als sein Bruder Joseph zum Papst gewählt wurde.





